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Borna Neues Konzept für Volkskundemuseum in Wyhra
Region Borna Neues Konzept für Volkskundemuseum in Wyhra
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20:00 04.12.2018
Der Oma- und Opa-Tag ist einer von vielen Höhepunkten im Volkskundemuseum. Dann können unter anderem frühere Waschtechniken ausprobiert werden. Quelle: Julia Tonne
Borna

Erst kürzlich wurde bekannt: Die Stadt Borna übernimmt aller Voraussicht nach in Zukunft das Volkskundemuseum Wyhra. Nun stellt sich außerdem heraus: Konzepte zur Weiterentwicklung des Museums gibt es schon seit einiger Zeit. So hatte Sandra Brand, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland, gemeinsam mit der Architektin Elke Voigt bereits im Sommer ein Funktionskonzept erarbeitet.

Und in dem geht es vor allem um Ziele, um den Museumsbetrieb zu erhalten: die Erhöhung der Erlebnismöglichkeiten und Verlängerung der Aufenthaltsdauer, die Erhöhung der Zahl der Museumsbesucher (derzeit sind es jährlich rund 3600), der Einnahmen und der Effizienz. Zudem soll der jährliche Zuschuss reduziert werden.

Eintrittspreise fürs Museum könnten steigen

Auch die Eintrittspreise stehen dabei auf dem Prüfstand. Sie sollen so angepasst werden, ohne Familien stärker zu belasten. Ob das klappt, ist fraglich. Aktuell zahlen Erwachsene 1,50 Euro Eintritt, Kinder bis sechs können die Ausstellung kostenfrei besuchen, für Jugendliche werden 75 Cent fällig. Nach der neuen Regelung dürfen Kinder bis 16 Jahren zwar kostenfrei ins Museum, Erwachsene müssten dann aber fünf Euro zahlen.

Museumsleiter Hans-Jürgen Ketzer zeigt die weihnachtlich herausgeputzte gute Stube. . Quelle: Julia Tonne

Durch die Beschränkung auf einen saisonalen Betrieb und durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Borna rechnen die beiden Konzeptautoren ebenfalls mit einer drastischen Senkung der Personalkosten: von bisher rund 160.000 Euro auf etwa 25.000 Euro. Das würde bedeuten: Von den derzeit vier Vollzeit und einer Teilzeitstelle bleibt nur eine Mitarbeiterin übrig, die nur für sechs Monate im Jahr beschäftigt wird.

Scheune könnte zur Pilger-Herberge werden

Laut Konzept könnten die Ziele unter anderem durch die Umgestaltung des derzeitigen Gastraumes in ein Trauzimmer (zugleich Vortragsraum) und durch die Umgestaltung der Büro- in Ausstellungsräume erreicht werden. Im Gespräch ist für den Alten Stall der Ausbau des unteren Gebäudeteils zum Empfangsbereich mit Museumskasse, alternativ die Errichtung eines neuen Funktionsgebäudes. Der Neue Stall kann laut Konzept baulich unverändert bleiben, lediglich die Ausstellung muss überarbeitet werden.

Bleiben noch Ideen für das bislang ungenutzte Gebäude des Vierseithofs und die Scheune. Die Vorschläge von Brand und Voigt sehen vor, in der Remise, also im Wirtschaftsgebäude, Museumspädagogik und möglicherweise einen Gruppenschlafplatz unterzubringen. In der Scheune müssten den beiden zufolge eine Gemeinschaftsküche mit Frühstücksraum und Sanitäranlagen geschaffen werden. Im Ergebnis kann die Scheune dann als Pilger-Herberge dienen. Mehrere sogenannte Schäferkarren (eine Art Bauwagen) als „einfache Unterkunft“ ergänzen das Herbergsangebot.

Öffnungszeiten des Museums werden reduziert

Die Ausarbeitungen von Brand und Voigt sehen zudem die Befestigung der Parkflächen entlang der Zufahrt vor, eine Neubauvariante für Kasse und Verwaltung und die Reduzierung der Öffnungszeiten, also die Einrichtung eines Saisonbetriebs „entsprechend den Ausflugsgewohnheiten der Besucher“.

Investitionen von mehreren hunderttausend Euro nötig

Doch ohne entsprechende Investitionen in das Volkskundemuseum sind die vorgeschlagenen Ideen kaum umzusetzen. Auf mehrere hunderttausend Euro würden sich die Gesamtkosten belaufen. Brand und Voigt rechnen aber durchaus mit möglichen Fördermitteln, unter anderem aus dem europäischen Leader-Topf. Am Donnerstag steht das Thema Übernahme des Museums durch die Stadt auf der Tagesordnung des Stadtrates.

Von Julia Tonne

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