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Borna Nadelöhr an der Gartenstraße verschwindet
Region Borna Nadelöhr an der Gartenstraße verschwindet
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00:25 16.09.2018
Bis zu vier Meter tief wird die neue Abwasserleitung in der Gartenstraße in Lobstädt verlegt. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Lobstädt

Die Gartenstraße in Lobstädt ist verkehrstechnisch eher unbedeutend. Sie ist schmal, gefahren werden darf in der verkehrsberuhigten Zone nur in Schrittgeschwindigkeit. Ortskundige nutzen die Einbahnstraße als Abkürzung. Ganz anders sieht das unter dem Asphalt aus. Im Lobstädter Abwassersystem ist die Gartenstraße schon jetzt eine Hauptverkehrsader, und die wird nun auch noch ausgebaut.

Pumpstation fällt künftig weg

Durch eine Mischwasserleitung in der Gartenstraße fließen seit den Neunzigerjahren die Abwässer aus dem Wohngebiet Bergisdorfer Straße und aus Teilen der Altenburger Straße zum Hauptsammler in der Altwitznitzer Straße. Nun muss der Abwasserzweckverband (AZV) Espenhain auch in Lobstädt seine Abwasserbeseitigungskonzeption umsetzen. Dazu müssen die Eigenheime in der Altenburger Straße, wo bis jetzt noch Kleinkläranlagen betrieben werden, an das zentrale Abwassernetz angeschlossen werden. Was zur Folge hat, dass die Abwassermenge, die über eine Pumpstation am Buswendeplatz vor der Schule in das Rohr unter der Gartenstraße gepumpt wird, noch mal ansteigt.

„Die Pumpstation ist ein Nadelöhr“, sagt Kerstin Kaden, technische Abteilungsleiterin beim AZV. Bei Starkregen komme es schon jetzt zu Überlastungen. Deswegen habe sich der AZV entschieden, vor dem Bau in der Altenburger Straße erst den Kanal in der Gartenstraße zu erneuern. Und zwar so, dass auf die Pumpstation verzichtet werden kann. Damit die Abwässer aus der Bergisdorfer und später aus der Altenburger Straße im freien Gefälle durch die Gartenstraße fließen können, muss die neue Leitung von immerhin einem halben Meter Durchmesser sehr tief verlegt werden. „Bis zu vier Meter“, sagt Kerstin Kaden.

Gemeinde erneuert Straßen-Oberbau

Weil die Straße so tief aufgerissen wird, hat die Gemeinde Neukieritzsch sich auf Bitten des AZV kurzfristig entschlossen, gleich noch den Oberbau der Straße zu erneuern. Der Gemeinderat stimmte kürzlich der bisher nicht für dieses Jahr geplanten Baumaßnahme zu, die Neukieritzsch rund 250 000 Euro außer der Reihe kosten wird. Dafür muss der finale Ausbau der Straße an der Adria warten. Ein weiterer Teil der Summe kommt von geplanten Mitteln für die Umgestaltung der Verkehrsfläche am Rittergut Kahnsdorf, die in diesem Jahr nicht komplett benötigt werden. Außerdem soll eine pauschale Zuwendung des Freistaates von 70 000 Euro für die Kommunen in das Lobstädter Projekt fließen.

Ausbau soll dieses Jahr fertig werden

Laut Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) bleibe die Gartenstraße eine so genannte Mischverkehrsfläche ohne separate Fußwege und mit Parkflächen. An der Sporthalle sollen sogar noch einige dazu kommen. Fertig werden soll der gesamte grundhafte Ausbau noch in diesem Jahr, kündigt er an.

Der Transport der Abwässer aus der Altenburger Straße über die Gartenstraße und die Altwitznitzer Straße zur Pumpstation in der Margarethengasse und schließlich über Großzössen zum Klärwerk in Espenhain ist für den AZV übrigens nur die zweitbeste Lösung. Favorisiert sei laut Kerstin Kaden eine separate Gruppenkläranlage mit Ablauf des gereinigten Wassers in die Pleiße gewesen. Allerdings: Dem Abwasserzweckverband ist es nicht gelungen, das dafür benötigte Baugrundstück zu bekommen. Der Anschluss der Altenburger Straße wird voraussichtlich im nächsten Jahr erfolgen.

Von André Neumann

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