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Neues Lutherstück im Kopf

Neues Lutherstück im Kopf

Einen Tag nach dem Ende des Lutherfestes waren sich gestern Kirchgemeinde wie Stadtverwaltung einig, dass die Veranstaltung ein großer Erfolg war. Der katholische Pfarrer Dietrich Oettler kritisierte Teile des Theaterstücks "Luther und seine Bornaer".

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Engagiert und mit Herzblut waren die Darsteller bei der Aufführung des Stücks "Luther und seine Bornaer" bei der Sache. Autor Michael Potkownik hat schon Ideen für eine Fortsetzung. Fotos (4): Thomas Kube

Quelle: Thomas Kube

Borna. Dessen Autor Michael Potkownik hat bereits Pläne für ein neues Stück. Das Fest war vorgestern mit einem Konzert der Sächsischen Bläserphilharmonie zu Ende gegangen.

Der Mann brennt regelrecht. Autor Potkownik hat jedenfalls bereits ganz konkrete Vorstellungen. "Ich schon ein neues Lutherstück im Kopf." Klar ist für den 63-Jährigen einstigen E-Lok-Fahrer und späteren Operativtechnologen in Witznitz, der auch drei Jahre Wirtschaftswissenschaften an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig studiert hat, "dass das es das bisherige Stück so nicht wieder geben wird". Mindestens eines Szene werde er komplett erneuern. Die Bilder mit viel Volk sollen dagegen Bestandteil eines neuen Stücks bleiben.

Die Idee zum Stück "Luther und seine Bornaer" stammt aus einem Vorlage, in der das Markttreiben vor der Kirche beschrieben wird. Fertig war das Stück dann im vorigen Jahr, wobei es während der Proben seit Jahresanfang immer wieder geändert und an den einzelnen Szenen gefeilt wurde. Potkownik freut sich, "dass es gelungen ist, eine Gruppe dazu zu befähigen, dass die Aufführung funktioniert hat".

Obwohl die beiden Aufführungen des Lutherstücks beim Publikum auf begeisterte Resonanz stießen, gibt es auch Kritik. Der Pfarrer der katholischen St.-Josephs-Gemeinde, Oettler, erklärte, das Stück enthalte Angriffe auf die katholische Kirche. Er bezog sich vor allem auf die Szene, in der Papst Hadrian VI. mit einer Flatulenz an den Pranger gestellt wird. Für Katholiken sei ein Angriff auf einen Papst im 16. Jahrhundert ebenso schmerzlich wie auf den Papst heute. Oettler: "Das ist wie ein Angriff auf uns selbst." Zudem sei eben Papst Hadrian VI. die falsche Zielscheibe für zur Lutherzeit durchaus berechtigte Kritik an der Kirche, erklärte der Geistliche weiter. Der damalige Pontifex maximus, der von 1522 bis 23 und damit kaum anderthalb Jahre im Amt war, habe schon seinerzeit ein Schuldbekenntnis über den Zustand der Kirche abgegeben.

Dennoch, so Oettler, der den Text des Lutherstücks bereits vor der Aufführung kannte, seien die Bemühungen um die Ökumene in Borna damit nicht gestört. Im November werde es eine gemeimsame Beratung von Vertretern der katholischen und der evangelischen Gemeinde geben.

Autor Potwkownik reagierte prinzipiell positiv auf die Kritik. Es sei gut, wenn über das Stück diskutiert werde. Potkownik, der selbst an den Aufführungen des Lutherstücks mitwirkte und zudem Regie führte, hat auch ein Stück über Friedrich Schiller geschrieben, das unter dem Titel "Zwei Episoden aus Schillers Leben" im Juni in Kahnsdorf aufgeführt wurde. Und er hat eine weitere Idee. "Ich möchte ein Stück über die Grundsteinlegung der Kunigundenkirche schreiben". Darin soll auch Kaiser Barbarossa eine Rolle spielen.

Das Stück "Luther und seine Bornaer" hatte am Freitagabend auf dem Martin-Luther-Platz seine Premiere und erlebte am Sonnabend eine erfolgreiche Wiederholung. Daran 43 Darsteller mitgewirkt. Die Proben hatten im Januar begonnen. Das Lutherfest war am Sonntag mit der Aufführung des "Hymnus" - lutherischen Choralfantasien - durch die Sächsische Bläserakademie in der Stadtkirche zu Ende gegangen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2013

Nikos Natsidis

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