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Borna Naturschutzbund: Bornas Natur wird immer mehr zur Müllhalde
Region Borna Naturschutzbund: Bornas Natur wird immer mehr zur Müllhalde
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00:34 04.03.2018
Seit Wochen bereits liegt ein riesiger Haufen Hausrat am Witznitzer Speicherbecken. Quelle: Jutta Hagemann
Borna

Breiter Teich, Löscheranlagen, Schillerpark, Witznitzer Kippe: Bornas Natur verkommt zunehmend zur Müllkippe. Jutta Hagemann vom Naturschutzbund Sachsen ist täglich in der Kreisstadt unterwegs – der Bewegung und der Natur zuliebe. Doch was sie sieht, will sie nicht mehr hinnehmen. Mit der Leipziger Volkszeitung und Regio TV hat sie einen Stadtbummel unternommen – zu den schäbigen Ecken, „die für Borna eine Schande sind“.

Der erste Weg führt in die Löscheranlagen. Tüten, Reste von Lebensmitteln, Plastikbecher säumen Pfade und Sträucher. „Wer hier spazieren geht, fühlt sich doch nicht wohl“, sagt Hagemann. Noch schlimmer hingegen geht es auf der Witznitzer Kippe zu. Toilettenbecken liegen hier genauso im Wald verstreut wie Herde, Fernseher und Rasenmäher. So manch ein Bornaer scheint hier seinen kompletten Hausrat abgeladen zu haben.

Unverantwortlich: Weggeworfene Zierpflanzen

Doch damit noch lange nicht genug: Was Hagemann für unverantwortlich hält, sind weggeworfene Zierpflanzen. So seien zwischen der Kleingartenanlage Neu Witznitz und Witznitzer Speicherbecken unter anderem mittlerweile etliche Yuccapalmen-Reste zu finden. „Viele Zierpflanzen, die nicht hierher gehören, verdrängen heimische Flora“, erklärt die Naturschützerin.

Reste einer Yuccapalmen zwischen der Kleingartenanlage Neu Witznitz und dem Witznitzer Speicherbecken. Quelle: Jutta Hagemann

In Anbetracht der Nähe zur Kleingartensparte vermutet Hagemann durchaus, dass sich der ein oder andere Parzellenpächter seines Mülls entledigt. „Es macht sich doch niemand, der sich hier nicht auskennt, die Mühe und fährt hunderte Meter über eine Schotterpiste, um hier sein Zeug abzuladen“, betont sie. Zumal vieles von dem „Zeug“ durchaus geeignet wäre, um damit Lauben zu bauen oder zumindest zu reparieren. So gehörten auch Dachschindeln und Sperrholzplatten zum Müll-Repertoire in dieser Ecke.

Müll zwischen der Kleingartenanlage Neu Witznitz und dem Witznitzer Speicherbecken. Quelle: Jutta Hagemann

Kathrin Kühnel, Vorsitzende der Sparte Neu Witznitz, verwahrt sich dagegen, dass Kleingärtner aus der Anlage für den Unrat zuständig seien. „Der Weg ist befahrbar, so dass jeder gut seinen Müll entsorgen kann, ohne gesehen zu werden“, sagt sie. Außerdem würden die Parzellenpächter schon darauf achten, dass nicht nur innerhalb der Anlage alles sauber und ordentlich sei, sondern auch außerhalb.

„Eine Woche später liegt der nächste Müll da“

Kühnel meldet solche Müllhaufen schon seit einiger Zeit nicht mehr dem Ordnungsamt. „Eine Woche später liegt der nächste Müll da“, begründet sie. Das hat auch Hagemann immer wieder festgestellt. Zwar seien einige Dreck-Ecken bereinigt worden, kurze Zeit später aber habe es dort wieder so ausgesehen wie eh und je.

Vor einem Jahr übrigens hatte ein illegal entsorgtes Autowrack am Speicherbecken Witznitz für Aufsehen gesorgt. Nachdem es dort mehr als drei Jahre gestanden hatte und sich niemand zuständig fühlte, hatte das Technische Hilfswerk nach Absprache mit Landrat Henry Graichen die Bergung als Übung deklariert und das Wrack entfernt.

Ein altes Auto, wo es nicht hingehört: in der Nähe des Speicherbeckens Witznitz am Wohngebiet "An der Harfe". Quelle: LVZ

Im Falle der Müllhaufen ist in Borna zunächst einmal das Ordnungsamt zuständig. „Das kümmert sich dann weiter um alles, wenn es solche Hinweise bekommen hat“, sagt Hans-Robert Scheibe, Sprecher der Stadtverwaltung.

Von Julia Tonne

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