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Borna Nach dem großen Regen fällt im Landkreis Leipzig der Startschuss für die Ernte
Region Borna Nach dem großen Regen fällt im Landkreis Leipzig der Startschuss für die Ernte
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14:58 29.06.2017
Ein Mähdrescher überquert im Muldental die Straße. Während der Ernte wird es eng auf den Straßen. Quelle: Foto: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

„Ein Blick über die Felder zeigt, die Wintergerste färbt sich mit Macht sonnengelb. Im Muldental wird in wenigen Tagen die Getreideernte beginnen. Bevor sich der Verdruss von genervten Autofahrern, die hinter Mähdreschern mit Tempo 25 hinterherzuckeln, über den Landwirten ergießt, macht der Regionalbauernverband Muldental darauf aufmerksam, dass Sommerzeit auch Erntezeit ist. Es kann schon mal eng werden auf den Straßen im Landkreis.

Die Bauern treibt dagegen eine andere Sorge um: „Nach einem eher trockenen Frühjahr und vorsommerlicher Hitze in den letzten Tage rechnen die Landwirte mit verhaltenen Ergebnissen in Ertrag und Qualität,“ sagte Elke Zehrfeld vom Regionalbauernverband im Muldental. Auch in der Region Borna-Geithain sind vereinzelt bei der Wintergerste und dem Weizen – vor allem auf leichten Böden – Trockenschäden zu beobachten. Der Vorsitzende des Regionalverbandes, Gerhard Rößner, schätzt jedoch ein, „dass eine gute Ernte anstehen wird, sich die Bestände ganz ordentlich zeigen“. Die Erzeuger würden das Beste draus machen und seien zuversichtlich.“ Wir hegen natürlich die Hoffnung, dass auch die Qualitäten und vor allem die Preise stimmen werden“, so Rößner zuversichtlich.

Obwohl die Landwirte in den Startlöchern stehen, erfordern die jüngsten Niederschläge noch Geduld. Die Agrargenossenschaft Neukirchen hat schon mal „probiert“ und auf einer Kippenfläche mit leichtem Boden gedroschen. Jetzt werden die Ergebnisse der Proben abgewartet, um dann über den Ernteverlauf entscheiden zu können. Nach dem großen Regen und sobald die Böden abgetrocknet sind, wollen die Neukirchener die ersten 20 Hektar Getreide dreschen. Erfahrungsgemäß geben sie den Startschuss für die Ernte. Los geht es mit der Wintergerste, gefolgt von Winterweizen, Raps und Silomais. „Es wird sich wieder zeigen, ob die Wahl der richtigen Sorten zum Ernteerfolg verhelfen, das Maß der Nährstoffversorgung stimmte und der Pflanzenschutz optimal gegriffen hat. Natürlich unabhängig vom Faktor Wetter, den wir nicht beeinflussen können“, sagt Zehrfeld.

Knapp 105000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche werden in den kommenden Wochen im Landkreis zu beackern sein. Davon stehen auf 33000 Hektar Winterweizen und auf 14000 Hektar Wintergerste. Bei den Ölsaaten sind es rund 22 000 Hektar, dazu kommen noch sonstige Getreidearten wie Sommergerste, Roggen oder Hafer.

Wenn die Landwirte so richtig in Fahrt kommen, dann wirbeln sie nicht nur auf den Feldern Staub auf. Erfahrungsgemäß auch nicht nur tagsüber – in der Ernte gibt es keinen Feierabend. „Als Interessenvertreter der Landwirte“, so Zehrfeld, „bitten wir um Verständnis für Behinderung im Straßenverkehr, die im Zusammenhang mit Erntetransporten einhergehen.“ Anlass sei die Tatsache, dass nicht alle zur Verfügung stehenden Straßen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden können. Konkret spricht Zehrfeld die Umgehungsstraße B107 bei Grimma an, die relativ langsame Erntefahrzeuge nicht befahren dürfen. „Deshalb müssen Traktoren mit bis zu zwei voll beladenen Hängern beispielsweise durch die Innenstadt von Grimma rollen“,so die Fachfrau. Deshalb kämpfe der Vorstand des Regionalbauernverbandes „seit mehreren Jahren an jeder denkbaren Stelle in Behörden und Ämtern und auch bei den verschieden politischen Instanzen um eine Sondergenehmigung für Erntetransporte – bislang jedoch ohne Ergebnis.

Von Frank Schmidt

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