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Borna Narren in Kitzscher feiern Jubiläum
Region Borna Narren in Kitzscher feiern Jubiläum
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09:48 03.11.2018
Stift, Papier und Grimms Hausmärchen: Kitzschers Karnevalspräsident Ralf Kösser schreibt am Weihnachtsmärchen. Quelle: André Neumann
Kitzscher

In Kitzscher gilt es wieder einmal, mit dem Karnevalverein Kitzscher (KVK) ein Jubiläum zu feiern. Der geht in seine 55. Session. Damit ist das letzte Jubelfest zwar gerade mal fünf Jahre her. Aber, begründet KVK-Präsident Ralf Kösser den Anlass, „die magische Elf“ spiele nun einmal für Karnevalisten eine besondere Rolle.

Blick in die Vereinsgeschichte

Deswegen beginnt das Faschingstreiben in diesem Jahr am 11. November nicht nur mit dem alljährlichen Rathaussturm. Wenn die Narren den Schlüssel haben, bleiben sie diesmal nach den ersten Pfannkuchen und dem Sekt mit Volk und Bürgermeister gleich da und beziehen den Rathaussaal. Dort beginnt 14 Uhr für geladene Gäste eine „kleine Gala“, wie der Präsident sagt. Nach Empfang mit Blümchen und Sekt und dem Auftritt der Garden soll mit Bildern, Filmen und vielen persönlichen Erinnerungen in die Vergangenheit des Vereins geschaut werden.

Gründungsmitglieder können viel erzählen

Kösser, der mit 76 Jahren zu den ältesten aktiven Karnevalisten in Kitzscher zählt, hofft, dazu drei noch lebende Gründungsmitglieder des KVK begrüßen zu können. Kurt Desch und Eberhard Friedrich aus Kitzscher sowie Kurt Andersch aus Espenhain sind zwar nicht mehr dabei, können aber gewiss noch einiges erzählen von den Anfängen in den frühen 60er Jahren.

Anfänge des Karnevals in Kitzscher

Begonnen hatte alles mit Faschingsfeiern in Familie. Als der Kreis immer größer wurde, zog man in die Waldschänke um. Dort lief dann unter dem Titel „Die schwarze Galeere“ auch das erste richtige Programm. Die Waldschänke stand an der Stelle des heutigen Seniorenheims, sie brannte am 21. Dezember 1981 ab. Mitten in der Saison zogen die Karnevalisten damals eilig in die Clubgaststätte „Der blaue Bock“ um, deren Betreiber sie offen aufnahmen. Den „Bock“ gibt es heute auch nicht mehr, an seiner Stelle steht Lidl.

Auftritt der Karnevalisten in der Clubgaststätte „Blauer Bock“ 1982. In Feuerwehruniformen erinnerten sie an den Brand der Waldschänke wenige Wochen zuvor. Quelle: André Neumann

Ohnehin blieb der KVK dort nur wenige Jahre, weil man sich nach dem Betreiberwechsel mit den Neuen nicht mehr so gut verstand. Zu dieser wirren Zeit gehört auch die bislang einzige Absage einer Eröffnungsveranstaltung im November. Im Jahr der friedlichen Revolution 1989 verkaufte der KVK dafür tatsächlich nur eine einzige Karte.

Kapelle nahm nur die Hälfte der Gage

„Die Leute fuhren alle in den Westen, um ihr Begrüßungsgeld abzuholen.“ Für jüngere Leser: Die BRD zahlte nach der Grenzöffnung jedem DDR-Bürger gegen Vorlage des Personalausweises 100 D-Mark. Der KVK startete so gesehen mit einem herben Verlust in die neue Freiheit. Wenigstens zeigte sich die schon gebuchte Kapelle nachsichtig und nahm nur die Hälfte des Preises.

Vereinsgeschichte mit der Gastronomie verbunden

Nächste Station für den Karnevalsbetrieb war das neu eröffnete „Café Wahnsinn“. Womit die Geschichte des KVK irgendwie auch eine der Kitzscheraner Gastronomie ist. Während die großen Abendveranstaltungen, die Tollen Tage und die Weiberfastnacht, seit einigen Jahren im Rittersaal stattfinden, treffen sich die Narren zum Winzerfest, zum Frühschoppen am 11.11. und zum Seniorenfasching nach wie vor im Café „Wahnsinn“ und zum Rosenmontagsfrühschoppen im „Wilden Mann“.

Geheimniskrämerei hat Tradition

Zu den Traditionen gehört beim KVK auch die Geheimniskrämerei. Zum Beispiel um das Prinzenpaar, das am 11.11. um 11.11 Uhr erstmals präsentiert wird. Namen werden vorher nicht genannt. So viel ist immerhin durchgesickert: Prinz und Prinzessin stammen aus Hainichen, wo es ja einen eigenen Karnevalsverein gibt. Und: Er war schon mal Kinderprinz in Kitzscher.

Präsident schreibt das Weihnachtsmärchen

Ein anderes Geheimnis kann Ralf Kösser ganz allein hüten. Denn seit der Elferrat des KVK jährlich ein Weihnachtsmärchen aufführt, seit 1980, schreibt der Präsident das selbst. Die Vorlage für das diesjährige hat er wieder im Märchenbuch der Brüder Grimm gefunden. Welches, das verrät er natürlich nicht.

Die Termine der 55. Session KVK

11. November: Schlüsselübergabe am Rathaus Kitzscher, 11.11 Uhr; 17. November: Eröffnungsveranstaltung, 19.30 Uhr, Rittersaal; 8. und 15. Dezember: Weihnachtsmärchen, 19.30 Uhr Rittersaal; 23. Februar: 1. Toller Tag, 19.30 Uhr, Rittersaal; 24. Februar: Seniorenfasching, 14.11 Uhr, Café Wahnsinn; 28. Februar: Weiberfastnacht, 19.30 Uhr, Rittersaal; 2. März: 2. Toller Tag, 19.30 Uhr, Rittersaal; 3. März: 26. Großer Karnevalsumzug, 14 Uhr, Stellplatz Straße der Einheit: 4. März: Schlüsselrückgabe, 10 Uhr, Rathaus, danach Frühschoppen 10.30 Uhr, Gaststätte Wilder Mann

Von André Neumann

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