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Neue Schau im Heimatmuseum: Wie Groitzscher früher einkauften

Naturfreunde- und Heimatverein Neue Schau im Heimatmuseum: Wie Groitzscher früher einkauften

Der Naturfreunde- und Heimatverein Groitzsch eröffnet am Freitag die Saison im Heimatmuseum der Stadt. Dabei ist erstmals die neue Schau „Wo früher die Groitzscher einkaufen gingen“ zu besichtigen. Ältere Einwohner werden sich an die damaligen Geschäfte erinnern, jüngere können erkennen, wie heutige Stadtansichten vor Jahrzehnten aussahen.

Am Freitag wird zur Saisoneröffnung im Heimatmuseum die Schau „Wo früher die Groitzscher einkaufen gingen“ gezeigt.

Quelle: Andreas Döring

Groitzsch. Es könnte am Freitag eng werden in den kleinen Räumen des Groitzscher Heimatmuseums. Eingeladen hat der gastgebende Naturfreunde- und Heimatverein zur Saisoneröffnung nicht nur die Mitglieder und regelmäßige Besucher für die wechselnden Ausstellungen. Vielmehr hat er auch aktuelle Händler sowie Angehörige von (ehemaligen) Ladeninhabern mit einbezogen. Schließlich wird ab 18.30 Uhr erstmals eine Schau aus diesem Wirtschaftsbereich gezeigt: „Wo früher die Groitzscher einkaufen gingen“ ist der Titel.

Ein Zylinder aus dem Hutmacherladen liegt neben einer Waage, hinter einem Bonbonglas sind Kleiderbügel an die Wand gelehnt. Eine Nähmaschine, die einst zum Sortiment von Ernst von Einsiedel gehörte, findet sich ebenso wie Brigadetagebücher aus dem Großpriesligker Konsum. Tafeln mit Schwarz-Weiß-Fotos, Anzeigenausschnitten und textlichen Erklärungen geben einen Einblick in die Welt der Geschäfte in der Schusterstadt. Wie es sie gegeben hat, bis in die 80er-Jahre, bis zur Wende. „Wir mussten das mal machen. Jetzt können wir uns noch erinnern, wie es mal war zu unserer Kinderzeit und danach“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Roland Meyer. „Zudem habe ich ja schon seit den 60er-Jahren in der Stadt fotografiert. Der Ausstellungsbeginn hat mir Druck gebracht, die Schwarz-Weiß-Negative zu scannen“, meint der 71-Jährige schmunzelnd.

Ein Teil des Materials sei im Fundus gewesen, ein weiterer wurde erst zusammengetragen. „Eine Menge hat uns zudem Museumsnachbarin Johanna Hergesell aus dem früheren Spirituosen- und Lebensmittelgeschäft Zimmermann ge­bracht“, sagt Sigrid Beck. Sie vor allem hat mit Meyer sowie Katrin Bölke die Schau gestaltet. „Das ist ein Riesengebiet. Was habe ich mir da eingebrockt, habe ich zwischendurch mehrfach gedacht“, lächelte die 65-Jährige. „Wir mussten uns ja hier für eine Auswahl entscheiden.“ Meyer bestätigt: „Wir haben so viel Material, dass wir die ganze ,Stadtmühle‘ belegen könnten. Für manches Geschäft bietet sich eine eigene Ausstellung an.“

Aufbauen konnten die Akteure auf einem Sonderheft zu den Groitzscher Heimat-Blättern vom März 2009, wo alte Fotografien von Geschäften den heutigen Ansichten gegenübergestellt wurden. Im Museum gibt es noch Exemplare des Heftes.

Natürlich können die Besucher auch die Themenzimmer des Museums besichtigen. Unter anderem sind allgemeine Stadtgeschichte, Feuerwehr- und Sporthistorie dargestellt, auch Teile eines alten Schulraumes sind zu sehen. Für das Wiprechtzimmer gibt es eine Neuerung. In einer 3-D-Technik wird ein virtueller Rekonstruktionsversuch der Burganlage von Groitzsch zur Zeit Wiprechts vorgeführt, kündigt Vereinschef Dietmar Schäfer an. Auf der Basis der Ausgrabungsergebnisse aus den 1970er-Jahren und dem Burgmodell des Groitzschers Bruno Böhm nach einer Idee von Tylo Peter gibt es damit einen „Rundflug“ über das Burggelände und einen kurzen Rundgang zur Burgkapelle.

www.nhv-groitzsch.de/museum.html

Von Olaf Krenz

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