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Neues Mibrag-Angebot: Antrag ohne Kieritzsch

Neues Mibrag-Angebot: Antrag ohne Kieritzsch

Kieritzsch. Eine Bürgerkontaktgruppe konnte vorgestern in Kieritzsch nicht aus der Taufe gehoben werden. Wie wir berichteten, hatte die Mibrag den Kieritzscher Bürgern angeboten, eine Gruppe ins Leben zu rufen, ähnlich wie im Industrie- und Gewerbegebiet Lippendorf-Böhlen.

. Die Bürger wollen diese erst gründen, wenn die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) mbH ihren Antrag zurückgezogen hat. Die Mibrag-Vertreter boten an, den Antrag insofern zu reduzieren, dass die Ortslage Kieritzsch nicht mehr im Antrag enthalten ist.

Die Bürgerkontaktgruppe sollte gebildet werden, da die Bewohner der Ortslage Kieritzsch allein mit den bisher bewilligten Abbaugrenzen des Braunkohlenplans Tagebau Vereinigtes Schleenhain über 15 Jahren mit den Auswirkungen direkt konfrontiert sind. Das hat sich in Neukieritzsch bisher bewährt.

„Die Erwartungen an das Gespräch waren groß, sagt Janett Schwarz aus Kieritzsch. Sie gehörte zu den zwölf Bürgern aus Kieritzsch und Lippendorf, die sich zu dem Gespräch mit der Mibrag eingefunden hatten. Von beiden Seiten sei das Gespräch sachlich verlaufen. Das bestätigte auch der Kieritzscher Uwe Hinz. „Wir haben die Gründung der Bürgerkontaktgruppe ausgesetzt, da uns das Angebot der Mibrag nicht ausreichte", erklärt er. Damit es wieder zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den Bürgern und der Mibrag kommen könnte, müsste der Konzern seinen Antrag auf Erteilung einer Bewilligung zur Gewinnung des bergfreien Bodenschatzes Braunkohle im Feld „Kieritzsch" vollständig zurück ziehen. Die Vertreter der Mibrag unter der Regie von Andreas Günther, Abteilungsdirektor Technische Planung, hatten von der Geschäftsführung der Mibrag nur grünes Licht bekommen, zu erklären, dass der Ortsteil Kieritzsch aus der Antragsstellung ausgeklammert wird. Dabei betonten sie, dass das nicht gleichbedeutend sei, dass Kieritzsch weg gebaggert werden sollte. Vielmehr wolle sich die Mibrag nur die Rechte an den Rohstoffen sichern.

„Die Mibrag hat sich auch bei uns entschuldigt, dass sie das öffentliche Interesse unterschätzt hat, und es ihnen leid tut, Kieritzsch mit ins Spiel gebracht zu haben", so Hinz. „Für uns ist jedoch die Insellösung für Kieritzsch nicht akzeptabel", ergänzt Schwarz. Denn darauf würde der abgeänderte Antrag hinauslaufen. Das würde ein Sterben der Ortslage auf Raten bedeuten, da der zusätzliche Abbau östlich von Kieritzsch die Dauer der Auswirkungen erhöhen und die Lebensqualität mindern würde.

„Das haben die Vertreter der Mibrag zur Kenntnis genommen und versprochen, das Bürgeranliegen der Geschäftsführung nahe zu bringen", so Hinz. Denn die Delegation wäre nicht autorisiert, Verhandlungen über das Angebot hinaus zu führen.

Die Mibrag lehnte gestern auf Anfrage unserer Zeitung einen Kommentar zu dem nicht öffentlichen Treffen ab, versicherte jedoch, im Gespräch mit den Bürgern zu bleiben und weiterhin dialogbereit zu sein.

Wie Hinz mitteilte, wird es heute eine Einwohnerversammlung ab 19 Uhr im Kieritzscher Feuerwehrgerätehaus geben. „Wir wollen die Bürger über das Treffen informieren. Gleichzeitig hat sich Bürgermeister Henry Graichen bereit erklärt, den Bürgern die Stellungnahme der Gemeinde an das Sächsische Oberbergamt zur Kenntnis zu geben. Diese soll morgen in Freiberg vorliegen. Das Oberbergamt hatte dazu die Träger öffentlicher Belange laut Bundesberggesetz aufgefordert. Die Gemeinde Neukieritzsch hatte, wie wir berichteten, um eine Fristverlängerung bis Freitag gebeten.

 

Cornelia Braun

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