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Neue Details über Tagebau in Espenhain: Aufzeichnungen eines Steigers aufgetaucht

Bergbau Neue Details über Tagebau in Espenhain: Aufzeichnungen eines Steigers aufgetaucht

Thomas Schmidt ist einer der profunden Kenner des ehemaligen Tagebaus in Espenhain. Mit seinen Forschungen zur Abraumförderbrücke 17 hat er sich einen Namen gemacht. Bei einer Veranstaltung in Espenhain las er jetzt aus dem kürzliche entdeckten Tagebauch des Fahrsteigers Erich Mülot.

Teile der Abraumförderbrücke 17 aus dem Tagebau Espenhain schweben im Bergbaupark ein.
 

Quelle: André Kempner

Espenhain.  „Sie sind gefragt!“ lautete am Sonnabend die Aufforderung anlässlich einer Veranstaltung unter Regie von Thomas Schmidt im bis auf den letzten Platz besetzten Saal der ehemaligen Gemeindeverwaltung in Espenhain. Der Tagebau Espenhain, insbesondere bislang unbekannte Details aus den Geschehnissen im Zweiten Weltkrieg, waren sein Thema.

Im Namen des Soziokulturellen Zentrums Kuhstall Großpösna und mit Hilfe von Geschäftsführer Peter Krümmel, der die zahlreichen interessierten Besucher begrüßte und für den reibungslosen Ablauf der Bilderschau sorgte, fesselte Schmidt seine Zuhörer mit neu recherchierten Fotos und Fakten. Noch sei nicht jede Einzelheit recherchiert, manches noch nicht in der Breite identifiziert. Die ausdrückliche Aufforderung zu kommentieren und diskutieren, wurde rege in Anspruch genommen. Im Publikum saßen nicht nur interessierte Zuhörer, sondern auch ehemalige Mitarbeiter und Kollegen, die mit ihren Erinnerungen Bilder und Aufzeichnungen zum leben erweckten.

Schmidt ist durch seine Nachforschungen zur Abraumförderbrücke 17 und zum Tagebau Espenhain bestens bekannt. Im letzten Jahr wurde er für seine „Zeitreise in die technisch-technologische Entwicklung des Tagebaus Espenhain von 1936 bis 1994“ mit dem Historikerpreis „Ur-Krostitzer Jahresring“ in der Kategorie Industriegeschichte ausgezeichnet.

1955 geboren machte Thomas Schmidt von 1972 bis 1974 in Espenhain eine Lehre als Maschinist für Großgeräte. Bis 1982 sammelte er als Baggerfahrer im Grubenbetrieb Erfahrungen. „Dann zog es ihn zum damals noch jungfräulichen Tagebau Delitzsch-Südwest, zum Tagebau Breitenfeld, dem heutigen Schladitzer See und zu Schnupperbesuchen nach Cottbus und Greifenhain“, erläuterte Krümmel den beruflichen Werdegang des Redners. „Jetzt ist er zur Ruhe gekommen und nach Espenhain zurückgekehrt, dorthin, wo alles begann.“

In seinem spannenden Vortrag las er aus dem kürzlich entdeckten Tagebuch mit dem Titel „Was mir am Wege stand…“ von Fahrsteiger Erich Mülot, der 1937 bei der AG Sächsische Werke Espenhain begann. Er war einer der Ersten des Aufschlusses und erwies sich in den unmittelbaren Nachkriegstagen als couragierter „Retter in der Not“. Mülot habe sich nicht nur als ausgezeichneter Fachmann einen Namen erarbeitet. „Er ist auch immer Mensch geblieben und jemand, auf dessen Schilderungen man sich verlassen kann“, urteilte Schmidt. Mülot, im ehemaligen Magdeborn angesiedelt, fand klare Worte und war auch mit literarischem Talent gesegnet. Denn die Schilderungen seiner Erlebnisse als Tagebau-Direktor in den Wirren des Krieges lesen sich trotz aller Dramatik unterhaltsam und sind, wo es hineinpasst, mit einem Schuss Ironie und viel Humor gewürzt.

Von Gislinde Redepennig

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