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Neubau in Borna in greifbarer Nähe

Neubau in Borna in greifbarer Nähe

Im Juli konnte die Unabhängige Wählervereinigung (UWV) den Grundsatzbeschluss zum Bau eines weiteren Landratsamt-Gebäudes in Borna noch stoppen und zurück in die Ausschüsse verweisen, vorgestern Abend wurde sie überstimmt.

Borna. Der Kreistag machte mit 51 Ja- zu 23 Nein-Stimmen (fünf Enthaltungen) den Weg frei, die konzeptionellen und finanziellen Vorbereitungen für den Bau zu treffen. Das Ergebnis wird in einen Beschluss gegossen, der erneut den Kreistag passieren muss.

 

 

Der Ergänzungsneubau soll auf dem westlichen Gelände des Landratsamtes in der Stauffenbergstraße und damit nah an Bus und Bahn entstehen. Nach den Überlegungen der Kreisverwaltung sollen das Vermessungsamt, das Kommunale Jobcenter und das Zentralarchiv in dem Gebäude unterkommen. Es ist die von der Kreisverwaltung favorisierte Variante im Unterbringungskonzept für das Landratsamt, für die Landrat Gerhard Gey (CDU) eingangs noch einmal warb. Der Kreis wolle teure Mietverhältnisse ablösen und Eigentum aufbauen, erklärte er. Allein für das Vermessungsamt in der Leipziger Straße in Borna werden derzeit jedes Jahr fast 200 000 Euro fällig, die der Freistaat Sachsen einstreicht. Die nach dem Auszug eingesparte Miete will der Kreis dann für den Kapitaldienst aufwenden, Gey spricht deshalb von einer "haushaltneutralen Investition". Immerhin ist der Neubau mit einer Bausumme von 5,7 Millionen Euro veranschlagt, der Gesamtaufwand über zwei Jahrzehnte hinweg wird aber mit etwa zwölf Millionen Euro gerechnet. Das neue Verwaltungsgebäude vereine viele Vorteile, so Gey. Das derzeit in Borna auf zwei Häuser aufgeteilte Jobcenter rücke unter ein Dach, die Arbeitsbedingungen und der Service für die Kunden würden sich verbessern. Zudem schaffe die Konzentration an einem zentralen Standort eine Reihe von Synergien bei der Verwaltung, etwa im IT-Bereich und im Kurierdienst. "Ich habe keine Sorge, dass dieses Gebäude mal nicht ausgelastet werden könnte."

Das sieht vor allem die UWV anders, die sich gegen den Beschluss stemmte. Er erkenne keine Notwendigkeit für diesen Grundsatzbeschluss, so Matthias Schmiedel. "Hier werden ein paar Zahlen hingeschmissen, es wird auf 25 Jahre hoch und runter gerechnet, doch wir sind keine 25 Jahre mehr hier", gab er einen Vorgeschmack auf die vielleicht nächste Gebietsreform. Borna werde solche großen Gebäude perspektivisch nicht brauchen. Er wolle angesichts der auszugebenden Steuergelder nicht, dass die Kinder und Enkel sagen: "Was haben die uns da eingebrockt, wir müssen die Zeche zahlen".

Auch Roswitha Brunzlaff (Linke) überzeugt das Konzept der Verwaltung nicht. Der Beschluss sei eine Art Wunschdenken. "Der Kreis hat eine Reihe Gebäude, die nicht genutzt werden, da macht es wenig Sinn, neues Eigentum zu schaffen." Sie empfahl, stärker über die Erschließung bestehender Ressourcen zu diskutieren. Für Brunzlaff wäre das Geld besser bei den Flutopfern angelegt," die dringend aus ihren hochwassergefährdeten Häusern raus wollen".

Aus den Reihen von SPD/Grüne, CDU und FDP indes wurde zum Konzept Zustimmung laut. Zwar seien zunächst Investitionen nötig, so Peter Konheiser (SPD). Langfristig aber würden die Kosten der Verwaltung gesenkt und die Effektivität erhöht. Der Kapitaldienst stehe bis zum Ende der Laufzeit fest, bei den Mieten wisse man nicht, wie sie sich entwickeln. Es gehe darum, die Verwaltung zu optimieren und zu konzentrieren. CDU-Fraktionschef Fritz-Dieter Mittenzwei erklärte, dass der Kreis die Möglichkeit schaffe, das Haus in der Deutzener Straße für die Musikschule freizulenken. "Wir haben die Pflicht, unsere eigenen Einrichtungen zu unterstützen." Und FDP-Fraktionschef Dieter Hager blickte noch einmal zurück: "Wenn wir uns damals nicht entschieden hätten, das Landratsamt in Borna auszubauen, dann hätten wir jetzt vermutlich nicht den Kreissitz hier." Bei einer neuerlichen Verwaltungsstruktur müsse Borna wahrscheinlich wieder berücksichtigt werden, "weil wir die Räume haben".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Prenzel, Frank

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