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Neuer Plan gegen Schlamm im Röthaer Schlossteich: Auswintern

Schlosspark Neuer Plan gegen Schlamm im Röthaer Schlossteich: Auswintern

Auf der Suche nach einer kostengünstigen Möglichkeit für die Sanierung des Röthaer Schlossteiches will der Förderverein „Rötha – Gestern. Heute. Morgen.“ jetzt ganz auf den Einsatz von Technik verzichten und stattdessen auf eine rein natürliche Lösung setzen.

Nutrias unterhöhlen die Ufer des Schlossteiches und knabbern die Wurzeln der Bäume an.

Quelle: André Neumann

Rötha. Auf der Suche nach einer kostengünstigen Möglichkeit für die Sanierung des Röthaer Schlossteiches will der Förderverein „Rötha – Gestern. Heute. Morgen.“ jetzt ganz auf den Einsatz von Technik verzichten und stattdessen auf eine rein natürliche Lösung setzen. Darüber informierte unlängst Dieter Kunze, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins.

Noch im Frühjahr hatte der Verein das so genannte Drausy-Verfahren für den Abbau des Schlammes aus dem Teich ins Spiel gebracht. Das sollte durch Zufuhr von Sauerstoff beschleunigt werden. Mittels eines Kompressors, so der damalige Plan, wäre über perforierte Schläuche permanent Luft ins Wasser eingebracht worden. Nach einem Jahr hätte ein Teil der Schläuche im Teich bleiben müssen. Zur Energiegewinnung für den Kompressor wurde über eine Solaranlage auf der Insel im Schlossteich nachgedacht.

Diese Variante wäre vermutlich preiswerter gewesen als eine mechanische Entschlammung mit Baggern und Entsorgung des Aushubes, hätte aber immer noch rund 50 000 Euro gekostet. Die nun gefundene Lösung scheint so simpel wie billig zu sei und heißt schlicht: Auswintern. Dazu wird der Teich im Herbst abgelassen und liegt den Winter über trocken. Berichte von Teichbetreibern, Anglern und Fischern besagen, dass sich die Schlammschicht auf diese Weise bereits deutlich reduzieren kann.

Den Tipp erhielt der Förderverein von Mitgliedern des Mölbiser Anglervereins, die ihre eigenen Versuche mit natürlicher Teichentschlamung geschildert hatten. „Das ist eine Lösung, wie sie schon seit 500 Jahren in Sachsen praktiziert wird“, sagte Kunze. Das Drausy-Verfahren sei damit noch nicht gänzlich vom Tisch, zuerst wolle man aber die natürliche Entschlammung ausprobieren.

Eine Entscheidung, der angesichts der Kosten auch Bürgermeister und Fördervereinsmitglied Stephan Eichhorn (parteilos) beipflichtet. Er habe, sagte er, das bisherige Projekt „nicht ganz ohne Bauchschmerzen gesehen“. Und Eichhorn sieht noch einen weiteren, nicht unwesentlichen Vorteil: Für das Trockenlegen und Auswintern des Teiches brauche man nicht einmal behördliche Genehmigungen.

Achim Keil vom Förderverein wies auf ein weiteres Problem bei der Sanierung des Schlossteiches hin. Die brüchigen Ufer müssten gleichzeitig befestigt werden. Er plädierte dafür, abschnittsweise Wasserbausteine einzusetzen. Zugleich machte Keil wiederholt auf die Ursache von unterhöhlten Ufern und geschädigten Bäumen aufmerksam. Es seien die Nutrias, die am Schlossteich leben.

Von André Neumann

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