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Borna Neue Studie in Borna: Arcadis hält Freibad in der Deutzener Straße für nicht machbar
Region Borna Neue Studie in Borna: Arcadis hält Freibad in der Deutzener Straße für nicht machbar
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07:00 27.05.2016
Das Areal der Grundschule West. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Die Chancen, dass Borna noch zu einem Freibad kommt, stehen nicht besonders gut. Nicht nur, weil sich am Sonntag beim Bürgerentscheid für die Errichtung eines Naturbades am alten Standort in der Wyhraaue keine ausreichende Mehrheit gefunden hat. Bereits vor Jahren waren alternative Standorte im Stadtgebiet untersucht worden, die mehr oder weniger vollständig durchfielen. Auch die Idee, am Jahnbad in der Deutzener Straße ein Freibad zu errichten, steht offenkundig auf tönernen Füßen. Das jedenfalls macht eine Untersuchung deutlich, die das Planungsbüro Arcadis bereits vor Monaten vorgelegt hat und die der LVZ vorliegt. Fazit der Planer: „Derzeit kann der Standort Jahnbad nicht als Freibadstandort bestätigt werden.“

Arbeitsgruppe will Planung erarbeiten

Dabei gibt es eine Arbeitsgruppe aus Stadträten aller Fraktionen, die sich konkret zum Ziel gesetzt hat, die Möglichkeiten dafür auszuloten. Ihr gehört neben Sylvio Weise (CDU), Michel Zurbrügg (SPD) und Lutz Lettau (Linken-Fraktion) auch Maic Staudacher (Bürger für Borna) an. Dass die Arbeitsgruppe nicht, wie ursprünglich angekündigt, bis Ende Mai nennenswerte Ergebnisse vorgelegt hat, hänge mit dem Bürgerentscheid zusammen, macht Staudacher klar. Wäre der so ausgegangen wie es sich Freibadverein und Bürgerinitiative gewünscht hatten, wäre die Erarbeitung eines Konzepts für das Areal an der Schwimmhalle und der Grundschule West wenig sinnvoll gewesen. Die Arbeitsgruppe werde jetzt eine Planung ausarbeiten, bei der etwa untersucht werden soll, ob die alte Turnhalle saniert werden kann oder nicht besser eine neue näher an die Deutzener Straße heranrücken sollte. Der aktuelle Stand der bisherigen Überlegungen, also seiner, räumt Staudacher ein, sei aber noch „unausgegoren“.

Lautstärke schließt Deutzener Straße aus

Die Planer von Arcadis sind da schon weiter. Sie stellen zwar fest, dass „die allgemeine Verkehrsinfrastruktur ausreichend gegeben“ ist, weil bereits die Schwimmhalle existiert. Probleme sehen sie aber im Lärm, den ein Freibad in einem Wohngebiet erzeugen würde. „Die einzuhaltenden Richtwerte für die Ruhezeit in Höhe von 50 Dezibel werden deutlich überschritten.“ 50 Dezibel entsprechen der Lautstärke eines normalen Gesprächs. Schlussfolgerung von Arcadis: Daher ist der Standort schon aus Lärmschutzgründen formal als Freibad auszuschließen.“

Zweifel hegen die Arcadis-Untersucher am Baugrund. Der sei nicht optimal, weil im Umfeld des ehemaligen Carlschachts „ungewöhnliche Senkungen beziehungsweise Tagebrüche zu verzeichnen sind“. Dennoch sei ein Freibad „mit den entsprechenden Becken … mit einem kalkulierbaren Restrisiko baulich umsetzbar“.

Kostenschätzung: 4,75 Millionen Euro

Bleiben die Finanzen. Hier führt Aracidis „eine sehr grobe Kostenschätzung“ an: Etwa 4,75 Millionen Euro würde die Umgestaltung des Areals Deutzener Straße mit Bau eines Freibades kosten, was erheblich mehr wäre als die 3,2 Millionen Euro für ein Naturbad und die 3,7 Millionen Euro für ein Chlorbad, die als letzte Arcadis-Wasserstände für ein Bad in der Wyhraaue gehandelt wurden. Zudem weisen die Planer in ihrem als „Prüfauftrag – Standortmöglichkeiten Freibad am Standort Jahnbad“ überschriebenen Papier darauf hin, dass eine Kombination aus „Hallenbad mit direkt angeschlossenem Freibadbereich … aus förderrechtlichen Gründen“ nicht möglich ist. Weil das Jahnbad mit Fördermitteln errichtet wurde, bestehe formal eine Veränderungssperre bis zum Jahr 2025. Und weiter heißt es, in die „bestehende bauliche Anlage darf damit bis 2025 nicht eingegriffen werden“.

Borna fehlt idealer Freibadstandort

Für andere mögliche Freibadstandorte hatte Arcadis bereits vor Jahren keine guten Zeugnisse ausgestellt. Dabei waren seinerzeit neben der Wyhraaue, die als einzige als „grundsätzlich geeignet“ eingestuft wurde, und dem Jahnbad noch vier weitere Standorte unter die Lupe genommen worden. Als ungeeignet waren die ehemalige Grundschule Gnandorf und das Areal zwischen Landratsamt und Bahnhof evaluiert worden. Mit dem Label „eingeschränkte Eignung“ waren der Hartplatz in der Witznitzer Straße und der Sportplatz in Borna-Ost versehen worden.

Von Nikos Natsidis

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