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Borna Nachbarschaftshelfer und Alltagsbegleiter unterstützen Senioren im Landkreis Leipzig
Region Borna Nachbarschaftshelfer und Alltagsbegleiter unterstützen Senioren im Landkreis Leipzig
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00:19 07.08.2017
Der Bedarf an Nachbarschaftshelfern steigt auch im Landkreis Leipzig. Quelle: Dpa
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Borna/Grimma

Sie helfen im Haushalt oder erledigen Einkäufe. Oder sie begleiten ältere Menschen aufs Amt: Alltagsbegleiter, die für Senioren da sind, die zwar keinen Pflegegrad haben, aber nicht mehr allzu gut zurechtkommen. Möglich wird ihr Einsatz im Landkreis Leipzig wie in ganz Sachsen im Rahmen eines Projekts, das seit Jahresbeginn läuft, sagt Nils Neu, seines Zeichens Pflegekoordinator im Landratsamt. Bei ihm laufen die Fäden für die Alltagsbegleiter ebenso zusammen wie für Nachbarschaftshelfer, die sich um Pflegebedürftige kümmern. Der Bedarf dafür steigt.

Das macht ein Blick auf die Zahlen im Landkreis Leipzig deutlich, wie Pflegekoordinator Neu sagt. Immerhin gab es im Jahr 2015, aus dem die aktuellsten Zahlen stammen, etwa 10 000 ältere Menschen mit Pflegebedarf. Das sind 1000 mehr als im Jahr 2011. „Das ist der demografische Wandel“, so Neu, auf den das sächsische Sozialministerium mit dem Projekt „Alltagsbegleiter“ reagiert hat. Es ermöglicht Ehrenamtlichen die Betreuung eines Senioren, der noch ohne Pflegedienst zurechtkommt, wofür es einen monatlichen Obolus von 80 Euro für 32 Stunden Betreuungszeit gibt. Voraussetzung dafür: Der Alltagspfleger und der zu betreuende Senioren leben nicht zusammen und sind nicht verwandt. Zudem werden sie von Koordinator Neu nach ihrer Motivation befragt. Derzeit gibt es im Landkreis Leipzig 27 Alltagspfleger, maximal 30 könnten in den Genuss der Förderung innerhalb des Projekts kommen.

Das läuft zunächst bis zum Jahresende, wobei der Pflegekoordinator davon ausgeht, dass es auch im nächsten Jahr fortgesetzt wird. Der Bedarf daran dürfte jedenfalls ebenso wenig abflauen wie an den so genannten Nachbarschaftshelfern – Leuten, die sich Senioren widmen, die bereits eine Pflegegrad haben und von einem Pflegedienst betreut werden. Im Landkreis Leipzig sind das 3000 Menschen. Auch hier gehe es darum, den Betroffenen, in der Regel Senioren, so lange wie möglich den Verbleib in den vertrauten eigenen vier Wänden so lange wie es geht zu ermöglichen, so Neu weiter.

Bei den Nachbarschaftshelfern handelt es sich oftmals um eine Person, die Leute aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft betreut. Sie erhalten für ihre Dienste maximale zehn Euro pro Stunde, wobei ihr ehrenamtlicher Einsatz mit bis zu 125 Euro im Monat vergütet werden kann. Das Geld, so Pflegekoordinator Neu weiter, erhalten die betreuten Senioren am Ende von ihrer Pflegekasse.

Gegenwärtig sind im Landkreis 100 Nachbarschaftshelfer aktiv. Die Vermittlung übernimmt im Zweifel der Pflegekoordinator. Zuvor allerdings müssen potenzielle Nachbarschaftshelfer einen Kurs von viermal 90 Minuten belegen, sagt Fachmann Neu.

Weitere Informationen unter www.landkreisleipzig.de/pflegenetzwerk oder Telefon 03433/241 21 37

Von Nikos Natsidis

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