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Borna Nach der Flutung wird Leitung am Hainer See ausgegraben
Region Borna Nach der Flutung wird Leitung am Hainer See ausgegraben
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15:00 13.02.2019
Bei Kahnsdorf wird die zwanzig Jahre alte Leitung ausgebuddelt, mit der der Hainer und der Kahnsdorfer See gefüllt worden sind. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Kahnsdorf

Zwei Bagger auf Kettenfahrwerken wühlen sich westlich von Kahnsdorf in die schlammige Erde. Einer hebt mit breiter Schaufel einen Graben aus, der andere legt darin mit schmaler Schaufel ein Rohr frei. Mit den drei Zähnen an der Schaufel fährt er in das offene Ende und reißt das Rohr heraus. Zimperlich müssen die beiden Baggerfahrer Marko Wendler und Stephan Karisch von Bickhardt Bau dabei nicht sein: Die 20 Jahre alten Rohre werden nur noch entsorgt.

Bei Kahnsdorf wird auf diese Weise gerade ein Kapitel Nach-Bergbau-Geschichte im Südraum Leipzig beendet. 20 Jahre lang wurden die Bergbaufolgeseen mit Wasser aus aktiven Tagebauen geflutet. Den Beginn machte der Cospudener See, der ab März 1998 mit Wasser aus dem Tagebau Profen geflutet wurde.

Zwanzig Jahre lang wurden die Bergbaufolgeseen im Südraum Leipzig über eine 60 Kilometer lange Wasserleitung geflutet. Jetzt werden bei Kahnsdorf die ersten acht Kilometer ausgebuddelt.

Wasser aus dem Tagebau Schleenhain floss in den Hainer und den Kahnsdorfer See

Ein Jahr später wurde erstmals Wasser aus dem Tagebau Schleenhain in den Hainer und in den Kahnsdorfer See geleitet. Der Hainer See bekam ab März 2002 zusätzlich Wasser aus dem Tagebau Profen. Nach gut zehn Jahren hatten beide Seen nahezu ihre angestrebten Wasserstände erreicht. Im Februar 2010 wurde die Flutung des Hainer Sees eingestellt. Bis Ende 2018 erhielt der Hainer See aber noch Fremdwasser zur Stabilisierung der Beschaffenheit.

60 Kilometer lange Flutungsleitung hat ausgedient

Im Dezember 2018 endete der Vertrag zur Flutung der Bergbaufolgeseen zwischen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) und dem Bergbauunternehmen Mibrag. Die insgesamt 60 Kilometer lange Flutungsleitung hat ausgedient. Zurückgebaut wird vorläufig ein rund acht Kilometer langer Abschnitt der Leitung, mit der Wasser vom Tagebau Schleenhain in den Kahnsdorfer und den Hainer See geleitet wurde.

Die Flutungsleitung im Südraum Leipzig. Der blau gezeichnete Abschnitt am Hainer und Kahndsdorfer See wird derzeit zurückgebaut. Quelle: LMBV

Tiefbauer von Bickhardt Bau aus Thüringen übernehmen Arbeiten

Der Leitungsstrang auf der so genannten Innenkippe ist bereits zurückgebaut worden. Derzeit sind die Tiefbauer von Bickhardt Bau aus Thüringen zwischen der Pleiße und dem Kahnsdorfer See und bis heran an die Lagune unterwegs. Die Rohre liegen teilweise oberflächennah, meistens aber bis zu 2,50 Meter tief im Boden, sagt Bauleiter Matthias Panser. Sie bestehen entweder aus Gussmetall mit einer Auskleidung aus Schleuderbeton oder es sind Rohre aus Glasfaser verstärktem Kunststoff. Entsorgt werden sie in jedem Fall.

Etwas komplizierter wird die Sache in der Ortslage Kahnsdorf. In der Straße An der Lagune ist ein Abschnitt der Leitung in den zurückliegenden Jahren nämlich überbaut worden. Ihren Verlauf zeigen grüne Markierungen an. Auf der Ortsseite der Straße führen die Zufahrten der jüngsten Häuser darüber.

Im Kahnsdorfer See bleibt die Leitung unangetastet

Hier bleibt die Leitung in der Erde und wird auf immer und ewig mit Beton verfüllt. Dazu werden alle 50 Meter Löcher gegraben, von wo aus der Beton in die aufgeschnitten Rohre fließt. Nach 570 Metern im bebauten Gelände unterquert die Leitung die Straße und führt durch die Lagune hindurch hinüber zur so genannten Innenkippe, wo sie schon ausgebaut ist. Im See bleibt die Leitung unangetastet.

Das Verfüllen der Rohre in der Straße An der Lagune, kündigt Panser an, erfolgt in den beiden Ferienwochen. Der betroffene Abschnitt müsse dazu voll gesperrt werden.

Wasser in der Leitung muss herausgepumpt werden

Bis dahin graben die Bauleute noch ein Rohr nach dem anderen westlich von Kahnsdorf aus, verfüllen die Gräben und tragen den Oberboden wieder auf. Bevor sie hier loslegen konnten, musste der Wasserdienstleister Oewa noch einmal ran. Das Unternehmen hatte die Leitung in den letzten 20 Jahren für die LMBV betrieben. In einigen tiefen Stellen stand noch Wasser in der Leitung, das erst herausgepumpt werden musste. Das sollte nicht einfach in die Baugruben fließen.

Bis Ende März hat Bickhardt Bau in und um Kahnsdorf noch zu tun. Dann wird hier nichts mehr an die Flutungsleitung erinnern. Außer der Seen selbst natürlich. In die flossen durch die 60 Zentimeter dicken Rohre in den vergangenen Jahren nach Angaben von LMBV-Sprecherin Maria Lange 34 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Tagebau Profen und mehr als 42 Millionen Kubikmeter aus Schleenhain.

Von André Neumann

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