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Borna Naturlehrpfad in Pegau eingeweiht
Region Borna Naturlehrpfad in Pegau eingeweiht
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16:07 17.10.2012
Pegaus Drittklässler erleben einen aufregenden Ausflug und weihen den neuen Naturlehrpfad auf der Schinderkoppel ein. Mit dabei sind die Naturschützer Harald Krug (l.) und Ingo Thienemann (2. v. r.) sowie Bürgermeister Peter Bringer (r.). Quelle: Gislinde Redepenning
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Dazu kurze Erläuterungen, auch zur Geschichte der Schinderkoppel. „Wir haben das Konzept gemeinsam mit dem Verein Wassermühle Berndorf Neuseenland erarbeitet und uns ein Beispiel am Naturlehrpfad in Hohndorf genommen", erklärte Thienemann. Auch dort hat Katrin Scholz die Tafeln mit Acryl-Malereien auf Holz geschaffen, im Detail abgestimmt auf die örtlichen Gegebenheiten. „Sie können nur hier stehen", meinte die Künstlerin.

Die Fläche wurde früher als Lehmgrube verwendet. Ein ehemaliger Schinderbetrieb nutzte sie einige Zeit zur Ablagerung von tierischen Resten, so kam sie zu ihrem Namen. Harald Krug, Gründer und langjähriger Leiter der mit der Pflege betrauten Ökologischen Station Borna-Birkenhain, erinnert sich: „Die Lehmgrube wurde mit Mutterboden aufgefüllt, um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Doch stand sie bei Hochwasser der Elster und wegen des hohen Grundwasserspiegels oft unter Wasser, Traktoren blieben einfach stecken. Mit Moorraupen haben wir 1990 den Mutterboden wieder entfernt. Damals standen hier weder Baum noch Strauch."

Benjeshecken aus Gehölzschnitt und Totholz wurden angelegt. Die Natur hielt über die Jahre Einzug, Zwergtaucher und Rohrweihe schichten inzwischen modrige Halme und Stängel aus dem reichen Schilfbewuchs zum Nestbau aufeinander. „Am Südufer wächst eine Trauerweide", sagte Krug. Dort könne man Beutel-meisen beobachten, wahre Nestbaukünstler. „Zwischen Weißer Elster und Wasserwerkswald entsteht ein Biotopsystem, durch den Naturlehrpfad werden die wertvolle Flora und Fauna aufgewertet", freute sich Pegaus Bürgermeister Peter Bringer (parteilos).

Die mit Fördermitteln für Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) und mit Unterstützung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag) entstandenen Schautafeln machten das Kleinod erlebbar. Neuseenradweg und Elsterrwadweg führten in unmittelbarer Nähe vorbei, man denke über eine direkte Verbindung für Radtouristen nach. „Die Rekultivierung nach dem Bergbau spielt eine große Rolle und funktioniert nur in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz", betonte Angelika Diesener, Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Mibrag. Gerne unterstütze man daher Umweltbildungsprojekte wie dieses. „Wir wünschen uns viele Kinder, die sich das ansehen."

Die Pegauer Drittklässler waren mit Feuereifer bei der Sache, schnitten das Band zur Eröffnung durch und stürzten sich anschließend auf die Schautafeln, ausgerüstet mit einem Zettel voller kniffeliger Quizfragen und Stiften. Dichtes Gedränge und aufgeregte Diskussionen darüber, ob es denn nun Tausendfüßer oder Tausendfüßler heißen müsse, prägten den lehrreichen Ausflug. Tim, Annegret und Mathis gehörten zu den Ersten, die die Gelbhalsmaus als Bewohner der Streuobstwiese herausfanden. „Die Kinder freuen sich riesig, bei dem schönen Wetter nicht in der Schule sitzen zu müssen", schmunzelte Lehrerin Iris Schladitz.

„Ein kleiner Wermutstropfen sind illegale Müllablagerungen, wie gerade auf der Zufahrt von der Bundesstraße 2 zu sehen", bedauerte Ingo Thienemann. Dabei wolle man das Gelände attraktiver machen und die Menschen für die Schönheiten der Natur sensibilisieren.

Gislinde Redepenning

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