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Borna Neuer Name: Tourismusverein Borna und Kohrener Land startet durch
Region Borna Neuer Name: Tourismusverein Borna und Kohrener Land startet durch
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00:48 20.04.2018
Vorsitzender Karsten Richter. Quelle: privat
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Kohren-Sahlis/Borna

Nach einem Vierteljahrhundert Engagement im und für das Kohrener Land, zuletzt aber erheblichen wirtschaftlichen Turbulenzen, will der Fremdenverkehrsverband neu durchstarteten. Grundlage sind eine neue Satzung, eine neue Beitragsordnung – und ein neuer Name: Tourismusverein Borna und Kohrener Land. Man wolle nicht das Rad neu erfinden, sondern auf solider finanzieller Basis für die Mitglieder arbeiten, sagt der Vorsitzende Karsten Richter. Abgeschlossen wird die Konsolidierung im Frühjahr 2017 mit dem Beschluss des Finanzplanes und der Wahl eines neuen Vorstands. Die LVZ sprach mit Richter nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über neue Ansätze und neue Wege.

Nicht mehr Fremdenverkehrsverband, sondern Tourismusverein mit einem um die Stadt Borna erweiterten Namen – warum das?

Sich von dem Begriff Fremdenverkehrsverband zu trennen, war länger schon in der Diskussion. Wir sind kein Zweckverband, sondern ein Verein. Dass das Kohrener Land unser Kerngebiet ist, stand nie zur Debatte. Der Bornaer Stadtrat aber äußerte den Wunsch, Borna möge sich – als größter Beitragszahler – auch im Namen wiederfinden. Dem haben die Mitglieder jetzt entsprochen.

Der Verein, der seit Längerem schon die Tourist-Information auf dem Markt der Kreisstadt betreibt, trennt sich endgültig von seiner Gnandsteiner Geschäftsstelle, wo 1991 alles begann?

Die Information wird sehr gut angenommen. Wenn wir sie betreiben, sollte auch die Geschäftsstelle dort sein. Wir brauchen kurze Wege, bündeln Kräfte, reduzieren Kosten. Anders geht es nicht. Der Umzug findet Anfang nächsten Jahres statt. Im Gespräch ist, das Gebäude in Borna mittelfristig gemeinsam mit den Städtischen Werken zu nutzen.

In Kohren-Sahlis gibt es für Ausflügler keinen Anlaufpunkt mehr?

Jetzt müssen wir uns erst einmal auf das Kerngeschäft konzentrieren. Aber mittelfristig könnte es durchaus einen Info-Punkt geben. Vielleicht finden wir eine Lösung gemeinsam mit Vereinsmitgliedern vor Ort.

Dass die Hauptamtlichen des Verbandes, historisch so gewachsen, bisher Angestellte der Stadt Kohren-Sahlis waren, wurde in den vergangenen Monaten zu einer Gretchen-Frage. Mit welchem Personal arbeitet der Verein nun?

In der Bornaer Information gibt es eine Geschäftsstellen-Leiterin, außerdem drei geringfügig Beschäftigte; zwei dieser Stellen schreiben wir jetzt aus. Wir sind dabei, mit Kohren-Sahlis eine Lösung zu finden, sodass es zu keinem Abbruch in der Kontinuität unserer Arbeit kommt. Fakt ist: Wir können nur so viel Geld ausgeben, wie wir erwirtschaften.

Wofür steht der Tourismusverein?

Wir möchten mit unseren Mitgliedern und Partnern den regionalen Tourismus weiterentwickeln, für die Region auf Messen, mit Drucksachen, auf der Homepage, die neu gestaltet wird, gezielt werben, Beratung und Unterstützung geben, Qualifikationen anbieten, den Erfahrungsaustausch fördern. Wir möchten auf das Eigentliche zurückkommen, seit das Überleben gesichert ist.

Warum braucht es südlich des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland noch einen zweiten Verein dieser Art?

Weil das die Mitglieder ganz klar so wünschen. Weil sie vor Ort einen Interessenvertreter wünschen. Beide Regionen und Vereine sind doch recht unterschiedlich. Was das überregionale Marketing betrifft, das läuft über die große DMO (Destinationsmanagementorganisation) Leipzig Region.

Borna, Frohburg, Kohren-Sahlis, Geithain, Narsdorf: Diese fünf Kommunen bilden das finanzielle Rückgrat eines Vereins mit in Summe 130 Mitgliedern, meist kleinen privaten Anbietern. Bleiben die Kommunen als größte Geldgeber dabei?

Bis auf Geithain haben das alle zugesichert. Und Geithain hat sich nicht zurückgezogen, ist also auch 2017 weiter Mitglied. Es ist unser Geschick, die Arbeit so zu gestalten, dass alle Kommunen den großen Mehrwert für sich erkennen. Wir brauchen sie als gewichtige Partner, gar keine Frage.

Um die Einnahmen-Seite zu verbessern, hat die Runde eine neue Beitragsordnung mit höheren Beiträgen beschlossen...

Die Kommunen zahlen künftig einen Euro je Einwohner anstatt 90 Cent. In Teilen gibt es eine deutliche Erhöhung für die Privaten, ein Signal, dass sich die Kommunen wünschten. Auch andere verschlossen sich nicht, um den Verein zu sichern. Dafür sieht der neue Finanzplan, der in Arbeit ist und im Frühjahr beschlossen werden soll, keine Sonderabgaben für Kommunen mehr vor.

Die Leader-Förderregion Land des Roten Porphyrs wird uneingeschränkt fortgeführt?

So ist es. Mit dem Heimat- und Verkehrsverein Rochlitz arbeiten wir hier seit Jahren sehr gut zusammen, das setzen wir fort.

Die Neuwahl des Vorstandes soll letzter Punkt der Neufindung sein. Warum erfolgte die nicht jetzt, sondern ist erst im Frühjahr geplant?

Wir wollten nichts überstürzen. Ein Teil des bisherigen Vorstandes wird sich nicht noch einmal zur Wahl stellen. Deshalb sind alle Mitglieder aufgefordert zu prüfen, ob sie bereit sind, in diesem Gremium Verantwortung zu übernehmen. Der neue Vorstand kann dann ein gut bestelltes Haus übernehmen – anders als das angesichts vieler offener Fragen in den vergangenen Monaten möglich gewesen wäre.

Von Ekkehard Schulreich

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