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Neue Pläne für Drei Rosen

Neue Pläne für Drei Rosen

Rötha. Neue Pläne für den ehemaligen Gasthof Drei Rosen: Das leer stehende Grundstück am Markt in Rötha – seit vielen Jahren zum ruinösen Schandfleck verkommen – könnte bald aus dem Stadtbild verschwinden.

. Der Investor, der momentan in der Bahnhofstraße 6 eine Anlage für Betreutes Wohnen baut, möchte diese noch erweitern und bis zum Markt bauen. Die Stadt sieht darin eine Chance zur Lösung von mehreren innerstädtischen Problemen.

Tatsache ist: Der jetzige Zustand ist alles andere als schön. „Eine Lösung muss her", sagt Bürgermeister Ditmar Haym. In den letzten Wochen habe es mehrere Beratungen in dieser Angelegenheit gegeben, informierte er in der jüngsten Stadtratssitzung. Der Stadtchef legte bereits einen ersten Entwurf des potenziellen Investors Sören Kokot, Geschäftsführer der Raphaelis GmbH, vor. Der möchte seine im Bau befindliche Anlage erweitern. Die erste Hürde für dieses Projekt wurde am Mittwoch voriger Woche genommen: der Grundstückskauf. Die Immobilie Drei Rosen gehörte bekanntlich Gambrinus-Wirt Hagen Stüter. Dessen Visionen – eine Wiederbelebung des alten Kinosaals und der Gaststätte – waren finanziell wohl nie seriös untersetzt und spätestens seit dem Brand im Februar 2009 zunichte gemacht. Die Stadt habe die Immobilie „zur Sicherung der Planungen zurückerworben", so Haym.

Eine andere Hürde ist der Denkmalschutz. Das Gebäude gehört zu den ältesten der Stadt, ein Stein im Keller weist die Jahreszahl 1440 aus. „Vermutlich wurde es um diese Zeit errichtet", sagt Hannelore Salbreiter vom Heimatverein. Übrigens stand es einst auf dem Markt, weil die Böhlener Straße geradlinig dahinter verlief. Drei Rosen wurde im Volksmund als Rathaus bezeichnet, weil dort Versammlungen und Sitzungen der Stadt stattfanden.

Fachleute der Denkmalschutzbehörden haben sich bei zwei Vorortterminen ihr eigenes Bild gemacht. Erhaltenswert seien das Gewölbe im Kellerbereich und die Kutscherstube im Hochparterre. Im Übrigen sei von dem kulturhistorisch wertvollen Denkmal nicht mehr viel erhalten, fasste Haym zusammen. Investor und Stadtverwaltung wollen nun prüfen, inwieweit Drei Rosen in das Bauprojekt integriert werden kann. Denkbar sind mehrere Varianten, die vom Abriss und Neubau bis zur partiellen Nutzung der vorhandenen Bausubstanz reichen. Vorbehaltlich einer denkmalrechtlichen Genehmigung. Ein entsprechendes Gutachten eines externen Sachverständigen steht noch aus.

Ob sich im Stadtrat eine Mehrheit für einen Abriss finden würde, bleibt abzuwarten. „Das ist nicht irgendein Gebäude. Wir sollten mit großem Feingefühl arbeiten", gab Grünen-Stadtrat Uwe Hermann mit Blick auf das historische Erbe zu bedenken. „Ein Abriss wäre schade", sagte Salbreiter gestern auf Anfrage.

Ein erster Entwurf für einen Neubau würde sich rein optisch gut ins Bild fügen. Drei Meter zurückversetzt wäre für die August-Bebel-Straße, eine viel befahrene Durchgangsstraße, eine leichte verkehrstechnische Entspannung machbar. Das Nadelöhr – die Kurve – bleibt. Ersatz für den Parkplatz hinter Drei Rosen, der nach den Plänen überbaut werden soll, könnte auf der anderen Seite entstehen. An einem weiteren Schandfleck, dem 1671 erbauten „Löwen", könnten im hinteren Bereich brachliegende Industriebauten abgerissen und ein Parkflächen geschaffen werden. Letzteres Thema wird in der Ausschusssitzung morgen Abend behandelt.

Ein 100-prozentige Lösung werde es nicht geben können, sagt Haym. Denkmalschutz sei zwar sehr wichtig. „Aber die Probleme, die seit 1995 brach liegen, schreien nach einer Lösung."

Saskia Grätz

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