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Borna Nachhaltiger Schutz vor Grundwasser
Region Borna Nachhaltiger Schutz vor Grundwasser
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17:41 19.05.2015
Das Kulturhaus Böhlen ist einer Gefährdungsprognose zufolge durch ansteigendes Grundwasser bedroht. Der Südflügel (der rechte Teil des Gebäudes) ist komplett unterkellert und wird nun mit einer weißen Wanne gegen eindringendes Nass geschützt. Quelle: Jakob Richter

Rund 1,8 Millionen Euro investiert der Bergbausanierer in die "größte Paragraf 3-Maßnahme an einem Einzelgebäude."

Michael Leppert brachte es nach der jüngsten Stadtratssitzung auf den Punkt. "Die Arbeiten sind anspruchsvoll. So etwas gibt es nicht alle Tage", erklärte der Projektleiter vom Ingenieurbüro Erzprojekt Melior GmbH Leipzig auf Anfrage.

Die Besonderheit des Vorhabens ergibt sich bereits aus den räumlichen Dimensionen. Der komplette Keller des Südflügels - 400 Quadratmeter groß - wird gesichert. Anlass ist eine konkrete Gefährdungsanalyse wegen aufsteigenden Grundwassers. Die Prognose geht davon aus, dass im Keller mit eindringendem Wasser zu rechnen ist, was laut Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung vermieden werden soll.

Die Kellerräume bleiben im Grunde wie sie sind. Dazu gehört ein Probenraum mit Schallschutz. Was nicht mehr benötigt wird, verschwindet, zum Beispiel alte Sanitärräume. "Der Raumbedarf für den Keller ist da", betonte Böhlens Bürgermeisterin Maria Gangloff (Die Linke). In Anbetracht des Aufwandes sei sie "glücklich, dass das Kulturhaus nur in einem Teil unterkellert ist", merkte sie an. Das Haus sei eines von sechs Beispielen, wo nachweislich Gefahr besteht. Sonst würde die LMBV nicht so viel Geld in die Hand nehmen.

Der Aufwand ist in der Tat enorm. Frank Bieräugel aus der Planungsabteilung der LMBV sagte, dass es sich um die größte Paragraf 3-Maßnahme an einem Einzelgebäude handele. Momentan läuft die Ausschreibung.

Für den Einbau der weißen Wanne müssen vor allem statische Herausforderungen genommen werden. Ein Teilabbruch tragender Wände ist notwendig, um Stahlträger einzubringen. Ende des Jahres soll der Keller wasserdicht umschlossen sein - "wenn alles läuft", sagte Leppert. Mit der Wiederherrichtung der Außenanlage werde das Projekt fertiggestellt.

Die Wasserhaltung wird über drei Filterbrunnen und eine Versickerungsfläche funktionieren. Wegen des hohen Eisengehalts dürfe das Wasser nicht in die Pleiße geleitet werden. "Einen Rostfleck auf der schönen Wiese" werde es nicht geben, erklärte der Fachmann. Das Wasser versickere nicht oberflächlich. Eine entsprechende Fläche für eine Kiesschicht wurde bereits ausgehoben.Die Arbeiten im hinteren Teil sind weit gediehen. Der Tiefkeller wurde bereits verfüllt, hieß es.

Der Projektleiter entschuldigte sich für einen Fehlalarm in der Vorwoche, als bei vorbereitenden Arbeiten ein Rauchmelder anschlug. Das Haus biete noch "mehrere Mysterien", sagte er. Ungenügende Unterlagen gehörten dazu. Zum Glück brannte es nicht im Haus, so dass die Einsatzkräfte der Feuerwehren, die verständlicherweise in "vollem Ballett" ausgerückt waren, relativ schnell wieder ihrer Arbeit nachgehen konnten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.03.2013

Graetz, Saskia

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