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Borna Närrischer Ausnahmezustand in Kitzen
Region Borna Närrischer Ausnahmezustand in Kitzen
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11:43 31.01.2016
Haut, Lack und Leder... Quelle: Julia Tonne
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Pegau/Werben/Kitzen

Ausnahmezustand im Pegauer Ortsteil Werben: Am Freitagabend herrscht auf den Straßen dichtes Gedränge, freie Parkplätze sind Mangelware, laute Musik hallt durch den sonst so ruhigen Ortsteil. Grund dafür ist der Jugendfasching des Karnevals Club Kitzen. Und der hat es wirklich in sich: Im Gasthof drängen sich rund 250 Cleopatras, Ärzte, Pinguine, Polizisten, Teddybären, Hippies, Gladiatoren, Teufel und Fußballer und feiern, was das Zeug hält.

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Ausnahmezustand im Pegauer Ortsteil Werben: Im Gasthof hat der Karnevals Club Kitzen aufgefahren. Es blieb kein Auge trocken.

Uwe Bartsch, Vorsitzender des Vereins, ist jedes Jahr wieder erneut begeistert, dass jeder verkleidet erscheint, „denn einen Kostümzwang gibt es nicht“. In Werben trauen sich junge Männer ins plüschige Eselskostüm und die Mädels in Outfits, die mehr als sexy sind. Da hören die Röcke der „braven“ Schulmädchen ganz weit über dem Knie auf. Rufe nach „ausziehen, ausziehen“ hallen durch den Saal und werden mit einem kecken Lächeln quittiert.

„Der Jugendfasching Kitzen ist im Umkreis einfach der beste Fasching“, sagt Wiebke, die auch noch mit 29 Jahren hier aufläuft. Und Maik, „gerade 19 geworden“ (aha...), kommt schon seit zehn Jahren, um „Tanz und Halligalli“ zu erleben. Denn auf lange Büttenreden können die jungen Leute gut und gerne verzichten, die Programmpunkte, die die befreundeten Vereine mitbringen, sind kurz gehalten und treffen den Nerv der Besucher. Gastvereine kommen jedes Jahr unter anderem aus Hartmannsdorf, Zitzschen und Groitzsch.

Unter den Feierwütigen sind wie jedes Jahr Isabel Birkmann, Robin Behne und Philipp Sobbota. „Die Stimmung hier ist immer der Hammer“, weiß Behne. Jeder kenne jeden durch das gemeinsame Hobby in den Karnevalsvereinen, der Fasching in Pegau sei ein willkommener Anlass, um alle gleichzeitig wieder zu sehen. Und selbstverständlich mache man sich auch immer aufs Neue Gedanken über das Kostüm. Birkmann greift schon mal selbst zu Nadel, Stoff und Faden, die anderen bedienen sich im kellereigenen Fundus. „Und der ist groß, da ist für die nächsten Jahre noch was dabei“, erklärt Sobbota lachend.

Bei dem diesjährigen Programm blieb kein Auge trocken. Der Tanzclub Rot-Weiß Pegau brachte „Mimi“ auf die Bühne, die ja bekanntermaßen ohne Krimi nie ins Bett geht und sich von daher über schlechte Träume nicht wundern muss. Da taucht Miss Marple genauso auf wie die Monster aus Michael Jacksons „Thriller“ und eine Spezialeinheit, die nicht zimperlich mit Übeltätern umgeht. Andere Vereine schicken Männer ins Rennen – lediglich mit sehr kurzen Regenmänteln und Kleidern, die eher an Netzstrumpfhosen erinnern.

Laut Bartsch gingen für den Abend 220 Karten raus – ausverkauft. Allerdings war die Nachfrage nach den Tickets dreimal so groß. Doch die Jugendlichen wissen, wie sie sich frühzeitig die Karten sichern: sie haben am Freitag schon die für nächstes Jahr gekauft. „Die Fete hier ist unschlagbar, cooles Programm, coole Leute, die wissen, wie man so richtig feiert“, macht Anne Hajek deutlich, während sie sich nach den Tickets für 2017 anstellt.

Von Julia Tonne

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