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Nach Feuer am Großstolpener See: Groitzsch baut neuen massiven Imbiss

Stadtrat Nach Feuer am Großstolpener See: Groitzsch baut neuen massiven Imbiss

An der Badestelle des Großstolpener Sees wird es wieder ein Imbissgebäude geben. Der Groitzscher Stadtrat hat sich nach einiger Diskussion mit übergroßer Mehrheit zum Bauprojekt bekannt. Das Vorgängerobjekt war in der Nacht zum 30. September 2015 einem Brand zum Opfer gefallen. Der oder die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Nach dem Feuer von Ende September 2015 soll der Imbiss am Großstolpener See wieder errichtet werden – jetzt als Massivbau

Quelle: Mike Köhler/Feuerwehr Groitzsch

Groitzsch/Grossstolpen. Am 2. Mai geht es los: Es wird wieder ein Imbissgebäude an der Badestelle des Großstolpener Sees geben. Der Groitzscher Stadtrat hat sich nach einiger Diskussion mit übergroßer Mehrheit zum Bauprojekt bekannt und zwei Aufträge vergeben. Die Baugenehmigung liegt schon seit dem Sommer im Rathaus vor, aber Fördermittel fehlten bisher. Ein massives Häuschen von etwa sieben Meter mal 7,70 Meter mit einem gläsernen Eingangsbereich soll entstehen. Eine Nutzung in der Badesaison 2017 wird allerdings kaum noch möglich sein. Das Vorgängerobjekt war in der Nacht zum 30. September 2015 einem Brand zum Opfer gefallen.

In einer vorherigen Sitzung hatten sich die Abgeordneten schon intern, das heißt hinter verschlossenen Türen, mit dem Vorhaben beschäftigt. Sogar eine Probeabstimmung hatte es gegeben, ließ Bürgermeister Maik Kunze (CDU) durchblicken. Auf deren Ergebnis aufbauend, legte er die zwei Auftragsvergaben zur Entscheidung vor. Was auf Widerspruch stieß. Stadtrat Mario Straßburger (CDU) wollte wissen, was aus den zuvor diskutierten Alternativen für den Massivbau geworden ist. Kunze: „Die sind eingeschlafen. Es gab mehrheitlich die Festlegung auf die massive, etwas teurere Variante.“ Die eben Straßburger zu viel kostet: „Ich rechne mit 100 000 Euro.“ Der Stadtchef entgegnete, dass im Haushaltentwurf einiges mehr vorgesehen ist; 135 000 Euro (bei vorerst einer Einnahme von 12 000 Euro) weist das Zahlenwerk aus. „Ist ganz schön fett für vielleicht vier Monate Badebetrieb“, so Straßburger.

Eigentlich war mit einer fünfstelligen Bausumme geplant worden, was aufgrund höherer Rohbaukosten aber wohl nicht zu halten sein wird. Auf Nachfrage von Peter Fröhlich (Groitzscher Wählervereinigung Bürgerinitiative Soziales Sachsen/BISS) erklärte Kunze, dass erst kürzlich zugesagte Fördermittel vom Leader-Programm (knapp 15 000 Euro) sowie Versicherungsgelder (fast 29 000 Euro) in das Vorhaben fließen sollen.

Etwas geschwankt wegen seiner Entscheidung hatte anfangs Jens Riemann (CDU), zumal es „beim letzten Mal auch recht kurzfristig für uns war“. In der Zwischenzeit habe er sich ähnliche Objekte angeschaut. Sein Vorschlag: „Wir sollten dem Massivbau jetzt zustimmen. Aber Innenausbau und Inventaranschaffung sollten wir dem Pächter überlassen.“ Das unterstützte sein Fraktionschef Andreas Zielke. „Wir waren mit der Idee gestartet, etwas Vernünftiges für die nächsten Jahre zu schaffen. Und wenn es sinnvoll ist, etwas zu sparen, sollten wir das tun – wie eben beim Innenausbau.“ Schließlich warb Bürgermeister Kunze: „Wir haben nur den einen See. Und rundherum bei anderen stehen auch keine Pfefferkuchenhäuser. Wir sollten es ähnlich machen, wenn auch ein Stück kleiner.“

Der Grundsatzbeschluss fiel dann ebenso eindeutig aus mit 15 Ja-Stimmen bei einem Nein und einer Enthaltung wie die zwei Vergaben. Für die Rohbau- und Ausbauarbeiten hatte das Baugeschäft Wolfgang Hahn aus dem Grimmaer Ortsteil Grechwitz mit knapp 50 900 Euro das beste von zwei Angeboten abgegeben. Und bei den Zimmerer-, Trockenbau-, Dach- und Dachklempnerarbeiten hatte sich in einem Quartett die Firma Schmidtchen & Brumme aus Lucka mit gut 27 200 Euro durchgesetzt.

Übernehmen soll das neue Gebäude die bisherige Pächterin Sotiria Papachristou, die die Taverne im Fitness-und Wellnesscenter „Azur“ betreibt. Für den Sommer wird es wohl laut Bürgermeister eine Zwischenlösung wie im Vorjahr geben, als die Gastronomie an der Badestelle mit einem Imbisswagen abgedeckt wurde.

Zum Ende des Vorgängerobjektes führt die Staatsanwaltschaft Leipzig ein Ermittlungsverfahrens wegen des Tatverdachts der vorsätzlichen Brandstiftung. Nach dem Feuer vom Frühherbst 2015 hatte die Polizei verschiedene Ermittlungen gegen unbekannt geführt. Sie war jedoch nicht weiter gekommen und hatte den Fall Ende 2016 an die Strafverfolgungsbehörde abgegeben. „Der oder die Täter konnten trotz umfangreicher Maßnahmen bislang nicht ermittelt werden, weshalb sich das Verfahren gegen unbekannt richtet“, informierte Staatsanwältin Jana Friedrich. Das Verfahren sei aber noch nicht abgeschlossen.

Von Olaf Krenz

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