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Borna Neue Montagehalle für Bornaer Pumpenbauer
Region Borna Neue Montagehalle für Bornaer Pumpenbauer
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20:15 25.10.2018
Beim symbolischen Akt: Verwaltungsratsmitglied Carl Stähle aus der Schweiz (2.v.r.), Stadtchefin Simone Luedtke sowie die beiden Geschäftsführer Stefan Rumsch (r.) und Roland Engel. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Günther Eidner stand lächelnd in der 660 Quadratmeter großen Montagehalle im Gewerbegebiet Blumroda. „Schön ist es geworden“, meinte der 74-Jährige. Ohne ihn würde es Hidrostal in Borna und damit auch die neue Halle nicht geben.

Zur Wende ging der Bornaer Ingenieur wegen des Jobs nach Westdeutschland zum Pumpenbauer Hidrostal. Mit seinen Kollegen betreute er damals auch einen Stand des Unternehmens auf der Leipziger Messe. „Da haben wir gemerkt, dass das Produkt im Osten gut angenommen wird. Deshalb hatte die Geschäftsleitung die Idee, dass ich hier eine Niederlassung gründe“, erzählte er.

Start der Firma im privaten Wohnhaus

Es begann mit einem kleinen Büro in seinem privaten Wohnhaus. Dann kaufte Hidrostal einen alten Schweinestall im Gewerbegebiet Blumroda von der Treuhand und baute dort die Werkstatt auf. Schritt für Schritt wuchs die Firma auf heute 30 Mitarbeiter plus fünf Auszubildende mit einem Jahresumsatz von reichlich fünf Millionen Euro.

Bisher war das Hauptgeschäft der Verkauf von Pumpen des Schweizer Mutterkonzerns in den neuen Bundesländern. Mit der neuen Montagehalle übernehmen die Bornaer die Hidrostal-Produktlinie für mobile dieselbetriebene Pumpen, sagte Geschäftsführer Stefan Rumsch.

Steffen Ellenrieder arbeitet in der neuen Halle und montiert ein mobiles Pumpensystem. Quelle: Jens Paul Taubert

Diese Pumpen kommen meist auf Baustellen im Abwasserbereich zum Einsatz, aber auch bei Hochwasser oder in Chemiebetrieben. Ein solches Gerät könne einen Gartenpool in drei Minuten auspumpen, für ein olympisches Schwimmbecken mit 2500 Kubikmeter Wasser brauche es zweieinhalb Stunden.

Der Bornaer Betrieb wird von nun an diese Pumpen bauen und weltweit liefern, derzeit laufen Aufträge für Japan, Polen und die Philippinen, so Rumsch. Auch die Entwicklung, zum Beispiel Anpassung an neue Abgasnormen, finde von nun an vor Ort statt.

Montagehalle für eine halbe Million Euro

Die 500 000 Euro teure Montagehalle sei die bisher größte Investition der hiesigen Niederlassung seit 27 Jahren. Der Bau ging fix. Start war im Januar, seit Mai werden darin Pumpen montiert. Eröffnung wurde erst jetzt gefeiert, weil die Firma es mit dem Innenausbau nicht so eilig hatte. Auch einige Büros sind in der neuen Halle angesiedelt, da das Bürogebäude daneben auch schon wieder zu klein ist.

Hidrostal ist ein 60 Jahre altes Schweizer Familienunternehmen mit 30 Niederlassungen weltweit, darunter zwei in Deutschland, und hat mehr als tausend Mitarbeiter, sagte Verwaltungsratsmitglied Carl Stähle. Er stammt aus der Gründerfamilie und war zur Halleneinweihung aus der Schweiz angereist.

Mutterkonzern mit tausend Mitarbeitern

„Mit dieser Montagehalle haben wir die Unabhängigkeit unserer Gruppe wieder ein Stück mehr gesichert“, meinte er und lobte die Bornaer Niederlassung. Weltweit arbeite das Unternehmen vor allem in der Abwassertechnik. Für ihn ist das mehr als ein Berufsfeld. „Wir haben nur eine Erde, nur das eine Wasser und die eine Luft“, betonte Stähle. In vielen Teilen der Welt sei der Klärungsgrad von Abwasser noch extrem klein – da sei jede Menge zu tun. Allerdings gebe es auch enorme Konkurrenz.

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) hob das gesunde Wachstum des Unternehmens hervor. Mit der neuen Montagehalle werde dies nun auch nach außen sichtbar. Für die Stadt Borna würden angesiedelte Firmen im Fokus stehen, Erweiterungen wie bei Hidrostal unterstützt werden. Natürlich freue man sich auch über Neuansiedlungen. Doch zur Zeit gibt es gar nicht mehr viel Platz dafür.

Kaum Platz in Bornaer Gewerbegebieten

Die Gewerbegebiete sind „sehr gut ausgelastet“, sagte Bärbel Meschke von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Dabei hat Borna allerhand Flächen mit den Gebieten Ost, Blumroda, Waldstraße, Am Wilhelmschacht, Witznitz, Eula-West, Zedtlitzer Dreieck, Neukirchen-Nord und Goldener Borna (ein gemeinsames Areal mit Kitzscher). Doch es gebe nur noch wenige freie Areale – und das nicht erst seit gestern.

Derzeit überlege man, wo perspektivisch noch weitere Gewerbeflächen angeboten werden können. Sie sollten eine gewisse Größe haben, nur wenige Hektar sind einigen Unternehmen zu klein. Die Nähe zur Autobahn sei sicher wichtig, aber es gebe darüber hinaus auch noch andere Rahmenbedingungen.

Eine 1000-Euro-Spende von Hidrostal erhielt die Bornaer Feuerwehr für ihr 150. Jubiläum im nächsten Jahr, hier die Kameraden Uwe Berbauer und Toni Winkler mit Geschäftsführer Stefan Rumpsch (v.l.) Quelle: Jens Paul Taubert

Positiv habe sich ausgewirkt, dass Borna seit 2012 einen Ansprechpartner in der Stadt hat, der die Firmen durch die Verwaltung lotst und berät. Weil die Kommune über ein eigenes Bauordnungsamt verfügt, könnten Bauvorhaben wie die Hidrostal-Halle zügiger entschieden werden.

Zur Feierstunde waren in die Montagehalle auch die beiden Feuerwehrkameraden Uwe Berbauer und Toni Winkler gekommen. Sie freuten sich über einen 1000-Euro-Scheck des Unternehmens zum 150. Jubiläum der Bornaer Wehr im nächsten Jahr.

Von Claudia Carell

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