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Nachrichten wecken dunkle Erinnerungen an den Krieg

Nachrichten wecken dunkle Erinnerungen an den Krieg

Heinz Kolloch in Regis-Breitingen kann an seinem heutigen Geburtstag auf 101 Lebensjahre zurückblicken. Dass er einmal so alt werden würde, hätte er sich nie träumen lassen, sagt der Senior, der noch ziemlich selbstständig in seiner eigenen Wohnung lebt.

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Heinz Kolloch wird heute 101 Jahre alt. Er geht selbst einkaufen, schaut Fernsehen, hört Radio und liest.

Quelle: René Beuckert

Regis-Breitingen. Er hatte ein bewegtes Leben und durch den 2. Weltkrieg als Soldat viel Leid erfahren müssen. Damals habe es ihn nach Frankreich, Griechenland und Russland verschlagen. Zwei Jahre musste Heinz Kolloch die Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien überstehen, bis er nach Deutschland zurückkehrte. Im August 1949 heiratete er, worüber er noch heute gern erzählt: "Obwohl es zu jener Zeit wenig gab und wir eine große Familie waren, haben wir standesgemäß geheiratet und konnten unsere Gäste ordentlich bewirten. Da war Organisationstalent gefragt", erinnert sich Heinz Kolloch. Der Wein, mit dem die Gäste bewirtet wurden, war selbst gemacht. Das sei zu dieser Zeit so üblich gewesen. Doch auch Obstwein aus der Altenburger Kelterei wurde kredenzt. "Um für die abgelieferten Früchte Obstwein zu bekommen, mussten wir Zucker abliefern", erinnert sich der betagte Mann. Auch mit einem kleinen Fass Bier und Fleischgerichten auf der Hochzeitstafel konnte er aufwarten, da der Schwager eine Biberzucht betrieb.

Seine Lehre als kaufmännischer Angestellter begann Heinz Kolloch im Witznitzer Werk. Später arbeitete er in der Lobstädter Gemeinde, bis er schließlich in Borna in der Hauptverwaltung der deutschen Erdöl AG eine Beschäftigung fand. Zu DDR Zeiten arbeitete er bis zu seiner Rente im Regiser Werk.

Doch das Leben des nun 101-Jährigen ist nicht nur durch Arbeit geprägt. "Ich bin ein Gartenliebhaber und habe 50 Jahre lang einen bewirtschaftet." Anfänglich diente die eigene Scholle als Nahrungslieferant. Erst Jahre später wurde aus dem Garten eine Liebhaberei, bei der Heinz Kolloch mit der Familie Erholung fand.

Heinz Kollochs Frau starb 1990. Seitdem lebt er allein und versorgt sich teilweise noch immer selbst. "Ich gehe heute noch in die Kaufhalle einkaufen", betont er. Mitarbeiter der Deutzener Sozialstation der Caritas schauen einmal am Tag vorbei, und auch der Sohn und dessen Familie kümmern sich um ihn, hebt er die Betreuung lobend hervor. Er hört Radio, schaut Fernsehen und liest auch noch die Leipziger Volkszeitung", berichtet der Senior und macht sich Gedanken über die aktuellen Nachrichten. Wenn es um den Krieg in der Ukraine geht, werden bei Heinz Kolloch schlechte Erinnerungen wach, denn viele Orte kennt er aus eigenem Erleben als Soldat. Mahnend sagt der 101-Jährige: "Es ist doch schrecklich, dass dort wieder ein Krieg geführt wird, haben denn die Menschen nichts dazugelernt?"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2014
Beuckert, René

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