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Borna Neuer Superintendent im Leipziger Land kommt frühestens im September
Region Borna Neuer Superintendent im Leipziger Land kommt frühestens im September
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13:10 11.03.2018
Pfarrerin Barbara Vetter führt die Geschäfte in der Superintendentur kommisarisch weiter. Quelle: Nikos Natsidis
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Borna/Prießnitz

Am 9. September lädt der Kirchenbezirk Leipziger Land zum Kirchenbezirkstag ein, vermutlich nach Borna. Im günstigsten Fall wird dann der Nachfolger des bisherigen Superintendenten Matthias Weismann in sein Amt eingeführt. Weismann hatte jedenfalls in weiser Voraussicht schon einmal beim Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, Carsten Rentzing, vorgefühlt und den Termin reservieren lassen. Immerhin ist es üblich, dass der Bischof Superintendenten in ihr Amt einführt. Bis es so weit ist, führt die Prießnitzer Pfarrerin Barbara Vetter die Geschäfte im Kirchenbezirk.

Ex-Superintendent Matthias Weismann übergibt den Staffelstab (ein echter aus alter Zeit) an Pfarrerin Babara Vetter. Quelle: Jens Paul Taubert

Die 59-Jährige kennt den Sprengel zwischen Wurzen, Grimma und Borna nach fast elf Jahren in Prießnitz gut genug, um zu wissen, welches Profil der oder die neue Pfarrer(in) an der Spitze der Ephorie, zudem erster Pfarrer der Bornaer Gemeinde, haben sollte. Immerhin hat Weismann in mehr als zwei Jahrzehnten Spuren hinterlassen und Maßstäbe gesetzt.

Kirchgemeinden werden immer kleiner

Für die erfahrene Pfarrerin mit Wurzeln im Erzgebirge ist deshalb klar, dass der neue Superintendent Erfahrungen im ländlichen Raum haben sollte. Heißt: „Er sollte vor kleinen Zahlen nicht erschrecken.“ Barbara Vetter weiß, wovon sie spricht. Zwar ist sie neben Prießnitz auch für Elbisbach und Flößberg sowie Schönau und Nenkersdorf zuständig, liegt aber mit etwa 900 Gemeindegliedern unter der Größe, die die sächsische Landeskirche als Richtgröße für einen Geistlichen auf dem flachen Land (etwa 1000 Leute), vorgegeben hat.

Der neue Mann respektive die neue Frau an der Kirchenbezirksspitze „muss damit leben, dass die Bevölkerung bei uns älter ist als in den Städten“. Dass sie weiter zurückgehen wird, ändert nach Überzeugung der couragierten Landpfarrerin nichts daran, dass der künftige Superintendent Hoffnung geben sollte. Außerdem muss der Neue Impulse setzen und Ideen mitbringen.

Neuer Superintendent muss Impulse setzen

Dass er sich zudem in seiner Arbeit nicht nur auf die Klientel der Kirchensteuerzahler beschränken sollte, liegt für Barbara Vetter, deren erster Berufswunsch einstmals Ärztin lautete, auf der Hand. „Die Kirche ist für alle da.“ Sie müsse in die Gesellschaft hineinwirken, und zwar über ihre reale Größe hinaus. Etwa durch die Kirchenmusik und die Diakonie oder über Veranstaltungen wie die alljährliche Dorfkirchennacht. Der bisherige Superintendent sei sehr kontaktfreudig gewesen, und sein Nachfolger sollte aufgeschlossen gegenüber Leuten sein, die keine Christen sind.

Möglicher Einführungstermin am 9. September

Die stellvertretende Superintendentin wünscht sich einen neuen Superintendenten mit „einem weiten Herz, der integrieren sollte“. Jemanden, der nicht nur verwaltet, „sondern auch als geistliche Person wahrnehmbar ist“. Das schließe ein, dass er auch etwas von seinem persönlichen Glauben spüren lasse. Hinter die Leipziger Erklärung, derzufolge es homosexuellen Geistlichen mit Einverständnis der Gemeinde erlaubt sein soll, gemeinsam mit ihrem Partner im Pfarrhaus zusammenzuleben, dürfe der neue Superintendent nicht zurückfallen.

Der könnte tatsächlich am 9. September und damit ein reichliches halbes Jahr nach dem Ende der Ära Weismann in sein Amt eingeführt werden. Es gibt mehrere Bewerber, bestätigt Babara Vetter. Bis zu drei von ihnen stellen sich der Kirchenbezirkssynode am 24. März vor, die dann einen der Kandidaten wählt. Der hält später einen Gottesdienst in Borna – und wird im Idealfall von der Dresdner Kirchenleitung bestätigt.

Von Nikos Natsidis

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