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Borna Nachteile für Industriestandort? S 5 hält künftig nicht mehr in Böhlen Werke
Region Borna Nachteile für Industriestandort? S 5 hält künftig nicht mehr in Böhlen Werke
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00:20 12.11.2017
Mit dem Fahrplanwechsel wird ab dem 10. Dezember nur noch eine von derzeit zwei S-Bahn-Linien den Haltepunkt Böhlen Werke bedienen. Quelle: André Neumann
Böhlen

Eine Abkopplung des Industriegebietes Böhlen-Lippendorf für Pendler aus dem Südraum Altenburg/Zwickau vom S-Bahn-Netz befürchtet der Böhlener SPD-Stadtratsabgeordnete David Laux. Grund: Mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird die S-Bahn-Line S 5 (Zwickau – Altenburg – Leipzig – Halle) am Haltepunkt Böhlen Werke nicht mehr stoppen. „In den vergangenen Jahren wurde das Industriegebiet stets auch für Pendler aus dieser Region erschlossen. Statt einer Stärkung der ländlichen Region wird es zu einer weiteren Schwächung der Region und des Industriestandorts führen“ sagt Laux, der seine Kritik unter anderem an den Landrat und die Deutsche Bahn gerichtet hat.

S 5 hält nicht mehr in Böhlen Werke

Oliver Mietzsch, Geschäftsführer des Nahverkehrszweckverbandes ZVNL bestätigt zwar, dass die Züge der S 5 demnächst nicht in Böhlen Werke halten werden. Er betrachtet aber Pendler aus Richtung Altenburg nicht als abgeschnitten, da die künftige Linie S 6 (Geithain – Borna – Leipzig) nach wie vor den Haltepunkt im Industriegebiet bedient. „Die Verkehrsstation Böhlen Werke wird weiterhin im 30-Minuten-Takt bedient“, sagt Mietzsch auf LVZ-Anfrage.

Wie bisher werden die Bahnen hier nur bei Bedarf halten, wenn Fahrgäste ein- und aussteigen wollen. Fahrgäste aus Richtung Altenburg, die zum Haltepunkt Böhlen Werke wollen, könnten, so Mietzsch, in Neukieritzsch aus der S 5 in die S 6 umsteigen, wodurch sich die Fahrzeit maximal um zehn Minuten verlängere.

Grund für das Auslassen der Station durch die Züge der S5 seien laut Mietzsch die Baumaßnahmen der Deutschen Bahn zwischen Neukieritzsch und Altenburg. Nach deren Abschluss würden dann auch die Züge aus dieser Richtung wieder dort halten. Das werde allerdings voraussichtlich erst 2025 der Fall sein.

Anhand der Fahrgastzahlen verweist der ZVNL-Geschäftsführer zudem darauf, dass rund drei Viertel der Fahrgäste, die Böhlen Werke ein- oder aussteigen, von den Veränderungen nicht betroffen seien. Nach Zählungen des ZVNL nutzen sechs bis acht Pendler auf der Linie S5 den Haltepunkt, auf der S 3 (demnächst S 6) seien es elf bis 15.

Haltepunkt ohne große Bedeutung

Dass die Bedeutung des Haltepunktes nicht mehr sehr groß ist, wird auch seitens der ansässigen Unternehmen bestätigt. Dow-Sprecherin Astrid Molder schätzt, „dass der Haltepunkt Böhlen-Werke für die Dow-Mitarbeiter nicht mehr von großer Bedeutung ist, da die Kern-Arbeitsplätze sich in weiter Entfernung von der Haltestation der Bahn befinden würden. Der überwiegende Teil der Beschäftigten „nutzt den Pkw oder kommt bei passender Witterung mit dem Rad zur Arbeit. Auch diverse Busanbindungen werden von Mitarbeitern genutzt“, so Molder. Auch Christian Rosin, Leiter des Leag-Kraftwerkes, glaubt nicht, dass viele seiner Mitarbeiter den Haltepunkt nutzen. Besuchergruppen allerdings kämen nach wie vor oft mit der Bahn.

Linie zwischen Geithain und Leipzig heißt künftig S 6 statt S 3

Die S-Bahn-Linie zwischen Geithain und Leipzig heißt mit dem Fahrplanwechsel nicht mehr S 3, sondern S 6. Sie soll Leipzig mit dem südlichen Raum verbinden, informiert die S-Bahn Mitteldeutschland auf ihrer Internetseite. Pendler und Ausflügler würden gleichermaßen profitieren. Von der Leipziger Messe aus startet ab 10. Dezember die neue Linie S 6 in Richtung Süden. Sie durchquert den City-Tunnel, bedient unter anderem die Haltepunkte in Markkleeberg, Böhlen und Borna und kommt schließlich in Geithain an.

Die Strecke würde vor allem von Pendlern genutzt, die in der Großstadt arbeiten und im Grünen wohnen. Zudem trage die S 6 dazu bei, den Nahverkehr optimal mit dem Fernverkehr in Leipzig zu verknüpfen. Durch die guten Anschlüsse zu den MDV-PlusBussen könnten Fahrgäste an vielen Haltstellen direkt umsteigen und auch Ausflüge zum Beispiel ins Neuseenland unternehmen.

www.s-bahn-mitteldeutschland.de

Von André Neumann

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