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Borna Neuer Mieter für Groitzscher Stadthaus: Physiotherapie folgt auf Lebensmittelladen
Region Borna Neuer Mieter für Groitzscher Stadthaus: Physiotherapie folgt auf Lebensmittelladen
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00:33 24.02.2018
Das leere Geschäft im Groitzscher Stadthaus an der Ecke Altenburger Straße/Breitstraße erhält nach dem Umbau einen neuen Mieter. Auf die Edeka-Filiale folgt eine Physiotherapie-Praxis. Quelle: Andreas Döring
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Groitzsch

Eins der markantesten Gebäude in Groitzsch erhält demnächst einen neuen Mieter. Im sogenannten Stadthaus an der Ecke Breitstraße/Altenburger Straße wird derzeit das Erdgeschoss umgebaut und saniert. Nach der Fertigstellung wird hier eine Physiotherapie einziehen. Eigentümer des Gesamtkomplexes, der sich rund 100 Meter an der Altenburger Straße entlang bis zur ehemaligen Feuerwache zieht, ist die Groitzscher Wohnungs- und Baugesellschaft (GWB), ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt.

Denkmalschutz bringt viele Auflagen mit sich

„Die Baugenehmigung haben wir im November erhalten“, sagt GWB-Geschäftsführerin Yvonne Schmidt. „Im Januar haben die Abrissarbeiten im Inneren begonnen.“ Planer und Bauleiter ist Hennig Gräber, dessen Ingenieurbüro zwar in Zeitz sitzt, der aber als Einwohner von Löbnitz-Bennewitz und Stadtrat in Groitzsch ein Einheimischer ist.

Das Erdgeschoss erfährt eine räumliche Umgestaltung sowie eine Komplettsanierung, informiert Schmidt. Nach der Wende habe es in diesem Bereich bis auf eine Heizungserneuerung 1993 kein größeres Instandsetzungsvorhaben gegeben. „Da muss also einiges gemacht werden, zumal die Nutzungsart wechselt.“ Früher wurden hier Lebensmittel verkauft.

Bauberatung vor Ort (v. li.): Michael Bücheler, Elektro Mechanik Groitzsch, Bausanierer Olaf Müller sowie Bauleiter und Planer Henning Gräber. Quelle: Andreas Döring

Da das Haus unter Denkmalschutz steht, sind zahlreiche Auflagen einzuhalten. „Unter anderem mussten wir die Angebote für die Fenster an die Behörde im Landratsamt weiterleiten“, so die GWB-Chefin. Das werde bei der späteren Gestaltung der Fassade nicht anders sein. Da die Fenster nun Sonderanfertigungen sind, gebe es eine Bestellzeit von zwölf Wochen.

Physiotherapie will sich mit Umzug vergrößern

Nach den Elektro- und Sanitärinstallationen werden die Räume für die Praxis hergerichtet. Vorgesehen sind sechs Behandlungskabinen, ein Gymnastik- und ein Kursraum sowie ein Empfangs- und Wartebereich. „Dabei müssen wir auf vorgeschriebene Raumhöhen achten und wegen der öffentlichen Nutzung stärkere Brandschutzregeln einhalten.“ Geplant ist das Projekt mit einem Finanzvolumen von 160 000 Euro. „Wir rechnen aber mit Zusatzkosten aufgrund des alten Hauses“, sagt Yvonne Schmidt.

Einziehen wird nach der Fertigstellung die Praxisgemeinschaft für Physiotherapie und Rehasport von Ines Vogel und Susan Scholz, die ihr Domizil im Sebastians Hof hat. „Die Frauen sind dort schon Mieter der GWB, wollen aber ihr Geschäft vergrößern. Da passt das gut“, so Schmidt. „Zumal wir im Stadthaus einen ebenen, barrierefreien Zugang schaffen, den ihre Praxis aktuell nicht hat.“ Für die Eröffnung hoffe das Duo zwar auf den Juli, was aber kaum zu realisieren sei.

Mit den Physiotherapeuten wird das medizinische Angebot im Stadthaus ergänzt. Gibt es hier in der ersten Etage doch schon eine Gemeinschaftspraxis des Internisten Dr. Johannes Geppert und des Urologen Dr. Tim Weiske sowie im Erdgeschoss mit Eingang um die Ecke die Arkaden-Apotheke. Im zweiten Stockwerk und im Dachgeschoss befinden sich Wohnungen. „Deshalb versuchen wir mit unseren Bauzeiten, vor allem den lärmintensiven Arbeiten, auf die Ärzte und Anwohner Rücksicht zu nehmen. Wir bitten um Verständnis“, so Schmidt.

Wohn- und Geschäftshaus entstand im Jahre 1927

Errichtet worden war das Wohn- und Geschäftshaus, dessen Adresse Breitstraße 16 lautet, 1927 im Auftrag der Stadt. In der Liste der Kulturdenkmäler steht es wegen „des ortsbildprägenden Baukörpers im expressionistisch anmutenden und traditionalistischen Stil der 1920er-Jahre“. Es hat unter anderem einen viergeschossigen Rundturm mit Spitze und Durchgang sowie einen Arkadengang, Sandsteinpfeiler und Eckquaderung. Gleich zu Beginn zog ein Lebensmittelgeschäft im Erdgeschoss ein, das schon damals von der Konsumgenossenschaft betrieben worden war, sagt Ortschronist Roland Meyer.

Zu DDR-Zeiten hieß der Laden in der Bevölkerung „der große Konsum“ (im Gegensatz zum „kleinen Konsum“ am Markt). 1992 eröffnete Loritta Benndorf, die hier schon seit 1958 gearbeitet hatte, eine Edeka-Filiale. Seit sie im November 2014 in den Ruhestand ging und Schwiegertochter Silke Benndorf das Geschäft in den Sebastians Hof verlagerte, haben die Räume leer gestanden. Die Apotheke zog vor gut 20 Jahren als Nachbar ein. Ältere Groitzscher erinnern sich noch, so Meyer, dass sich dort früher das Warmbad befunden hatte, als Baden noch nicht in jedem Haushalt möglich gewesen war.

Von Olaf Krenz

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