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Borna Nahverkehr: Kitzener fühlen sich abgehängt
Region Borna Nahverkehr: Kitzener fühlen sich abgehängt
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12:48 10.07.2018
Die Kitzener sind nicht zufrieden mit der Busanbindung ihrer Dörfer. Quelle: Jens Paul Taubert
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Pegau/Kitzen

Das schönste Landleben bringt nichts, wenn es keine gescheite Verbindung in die Stadt gibt. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wurde – trotz aller Autofahrer – als wesentliches Problem für die Bewohner von Kitzen und den umliegenden Pegauer Ortsteilen bei der jüngsten Bürgerversammlung deutlich. Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) verwies auf das Projekt „Südliches Leipziger Neuseenland“, das auf die Verbesserung das ÖPNV-Angebots und damit eine stärkere Nutzung abzielt.

Keine gute Verbindung nach Pegau

„Wir fühlen uns etwas vergessen“, meinte Antje Müller (Siedlerverein Kitzen-Rodeland). „Die Verbindung nach Pegau ist nicht besser geworden“, erinnerte die stellvertretende Ortsvorsteherin an eine Forderung vor der Eingemeindung der bis Ende 2011 eigenständigen Gemeinde Kitzen. „Kinder sowie Rentner ohne Auto sind aufgeschmissen. Wir müssen uns kümmern und an die Planungsstelle herantreten.“

Zwei-Stunden-Takt für Buslinien geplant

Das war doch vor allem bei der Bürgerbeteiligung zum neuen Landkreis-Bus-Konzept bis Ende Januar möglich, reagierte Rösel darauf. Die Stadt hatte dazu eine Stellungnahme abgegeben. Der Bürgermeister sagte, dass die Buslinie 120 Zwenkau–Kitzen–Knautkleeberg künftig wochentäglich aller zwei Stunden fahren soll. Das gelte auch für die Linie 121 Kitzen–Pegau, die zudem ständig die Bahnstation als speziellen Verknüpfungspunkt anfahren sowie bis Elstertrebnitz verlängert werden soll.

Laut Müller ist aber für die Kitzener der (Bus-)Weg zur Bahnhaltestelle Großdalzig günstiger. Allerdings sei dort die Wartezeit aufs jeweils andere Verkehrsmittel zu lang. Wer nach Leipzig wolle, sei noch besser dran mit der Verbindung zur Straßenbahn in Knautkleeberg – „obwohl wir die Bahn ja fast vor der Nase haben“.

Früherer Versuch mit Zusatzbus erfolglos

Stadt- und Ortschaftsrat Peter Kretschmer (CDU) warf ein, dass ein Zwei-Stunden-Takt nicht ausreiche, wenn Schüler eine Stunde Ausfall haben. Eine Einwohnerin fügte hinzu, dass derzeit der letzte Bus von Pegau nach Kitzen 15.40 Uhr fahre. „Aber der Hort ist ja bis 16.30 Uhr geöffnet. Da können Eltern wohl nur Teilzeit arbeiten gehen.“ Sie habe deshalb schon mehrfach im Pegauer Rathaus vorgesprochen. „Wir haben dieses Problem doch 2012 schon mal aufgegriffen“, entgegnete der Bürgermeister. „Damals hatten wir einen Bus zur Abfahrt dienstags, 17.40 Uhr, bestellt. Doch da ist ein halbes Jahr lang keiner mitgefahren.“ Vor sechs Jahren sei auch noch eine andere Zeit gewesen, hieß es daraufhin aus dem Publikum. Was vor allem auf den Zuzug junger Familien in die Region abzielte.

Pegau bietet erneut Badebus an

Stadtrat Carsten Iwan (Siedlerverein Kitzen-Rodeland) wies auf den Shuttle hin, den die Stadt Pegau für Fahrten ins sanierte Freibad organisiert. „Es wäre schön, wenn er in diesem Jahr genutzt wird.“ Den Kleinbus für neun Personen, ergänzte Rösel, habe Pegau schon zwei Jahre in den Sommerferien zur Verfügung gestellt. Obwohl Kinder kostenfrei mitfahren dürfen, sei er im Vorjahr leer geblieben. Er könne auch unabhängig von einem Badbesuch genutzt werden.

Konzept soll nach Kreistagsbeschluss zügig umgesetzt werden

Wann denn das neue Bus-Konzept „Südliches Leipziger Neuseenland“ umgesetzt wird, wollte ein Kitzener wissen. „Über das Projekt muss zunächst der Kreistag entscheiden“, so der Bürgermeister. Das sei für den Herbst angedacht. „Danach soll es zügig umgesetzt werden.“ Termine könne er nicht nennen. Die Stadtverwaltung bleibe dran und halte auch verstärkt Kontakt zum Zweckverband Nahverkehr Leipzig, weil eine Verschiebung des Haltepunkts (Bahnhof) zum Bahnübergang erforderlich werde. Alle Wünsche werde aber auch das Bus-Projekt nicht erfüllen können.

Von Olaf Krenz

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