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Borna Neues Buch beleuchtet das Wirken Martin Luthers auch im Landkreis Leipzig
Region Borna Neues Buch beleuchtet das Wirken Martin Luthers auch im Landkreis Leipzig
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13:00 21.03.2017
Der Dom in Wurzen. Quelle: Andreas Röse
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Landkreis Leipzig

Die Ehefrau von Martin Luther war Nonne im Kloster Nimbschen. Es ist deshalb klar, dass Grimma im neuen Buch „Der Lutherweg in Sachsen“ ebenso beleuchtet wird wie Borna. Hier war der Reformator etliche Male zu Gast. „Entdeckungen im Mutterland der Reformation“ ist das 141 Seiten umfassende Buch aus der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig untertitelt, das pünktlich zur Leipziger Buchmesse erscheint und künftig zur Grundausstattung in Buchhandlungen, Fremdenverkehrseinrichtungen und Kirchgemeinden gehören sollte.

Der sächsische Lutherweg, dessen erste Teilstrecke von Torgau nach Bad Düben im Jahr 2011 vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) eröffnet wurde, erstreckt sich 550 Kilometer auf zwei Teilstrecken von Thüringen bis nach Zwickau. Von den insgesamt 27 Orten, die sich in gewisser Weise als Lutherorte bezeichnen können, liegen sieben im Landkreis Leipzig. Keineswegs für alle ist belegt, dass der Reformator auch tatsächlich seinen Fuß hinter die jeweiligen Stadtmauern gesetzt hat. Wohl aber stehen alle Orte in einer Beziehung zu ihm.

Zum Beispiel Wurzen. Die Stadt stand nach der Leipziger Teilung des Hauses Wettin sowohl unter Schutzherrschaft der Albertiner als auch der Ernestiner. Als die sich über die Finanzierung der Türkenkriege in die Haare kriegten, war es Luther, der die beiden Fürsten nachdrücklich an ihre Friedenspflicht erinnerte. In der Konsequenz zogen Torgauer Soldaten, die bereits in Wurzen eingerückt waren, wieder ab – und wurden von den Wurzenern mit Osterfladen beschenkt, so dass das Ereignis auch als Fladenkrieg in die Geschichte einging.

Für die Verbindung von Trebsen zum großen Bibelübersetzer steht die dortige Adelsfamilie von Minckwitz, die so sehr von der Reformation begeistert war, dass es hier bereits vier Jahre nach dem Wittenberger Thesenanschlag einen evangelischen Pfarrer gab. Ähnlich verhält es sich mit Colditz, wo Wenzeslaus Linck 1483 als Sohn eines Ratsherren geboren wurde, der zu den frühen Unterstützer von Luther gehörte. Oder auch mit Gnandstein. Heinrich von Einsiedel, Herr der Burg Gnandstein, bekannte sich schon sehr früh zur Reformation. Die Burgkapelle, die heute noch nahezu authentisch erhalten ist, wurde bereits zu Luthers Zeiten genutzt.

Das heutige Neukieritzsch gehört zweifellos zu den herausragenden Orten am sächsischen Lutherweg. Schließlich wurde die Gattin des Reformators hier, auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils Lippendorf geboren, was der Leser aber wissen sollte. Die Autoren Bernd Görne und Andreas Schmidt führen diesen wichtigen Fakt nicht an.

Dass Borna einen Platz am Lutherweg verdient, folgt schon allein aus der Tatsache, dass er hier etliche Male Gast bei seinem Freund und Geleitsmann Michael von der Strassen war. Die Autoren sprechen von 13 Besuchen, andere Quellen gehen von mehr als 20 Aufenthalten aus. Davon abgesehen war die Stadt einer der ersten Orte, in denen es einen evangelischen Prediger gab.

Und natürlich darf die Perle des Muldentals nicht fehlen in dem Buch, in dem der Leser auch über die Geschichte der Orte und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten informiert wird. Für Grimma nicht die erste publizistische Erwähnung als Wirkungsort von Martin Luther durch die Evangelische Verlagsanstalt. Die Stadt war bereits vor einiger Zeit alleiniger Gegenstand eines großformatigen buntbebilderten Heftes der Reihe „Orte der Reformation“, so wie Leipzig und Stuttgart auch.

Wer das Buch in die Hand nimmt, erfährt auch etwas über die jeweilige Ortsgeschichte sowie die Entstehung des Lutherweges. Eine prägnante Beschreibung der wichtigsten Stationen von Luthers Lebensweg rundet das Buch, das am Donnerstag, 17 Uhr im Rahmen der Buchmesse in der Reisemission in der Leipziger Jacobstraße 10 vorgestellt wird, ab. Für Leute, die sich auf die Spuren des Reformators in Sachsen begeben wollen, ist es eine handliche und praktische Hilfe.

ISBN 978-3-374-04852-7

Von Nikos Natsidis

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