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Borna Neuer Chefdirigent beim Musikhaus-Richtfest
Region Borna Neuer Chefdirigent beim Musikhaus-Richtfest
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14:44 02.02.2010

„Wann baut man schon mal ein Musikhaus?“, fragte Landrat Gerhard Gey in Bad Lausick. Die Seltenheit eines solchen Ereignisses unterstrich die Bedeutung des Tages: Im Rohbau des rund 3,1 Millionen Euro teuren Musikhauses am Rand des Bad Lausicker Kurparks fand das Richtfest statt. Die Besonderheit wurde durch den Raum, in dem es stattfand, unterstrichen: Das Ensemble RBO Brass testete die archaisch wirkende Bauhülle des noch nicht installierten Probensaals. Der Richtkranz mit seinen bunten Bändern schmückte die Decke, als Tim Busse den Richtspruch verlas. „Die Akustik ist hervorragend, selbst im Rohbau“, scherzte Gey. Er dankte den Planern, der Verwaltung und vor allem den Bauleuten für ihre Arbeit. Die Musiker des RBO reagierten darauf mit Beifall, ein Zeichen dafür, dass sie die Inbetriebnahme eines eigenen Hauses herbeisehnen. Seit acht Jahren nämlich arbeiten sie in einem wenig komfortablen und der Bedeutung des Ensembles kaum entsprechenden Interimsquartier in Leipzig. Ein reichliches Jahr müssen sie sich noch gedulden. Neuer Fertigstellungstermin für den Komplex, der neben dem Saal Proben- und Verwaltungsräume für das Orchester, die Bläserakademie und die Außenstelle der Kreismusikschule Muldental umfasst, ist nun der März 2011. Ursprünglich war – sehr ambitioniert – vom Spätsommer 2010, dann vom Jahresende die Rede. Die Gründe liegen unter anderem in der durch den Winter erzwungenen Bauruhe seit Mitte Dezember und in zusätzlich nötigem Bodenaustausch (die LVZ berichtete). Erst im Juli 2009 war der Grundstein gelegt worden für ein Vorhaben, das der Freistaat Sachsen über das Kulturraumgesetz mit 1,5 Millionen Euro fördert. Vor allem Firmen aus Bad Lausick und der Region kommen zum Einsatz. Den Entwurf lieferte das Architekturbüro Höer aus Bad Lausick. [image:phpCPEKxS20100202145909.jpg]

Das Richtfest nahm Professor Thomas Clamor zum Anlass, um sich in Bad Lausdick vorzustellen. Clamor leitet ab dem Jahresbeginn 2011 das Rundfunk-Blasorchester Leipzig. Gestern umriss er die Grundzüge seiner künftigen Tätigkeit. Wobei er ohne Umschweife auf den Begriff Chefdirigent zu sprechen kam. „Musikvermittelnd arbeiten, das ist treffender für mich“, sagte er. Das Musikpädagogische und die Teamarbeit seien seine Prioritäten. „Und als Orchestermusiker fühle ich mich nach wie vor“, bekannte er unter dem Beifall seiner Kollegen in spe. Dass die Musikvermittlung für den 46-Jährigen alles andere als eine Worthülse ist, belegt seine Biografie. Im letzten Jahrzehnt arbeitete er schwerpunktmäßig in Venezuela, gründete die lateinamerikanische Brass-Akademie mit. In Venezuela konzentriert er sich auf das Musizieren mit Heranwachsenden aus den unterprivilegierten Schichten. Knapp ein Vierteljahrhundert bereits arbeitet der Wahlberliner, der er auch als künstlerischer Leiter des RBO bleiben will, als Ensemblemusiker. An der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold hatte er Musik mit Hauptfach Trompete studiert und war mit 23 Jahren jüngstes Mitglied der Berliner Philharmoniker geworden. Die Hinwendung zum RBO nennt Clamor eine Liebe auf das erste Hören hin. „Mich beeindrucken die enorme Musizierfreude, die hohe Professionalität und das gute menschliche Miteinander“, sagte er gestern. „Ich hatte eigentlich ganz andere Pläne, als Chefdirigent zu werden. Aber als ich das Orchester im vergangenen Jahr erlebte, war für mich die Sache klar.“ 100 Interessenten hatten sich nach den Worten von Geschäftsführer Heiko Schulze auf die Ausschreibung der Chefdirigenten-Stelle beworben. Weil keiner den Erwartungen entsprach, „haben wir das Verfahren geändert und gezielt Personen angesprochen“.

Ekkehard Schulreich

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