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Borna Nach Rauswurf in Borna zurück in Deutzen
Region Borna Nach Rauswurf in Borna zurück in Deutzen
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21:08 06.01.2012
Thomas Koerth Quelle: LVZ Archiv
Borna

Überraschung und Erlösung zugleich war für Koerth die Entlassung beim BSV. Zwei Tage vor Heiligabend hatte ihm Präsident Marko Seidel die Kündigung wegen eines „erheblich gestörten Vertrauensverhältnisses zwischen ihm und dem Verein" mitgeteilt - per E-Mail mit Verteiler an zahlreiche Übungsleiter und Funktionäre des Vereins. Tags darauf kam das Ganze per Brief.

„Ich bin schon etwas erleichtert", sagt Koerth. „Eine Zusammenarbeit mit dem Vorstand gab es in den letzten Monaten nicht mehr. Die Kommunikation war gleich null." Das sei eine Belastung gewesen, weil angesichts der prekären (Finanz-)Situation des Vereins die Informationen fehlten. Zudem beschäftigen ihn Beschimpfungen und Unterstellungen von Pseudonym-Schreibern in einem Internet-Forum mehr, als ihm lieb ist, erklärt der 40-Jährige. Demnach soll er bis zu 1000 Euro pro Monat kassiert haben. „Das ist schlichtweg falsch. Es waren 250 Euro Aufwandsentschädigung und das auch nur bis Mai." Das gab es nicht nur für die drei Trainingseinheiten und das Spiel pro Woche, sondern auch für Fahrten zu Spielbeobachtungen künftiger Kontrahenten und für reichlich Telefonate. Die Trainerlizenz verlängerten er und Kollegen auf eigene Kosten. Und die Übungsleiterpauschale des Landessportbundes blieb beim Verein. „Wenn es nur ums Geld gegangen wäre, hätten wir im Sommer aufhören können. So weit ich weiß, hat auch kein Spieler im letzten halben Jahr Geld bekommen", so Koerth.

Zwar habe er Anfang Dezember, als die Oberbürgermeisterin die Sperrung der Sportstätten für den BSV angekündigt hatte, entschieden, im Sommer aufzuhören. Ein Schritt, den der zweite Mann im Trainer-Duo, Jörg Metzner, wenig später bereits vollzog. Dennoch habe ihn der Rauswurf unerwartet getroffen, sagt Koerth. „Aber das war wohl die letzte Machtdemonstration von Präsident und Fußball-Abteilungsleiter." Inzwischen sind Seidel und Daniel Salomon zurückgetreten.

Einfach abschütteln könne er den BSV, bei dem er 2007 als A-Junioren-Coach begann und 2010 die Männer übernahm, trotzdem nicht. „Die Mannschaft ist mir richtig ans Herz gewachsen. Wie die sich zusammengerauft und entwickelt hat." Der vierte Bezirksliga-Platz der aus jungen, hungrigen Spielern gebildeten Truppe im vorigen Spieljahr sei einfach toll gewesen. „Es hat richtig Spaß gemacht mit den Jungs, auch wenn es in dieser Saison nicht so geklappt hat." Der BSV ist Zehnter, einen Zähler vor der Abstiegszone. „Zudem hatte ich ein super Verhältnis zu den Platzwarten und eine gute Beziehung zu unseren Fans, die uns auch bei Auswärtsspielen begleitet haben."

Vom Fußball Abstand zu gewinnen, war Koerths Absicht noch kurz vorm Jahreswechsel. Obwohl es schon Anfragen anderer Vereine gab. Nun allerdings hat der Deutzener doch schon dem Werben nachgegeben: Es ist eine Rückkehr nach Hause, zu seinem SV Blau-Weiß. „Aber nur, weil keiner rausgedrängt wurde." Der bisherige Coach Jens Friedrich, erst seit dem Sommer im Amt, macht als Mannschaftbetreuer weiter. René Lange bleibt Co-Trainer.

Thomas Koerth ist ein Deutzener Eigen­gewächs. Er spielte über 20 Jahre erfolgreich im Verein, übernahm 1993 eine E-Jugend und begleitete diese bis ins A-Jugend-Alter. 2001 wurde er Trainer der Männer, die er 2004 zum Aufstieg in die Regionalliga Borna/Geithain (heute Kreisliga A West) führte und bis zu seinem Wechsel nach Borna 2007 betreute.

Olaf Krenz/Dieter Wehefritz

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