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Nachfrage nach Kühlschränken und Radios größer als das Angebot

Nachfrage nach Kühlschränken und Radios größer als das Angebot

Das Sozialkaufhaus in Gnandorf, das die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig betreibt, wird seit seiner Eröffnung im Februar 2013 rege besucht. Innerhalb der vergangenen Monate wurden mehr als 1000 Spenden abgegeben und mehr als 450 Möbel und Elektrogeräte verkauft.

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Die Leiterin des Sozialkaufhauses Melanie Ebermann mit den Mitarbeiterinnen Nadine Lehmann und Gabriele Neuhaus (von links).

Quelle: Julia Tonne

Borna. Doch genau letztere sind derzeit rar in den Räumen in der Raupenhainer Straße. Die Nachfrage nach Kühlschränken, Waschmaschinen und Radios ist deutlich größer als das Angebot. "Elektrogeräte brauchen wir noch viel mehr", macht Wolfgang Osterkamp, Geschäftsführer des Vereins, deutlich. Und Melanie Ebermann, seit Juni Leiterin des Kaufhauses, ergänzt: "Das sind die Dinge, die jeder braucht, die aber ziemlich teuer sind."

Auf mittlerweile drei Etagen bietet die Initiative Schrankwände, Schlafzimmer, Betten, Sofas, Küchen, Ess-Ecken und Kinderzimmermöbel an. Zunächst hatte die Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS) mbH der Initiative zwei Etagen mietfrei zur Verfügung gestellt. Seit einigen Wochen nun können sich Kunden auf drei Etagen umsehen. "Wir brauchten den Platz, daher sind wir sehr dankbar, dass wir ihn noch bekommen haben", sagt Osterkamp. Denn auch Haushaltswaren wie Töpfe und Geschirr sowie Textilien mussten untergebracht werden.

Die Möbel erhält der Verein über Wohnungsauflösungen, aber auch Einzelspenden, wenn sich jemand neue Geräte oder Möbel kauft. "Wir fahren hin, kucken uns alles an und nehmen es mit", erklärt der Geschäftsführer. Dinge, die letztlich nicht mehr zum Verkauf angeboten werden können, weil sie zu sehr abgenutzt sind, holen die Mitarbeiter der Initiative gleich mit ab und entsorgen sie.

In der Raupenhainer Straße werden anschließend die Spenden, wenn notwendig, repariert, ausgebessert und aufgebaut. Doch lange bleiben Anbauwände, Tische und Kleiderschränke nicht stehen, manche Möbel werden noch am gleichen Tag wieder verkauft und kurze Zeit später ausgeliefert. Die Preise legen Ebermann und ihre Kollegen je nach Zustand und Aussehen fest. Pro Woche sind etwa fünf Kunden im Kaufhaus. Bei Käufen von Gegenständen, die unter zehn Euro kosten, ist kein Nachweis über die Hilfebedürftigkeit erforderlich. Stücke, die mehr als zehn Euro kosten, werden auf Karteikarten erfasst, zudem bestätigen die Käufer, dass sie unter Sozialgesetzbuch II, III oder XII fallen.

Von den Erlösen aus dem Möbelverkauf finanziert die Initiative unter anderem die Unterhaltungskosten für das Kaufhaus wie Strom. Auch die zwei Autos, die für den Transport der Möbel genutzt werden, können dadurch bezahlt werden. Zudem fließt ein Teil der Erlöse in Projekte, die der Verein kostenlos anbietet, etwa in die Beratungstätigkeit.

Auch der zusammen mit dem Sozialkaufhaus eröffnete Bürgertreff in Gnandorf hat sich etabliert. Viele Stadtteilbewohner kommen hierher, um Mittag zu essen oder Beratungen in Anspruch zu nehmen. Beliebt ist auch der wöchentliche Brötchen- und Brotverkauf. Die Backwaren werden auf vorherige Bestellung von den Insassen des Regiser Jugendgefängnisses gebacken und immer freitags ausgeliefert. Zur Auswahl stehen jede Woche drei Brotsorten, verschiedene Brötchensorten und Kuchen.

Geöffnet ist das Sozialkaufhaus montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 14 Uhr in der Raupenhainer Straße 98.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2014
Julia Tonne

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