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Borna Neuer Kultusminister bringt Millionenscheck für Schulsanierung nach Kitzscher
Region Borna Neuer Kultusminister bringt Millionenscheck für Schulsanierung nach Kitzscher
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18:31 06.04.2018
Die Stadt Kitzscher bekommt 2 223 665,56 Euro für die energetische Sanierung der Oberschule. Bürgermeister Maik Schramm (v.l.) und Schulleiterin Dagmar Schulz erhalten den symbolischen Scheck von Sachsens Kultusminister Frank Haubitz. Quelle: Jens Paul Taubert
Kitzscher

Sachsens neuer Kultusminister Frank Haubitz (parteilos) hat bei seinem ersten offiziellen Termin außerhalb des politischen Dresdens die Oberschule Kitzscher besucht. Anlass war die Übergabe eines symbolischen Schecks über die Fördermittel, welche die Stadt für die energetische Sanierung der 46 Jahre alten Plattenbauschule bekommt. Die große Summe ließ nicht nur Schulleiterin Dagmar Schulz von einem „für uns unwahrscheinlich glücklichen Moment“ sprechen, sie brachte sogar einen überraschten Schüler kurzzeitig ins Stocken, als Haubitz den Fünftklässler bat, die Zahl auf dem Riesenscheck vorzulesen: Erst der Nachbar brachte sie fehlerfrei über die Lippen: zweimillionenzweihundertdreiundzwanzigtausendsechshundertfünfundsechzig Euro und sechsundfünfzig Cent!

„Na, wieviel ist denn das?“ Kultusminister Frank Haubitz fragt Schüler Richard in der Reihe ganz vorn. Quelle: Jens Paul Taubert

Der Ministerbesuch war schon vereinbart worden, als noch die CDU-Politikerin Brunhild Kurth im Amt war. Haubitz, der seit seinem Amtsantritt am 23. Oktober vor allem mit Plänen zur Lehrerverbeamtung und zur Entbürokratisierung an Schulen für Aufmerksamkeit sorgte, maß dem symbolischen Akt offenbar große Bedeutung bei: Er hoffe, sagte er vor Schülern und Lehrern, er könne einen solchen Scheck in den nächsten Jahren auch an seine alte Schule in Dresden-Klotzsche bringen, die genau so aussehe, wie die in Kitzscher, und an möglichst viele andere Schulen. Denn: „Lernen soll Spaß machen“, sagte er, und das gelinge am besten in modernen, hellen und gut ausgestatteten Räumen.

Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) dankte allen Mitstreitern, die in den zurückliegenden Jahren für den Erhalt der Schule und damit auch für die jetzige Möglichkeit zur Sanierung gekämpft haben. Das damalige Schulgesetz habe zugelassen, dass rund 50 Prozent der Oberschulen geschlossen worden seien. „Wir haben uns dem nicht gebeugt“, so Schramm, der die jetzige Förderung als Lohn der Mühe bezeichnete.

Großes Medieninteresse bei der Scheckübergabe. Quelle: Jens Paul Taubert

Vor und nach der Scheckübergabe nahm sich Haubitz bei seinem ersten Besuch einer Schule als Minister viel Zeit für schulpolitische Gespräche. Überraschend kam er sogar zeitiger in Kitzscher an und redete eine knappe Stunde mit der Schulleiterin. Die steht zugleich dem Landesfachausschuss Bildung der CDU vor, der sich gerade in einem Brief an die Landtagsfraktion für die Unterstützung von Haubitz’ Vorschlägen zur Lehrerverbeamtung stark gemacht hat.

In einer anschließenden Runde mit Lehrern, Schulsozialarbeiterin und einer Vertreterin des Elternrates zeigte sich, wie hoch die Erwartungen an den neuen Chef des Kultusministeriums sind. Neben Verbeamtung und Bürokratieabbau ging es unter anderem auch um die Situation von Seiteneinsteigern. Nadja Heydasch, eine von vier Seiteneinsteigern an der Oberschule Kitzscher, unterrichtet jetzt im dritten Jahr. Sie schilderte, dass sie mit ihrer Qualifikation eigentlich nur für Russisch eine Lehrbefähigung habe, mittlerweile aber vier Fächer gebe und seit diesem Schuljahr Klassenleiterin ist. Sie wollte wissen, wie sie ihre nötige Qualifikation erreichen und ihre Karriereaussichten stärken kann. Der einzige Vorschlag der Bildungsagentur bisher sei, verkürzt zu arbeiten und nebenbei zu studieren. Das, sagte Haubitz, könne er sich so nicht vorstellen. Eine Antwort habe er aber noch nicht, im Ministerium werde daran gearbeitet.

Das trifft auch für ein weiteres Problem zu: Eine Lehrerin bemängelte den Wegfall eines Vertiefungskurses für Berufsorientierung in der zehnten Klasse zugunsten anderer Fächer. Haubitz machte klar, dass mit politischer Bildung und Digitalisierung weitere Felder in den Stundenplan drängen. Dabei seien Sachsens Schüler schon führend bei der Anzahl der Wochenstunden. Sein Ziel sei, die Stundentafel abzuspecken und den Schulen dabei noch Freiräume zu schaffen, in denen sie eigene Schwerpunkte setzen können.

Kultusminister Frank Haubitz und Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm im Gespräch. Quelle: Jens Paul Taubert

Bei so viel Willen zur Gestaltung und Veränderung wünschte Schulleiterin Schulz dem Minister zum Schluss Gesundheit und Beharrlichkeit. Das wird nötig sein, denn Frank Haubitz hat versprochen, nach Abschluss der Sanierung erneut nach Kitzscher zu kommen und sich anzuschauen, was aus der Schule geworden ist. Frühestens Ende 2019 dürfte es so weit sein.

Von André Neumann

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