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Borna Nach Tötungsdelikt in Bornaer Asylheim: Vater in Haft – Kinder in einer Einrichtung
Region Borna Nach Tötungsdelikt in Bornaer Asylheim: Vater in Haft – Kinder in einer Einrichtung
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14:40 11.03.2018
Asylbewerberunterkunft in Borna-Witznitz. Hier geschah das Verbrechen. Quelle: André Neumann
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Borna

Der 33 Jahre alte Asylbewerber, der vor zwei Wochen in Borna seine Frau tödlich verletzte, sitzt weiter in Untersuchungshaft. Das teilte auf LVZ-Anfrage Felix Mezger von der Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Über Einzelheiten zum Ablauf der Tat und zu möglichen Hintergründen will die Ermittlungsbehörde „mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen“, wie Mezger sagt, derzeit nichts bekanntgeben.

Die Kinder waren bei der Tat mit im Wohnbereich

Der Syrer hatte am Abend des 4. Februar offenbar mit einem Messer auf seine 24 Jahre alte Frau eingestochen. Sie war auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Zwei kleine Kinder, ein und zwei Jahre alt, die während der Tat in dem Wohnbereich mit anwesend waren, wurden vom Jugendamt des Landratsamtes aufgenommen. Die beiden befinden sich jetzt in einer kleinen Einrichtung „und werden dort gut betreut“, sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes.

Nähere Angaben will sie nicht machen. Einerseits wegen des Datenschutzes, vor allem aber wegen „des Wohls der Kinder, die nicht aus der schützenden Anonymität gerissen werden sollen“, betont sie. Deren Lage ist dramatisch: Die Mutter ist tot, der Vater als mutmaßlicher Täter im Gefängnis.

Zehn spezielle Pflegefamilien für Notfälle

Dass der Allgemeine Sozialdienst des Jugendamtes Kinder in Notsituationen in Obhut nimmt, ist nicht ganz selten. 2016 gab es im Landkreis Leipzig 237 solcher Fälle, die sich bei weitem nicht nur im Asylbewerberbereich abspielten. Dem Jugendamt stehen dafür knapp zehn speziell ausgesuchte Pflegefamilien zur Verfügung.

„Die sind darauf eingerichtet, auch nachts angerufen zu werden“, sagt Laux. Allerdings sind die in Frage kommenden Haushalte derzeit alle belegt, deswegen kamen die beiden Flüchtlingskinder in einer Einrichtung unter. „Sie können dort bleiben bis eine gute und dauerhafte Lösung gefunden wird“, sagt die Behördensprecherin.

Suche nach dauerhafter Lösung für die Kinder

Wie die aussehen kann, ist noch völlig offen. Der Allgemeine Sozialdienst bemüht sich, die familiäre Situation der Kinder zu klären. Erst danach kann entschieden werden, wie es mit ihnen weitergeht bis hin zur Frage, ob sie in Deutschland bleiben können. „Das Wohl der Kinder und das Aufwachsen in einem liebevollen, möglichst familiären Umfeld stehen bei allen Entscheidungen im Vordergrund“, beteuert Laux.

Auch im Fall des Täters hängt die weitere Verfahrensweise vom Ausgang der Ermittlungen ab. Staatsanwalt Felix Mezger kann daher im Moment nur ein mögliches Szenario beschreiben: Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind und der Tatverdacht ausreichend begründet ist, wird die Staatsanwaltschaft Anklage erheben. Das Gericht entscheidet dann über die Eröffnung der Hauptverhandlung.

Den Syrer erwartet Prozess in Deutschland

Da es sich hier mutmaßlich um ein Tötungsverbrechen handelt, kann davon ausgegangen werden, dass der Syrer in Deutschland seinen Prozess bekommt und hier auch den größten Teil seiner Strafe absitzt. Denn, so sagt Mezger: „Ausländer, gegen die ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren läuft oder gegen die Anklage erhoben worden ist, dürfen nur im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft abgeschoben werden.“ Bei Straftaten gegen das Leben werde die Zustimmung zur Abschiebung „grundsätzlich nicht erteilt“, so der Ermittler.

Muss ein ausländischer Täter ins Gefängnis, muss er die Strafe zumindest teilweise absitzen, bevor er abgeschoben werden kann. Die Behörden würden laut Staatsanwalt Mezger prüfen, „ob die weitere Vollstreckung zur Einwirkung auf den Täter oder zur Verteidigung der Rechtsordnung geboten ist“. Bei lebenslanger Freiheitsstrafe müsste auch ein Ausländer erst mindestens 15 Jahre in einem deutschen Gefängnis absitzen. Bei einer Abschiebung könne dann für den Fall der Rückkehr nach Deutschland schon vorsorglich ein Haftbefehl erlassen werden.

Von André Neumann

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