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"Neues Leben": Bornaer Kita will bis 20 Uhr und sonnabends öffnen

Modellprojekt "Neues Leben": Bornaer Kita will bis 20 Uhr und sonnabends öffnen

Die Bornaer Kindereinrichtung Neues Leben will sich für die Zukunft aufstellen. Wenn die Stadt Borna in das Förderprogramm des Bundes für längere Betreuungszeiten in Kindereinrichtungen aufgenommen wird, dann könnte das Leben in den Räumen der Einrichtung bald täglich von 6 bis 20 Uhr toben. Auch am Sonnabend.

Wenn die Stadt Borna in das Förderprogramm des Bundes für längere Betreuungszeiten in Kindereinrichtungen aufgenommen wird, dann könnte das Leben in den Räumen der Einrichtung bald täglich von 6 bis 20 Uhr toben. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Borna. Noch rennen die Eltern den Betreibern der Kindertagesstätte mit dem Wunsch nach längeren Betreuungszeiten nicht die Bude ein. "Wenn jedoch das Angebot stehen sollte, werden auch Bedarf und Nachfrage wachsen", sagte Heidi Napierski, Sachgebietsleiterin für Jugend- und Schulangelegenheiten, Gleichstellungs- sowie Frauenbeauftragte. Die Antrag zur Aufnahme in das Bundesprogramm KitaPlus ging gestern mit der Post auf den Weg.

Darin macht die Stadt unter anderem deutlich, dass sie den Testballon in der kommunalen Einrichtung in der Haulwitzer Straße steigen lassen möchte. Diese scheint von der Größe her besonders geeignet. 95 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren können dort den Tag verbringen. Die Kita Neues Leben hat sich in der Vergangenheit bereits als Intergrationseinrichtung profiliert. Für neun behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder steht Platz zur Verfügung. Die längeren Öffnungszeiten sollten für alle Familien eine Option sein, begründete Napierski die Wahl.

Mit einer Blitzumfrage hatte die Stadtverwaltung den Bedarf für ein solches Projekt erfragt. Dabei sei laut Napierski deutlich geworden, dass trotz der bereits bestehenden Betreuung bis 20 Uhr in Ausnahmefällen flexiblere Zeiten für die Unterbringung ihrer Sprösslinge von den Eltern gewünscht werden. "Das Angebot richtet sich unter anderem an Schichtarbeiter, Alleinerziehende und junge Muttis in der Ausbildung", sagte sie. "Dabei geht es nicht um längere Betreuungszeiten für die Kinder", ergänzte Annett Tiepner, Leiterin der Kita Neues Leben. Ein Betreuungsvertrag von elf Stunden sei auch künftig das Maximum.

Während das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bis Ende des Jahres über den Förderantrag der Stadt Borna entscheiden wird, schafft das Team um Tiepner bereits die Voraussetzungen für einen 14-Stunden-Tag im Neuen Leben. "Für uns ist das eine interessante Herausforderung", sagte sie. Ein flexibler Tag für die Kinder bedeute auch flexible Arbeitszeiten für die Erzieherinnen. Trotz der Berücksichtigung individueller Belange habe die Einrichtung aber auch einen Bildungsauftrag. "Wir sind eine Gemeinschaftseinrichtung", so Tiepner weiter. Entsprechend des künftigen Bedarfs sollen Beschäftigung und Lernzeiten angepasst werden. "Aber wir wollen kein Kinderhotel aus unserer Kita machen", stellte die Chefin fest.

Wie in den Kindertagesstätten sieht Napierski auch bei den Horteinrichtungen in Borna die Notwendigkeit für längere Betreuungszeiten. Diskutiert wird eine Ausweitung von derzeit 16 auf 17 Uhr. Eine entsprechende Satzungsänderung will Napierski noch in diesem Jahr auf den Weg bringen. Sollte darüber Einverständnis erzielt werden, könnte bereits im zweiten Halbjahr des laufenden Schuljahres der Hort eine Stunde länger öffnen.

Mit flexiblen Betreuungszeiten sieht die Fachdienstleiterin das Profil der Stadt Borna als familienfreundliche Stadt geschärft. Den Anstoß dazu hatten verschiedene Abgeordnete im Stadtrat gegeben. "Solche Veränderungsprozesse sind eine Chance", sagte Napierski.

Wenn die neue Krippe in Borna-Nord in Betrieb geht, könne der Wunsch von Eltern nach Kinderbetreuung in der Stadt hundertprozentig erfüllt werden. Für alle Bornaer Kinder im Alter von eins bis drei Jahre stünde ein Krippenplatz zur Verfügung. Derzeit werden 790 Kinder in kommunalen und in Einrichtungen freier Träger sowie in Tagespflege versorgt.

Birgit Schöppenthau

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