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Borna Neukieritzsch: Deutzener Kleingärtner suchen Lösung für Leerstand
Region Borna Neukieritzsch: Deutzener Kleingärtner suchen Lösung für Leerstand
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00:19 29.07.2017
Gespräche über den Gartenzaun gehören in der Deutzener Gartenanlage „Zur Erholung“ mit dazu. Quelle: René Beuckert
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Neukieritzsch/Deutzen

In den Sommermonaten ist eine Kleingartenparzelle eine Oase der Erholung – auch in Deutzen. Viele Kleingärtner nutzen ihr Pachtland, um in freier Natur auszuspannen. Aber genauso bietet ihnen der Garten die Möglichkeit, eigenes Gemüse anzubauen und Obst zu ernten. Fast scheint das Kleingartenidyll in der Gartenanlage „Zur Erholung“ am Wasserturm in Deutzen perfekt zu sein. Aber dennoch schaut auch dieser Kleingartenverein mit besorgtem Blick in die Zukunft. Das Problem ist ein zunehmender Leerstand in der Anlage.

15 von insgesamt 54 Kleingärten werden derzeit nicht mehr bewirtschaftet. „In unserer Anlage sind etliche Kleingärtner, die altershalber den Garten aufgeben werden“, erklärt Mirko Seufzer vom Gartenverein. Dazu kommen noch jene Parzellen, die bereits nicht mehr bewirtschaftet werden. Deshalb sei ein zunehmender Leerstand zu verzeichnen. Einige dieser Gärten konnte der Verein dennoch vor dem Wildwuchs bewahren – im Verein Columbus hat er einen verlässlichen Partner gefunden, der diese Flächen für die Tafel bewirtschaftet. „Wir finden es gut, dass es so eine Initiative gibt, die mit ihrem Anliegen für sozial Bedürftige einen Beitrag leistet“, erklärt Mirko Seufzer. Damit sich der Wildwuchs in den anderen freien Gärten in Grenzen hält, legen die Gartenfreunde bei Arbeitseinsätzen Hand an. „Uns wäre jedoch eine Bewirtschaftung durch einen Gartenbesitzer lieber“, hält er fest.

Einige Kleingärten konnten an neue Nutzer weiter vermittelt werden. Besonders Familien mit Kindern finden auf der eigenen Parzelle ein breites Betätigungsfeld vor. Erst seit kurzem bewirtschaften weitere junge Leute einen Garten. „Für Kinder ist die freie Natur im geschützten Bereich der Gartenanlage ideal, um auf Entdeckungsreise zu gehen“, meint Mirko Seufzer. Sie könnten nicht nur von der Aussaat bis zur Ernte alles mitverfolgen, oder gar mit einem eigenen Beet die Bewirtschaftung selber in die Hand nehmen, auch viele Pflanzen und Kleinlebewesen würden sich in so einem Garten entdecken lassen.

Angelika Helbig vom Vorstand des Vereins möchte ihren Garten nicht missen. „Hier weiß ich, was ich angebaut habe und auch die Früchte schmecken deutlich besser als im Supermarkt“, hebt sie hervor. Der Gärtnerfleiß sei aber nur die eine Seite der Medaille. Zum anderen komme die Erholung im eigenen Grün nicht zu kurz.

Die Gartenanlage ist tagsüber geöffnet und deshalb sind auch Besucher willkommen. Doch die Kleingärtner ärgern sich über manche Hundebesitzer. „Derweil die Leute über den Gartenzaun schauen, kommt es oft vor, dass die Hunde ihre Notdurft auf dem Gartenweg hinterlassen, ohne dass die Hundebesitzer diese wegräumen“, so Angelika Helbig.

„Im vergangenen Jahr haben wir den 60. Geburtstag der Gartenanlage begangen“, erzählt Mirko Seufzer. Vielleicht sei es möglich, künftig ein Gartenfest auf die Beine zu stellen, an dem die Bewohner aus dem Ort, gern auch mit Kindern, teilnehmen können. „Möglicherweise wecken wir bei dem einen oder anderen das Interesse an einem Garten“, kann er sich vorstellen.

Von René Beuckert

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