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Borna Neubau für eigenständige Senioren im Groitzscher Schusterviertel
Region Borna Neubau für eigenständige Senioren im Groitzscher Schusterviertel
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05:00 19.10.2017
Endspurt für das Gebäude „Bella Bahnhof“ mit 35 Seniorenwohnungen im Groitzscher Schusterviertel. Am Sonnabend ist Einweihung, die ersten Mieter ziehen im November ein. Quelle: Mathias Bierende
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Groitzsch

Beim Groitzscher Schusterfest steht am Sonnabend wieder mal eine Einweihung auf dem Programm. Was schon Tradition für die Veranstaltung hat. Nun bei der vierten Auflage gibt Investor Herbert Zinn das Gebäude „Bella Bahnhof“ frei. Mit dieser neuen, dritten Variante des Wohnens im fortgeschrittenen Alter wird das Schusterviertel ergänzt, zu dem auch das Pflegeheim Bella-Senioren-Residenz der Krumbholz-Pflegegruppe ge­hört. Bei der Festpremiere 2013 hatte Zinn das Betreute Wohnen im Bella-Wohnpalais eröffnet, im Vorjahr ging der Krumbholz‘sche Abenteuerminigolfpark in Betrieb.

„Bella Bahnhof“ ist besonders energiesparend ausgerichtet, es entspricht dem KfW-Effizienzhaus 55, sagt Zinn. Er gibt nicht nur das Geld, sondern ist Cheforganisator des Projekts. „Es gibt eine Pelletheizung und spezielle Verglasung sowie eine hochwertige Ausstattung.“ Dazu zählt er Internet über Glasfaser, Haustelefon und Dusch-WCs für die Intimhygiene. Rund 3,5 Millionen Euro kostet das Projekt. Es bietet 35 barrierefreie Seniorenwohnungen von 35 bis 68 Quadratmeter, die Balkons beziehungsweise (Dach-)Terrassen haben. 27 sind allerdings bereits vergeben. Die ersten Mieter können Anfang November einziehen. „Das Haus ist für die fitten Senioren gedacht“, sagt Zinn schmunzelnd, „für die, die selbst noch richtig mobil sind, sodass wir auch 16 Garagen, sechs Carports und einen Fahrradraum anbieten. Die aber andererseits die Nähe zu einer möglichen medizinischen Betreuung suchen.“ Es sei eine Art Vorstufe zum betreuten Wohnen, für Leute, die noch nicht nur Rollatoren um sich haben wollen. So sei der Bau zwar durchaus auf ältere Menschen zugeschnitten, unter anderem werde ihr Grundbedürfnis der Mobilität mit einem Fahrstuhl gedeckt. Sozialräume und Essensausgabe wie im Bella-Wohnpalais gebe es jedoch nicht, es sei ein reines Wohnhaus. „Wird aber von den Mietern mehr Betreuung gewünscht, ist das ambulant mit individuellen Verträgen möglich. Wir haben mit dem Pflegedienst von Krumbholz einen richtig guten Partner“, so Zinn.

Das 4. Schusterfest in Groitzsch

Mit dem 4. Groitzscher Schusterfest haben die Organisatoren eine Veranstaltung für die Stadt und ihre Umgebung auf die Beine gestellt. Doris und Heiko Krumbholz, die Chefs der Pflege-Unternehmensgruppe, laden neben Bewohnern der Senioreneinrichtungen und deren Angehörigen die Bürger zum geselligen Beisammensein am Sonnabend ins Schusterviertel am Eck Bergstraße/Friedrich-Ebert-Straße ein.

Sonnabend: Bereits 10 Uhr öffnet der Abenteuergolfpark, ab 11.30 Uhr gibt es Essen aus der Gulaschkanone. 13 Uhr wird Geschäftspartner und Investor Herbert Zinn das neue Gebäude „Bella Bahnhof“ mit Seniorenwohnungen einweihen, dann ist eine Besichtigung möglich. Das Krumbholz-Paar selbst stellt sein neues kombiniertes Projekt von betreutem Wohnen und Kindertagesstätte vor. Eine Stunde später führt der Kindergarten ein Programm im Festzelt auf, ehe dort zur Kaffeezeit (14.30 Uhr) Schlagersängerin Regina Thoss mit ihren Hits aus DDR-Zeiten sowie aktuellen Titeln begeistern will. Für weitere Musik sorgt der Bornaer DJ Rainer Thoss. Schließlich geht die Party ab mit den Tauchaer Musikanten und ihren Polkas, Märschen und Walzern (ab 17 Uhr).

Beim Schusterfest im vergangenen Jahr hatte der umtriebige 67-Jährige, der in Ebersburg bei Fulda zu Hause ist, das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessenten musste er allerdings schon damals vertrösten, „weil wir eine Warteliste mit 40 bis 50 Namen hatten“. Wesentlicher Vorteil des Schusterviertels sei eben die Vielfalt des Angebots für Senioren. „Was wir hier bereitstellen, ist das Zusammenspiel von Eigenständigkeit und Versorgung bis ins hohe Alter“, erklärt Zinn. Neben den abgestuften Unterbringungs- und Fürsorgemöglichkeiten Pflegeheim, betreutes Wohnen und seniorengerechtes Wohnen seien im nahen Umfeld Ärztehaus, Einkaufsmärkte, Friseur, Fußpflege und Café sowie eine Tankstelle vorhanden – die komplette Infrastruktur für ältere Menschen. „Mit diesem Viertel kann sich Groitzsch schmücken“, sagt der Investor. „Und wenn dazu, vielleicht auch von der Kommune organisiert, spezielle Veranstaltungen für diese Generation kommen, etwa besondere Konzerte sowie ein Seniorentag bei einem Stadtfest, dann kostet das wenig, bringt aber alle weiter – in einer seniorenfreundlichen Stadt.“

Er will durchaus weiter dazu beitragen, erklärt Herbert Zinn. „Für die jungen Alten muss viel mehr getan werden. Ich kann mir da zunächst einen Trimm-Dich-Pfad vorstellen." Ein weiteres, größeres Projekt bewegt er schon eine Weile im Kopf. Vorbereitungen dafür sind auf dem an das „Bella Bahnhof“ grenzende Grundstück geschaffen worden: Die Versorgungsleitungen sind während des aktuellen Bauvorhaben mit im Boden versenkt worden. „Eventuell werden da zwei Stadtvillen mit 24 Eigentumswohnungen entstehen, auch barrierefrei. Termine gibt es nicht.“

Erst mal benötige er eine Pause. Die letzten Wochen, der Endspurt sozusagen, waren doch recht anstrengend, neben seinen zahlreichen anderen Verpflichtungen. Und Probleme mit Baufirmen und Lieferzeiten tun ihr Übriges. „Aber eine gewisse Ernsthaftigkeit ist dabei. Das wird wohl kommen.“

Von Olaf Krenz

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