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Borna Neukieritzsch: Eingleisig noch bis Dezember
Region Borna Neukieritzsch: Eingleisig noch bis Dezember
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18:34 24.07.2018
Bahnbaustelle am Haltepunkt in Deutzen. Zwischen Neukieritzsch und Regis-Breitingen läuft noch bis zum 3. Dezember die Erneuerung der Strecke. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Deutzen/Regis-Breitingen

Ein schriller Signalton kündigt das Nahen eines Zuges am Haltepunkt Deutzen an. Er kommt nicht vom Triebwagen der S-Bahn, die von Regis-Breitingen heranrauscht, er gilt auch nicht den zwei drei Fahrgästen, die auf dem neu gestalteten Haltepunkt warten. Ein Angestellter einer von der Bahn beauftragten Sicherheitsfirma hat in seine Signaltröte geblasen. Die Warnung gilt einem Vermesser, der gerade noch hinter der rot-weißen Absperrung an den Gleisen einen Messpunkt gesetzt hat.

Heiko Bohne kündigt mit einem Warnsignal einen herannahenden Zug an. Quelle: André Neumann

Zwischen Neukieritzsch und Regis-Breitingen läuft der Ausbau der zweigleisigen Strecke, die zur so genannten Sachsen-Franken-Magistrale gehört. Die verbindet Dresden und Leipzig mit Hof und soll künftig mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern je Stunde befahren werden können.

Der zweite Schienenstrang ist dran

Nachdem bis Mai ein Jahr lang das linke Gleis zwischen Neukieritzsch und Deutzen erneuert wurde, ist jetzt der gesamte, sechs Kilometer lange Schienenstrang auf der rechten Seite dran. Die Blickrichtung ist dabei Regis-Breitingen, in der Richtung werden die Kilometer gezählt, erklärt Projektingenieur Sven Ponert vom Büro Obermeyer. Der komplette Zugverkehr wird derweil eingleisig abgewickelt.

Mehrere Bautrupps sind an der Strecke unterwegs, die derzeit einer Sandstraße gleicht. Auf der gesamten Strecke, erklärt Matthias Sieber, Projektverantwortlicher bei der DB Netz, ist der Baugrund verbessert worden. Außerdem wird eine Tiefenentwässerung eingebaut. Die besteht aus einem Strang geschlitzter Rohre, die unterirdisch die Feuchtigkeit aufnehmen. Danach wird der Grundschotter aufgebracht.

720 Lastwagen bringen Schotter

Die rund 18 000 Tonnen, die benötigt werden, könnten von einem Schotterzug auf dem Nachbargleis angeliefert werden, man habe sich aber für die Anlieferung auf der Straße entschieden, das sei wirtschaftlicher, sagt Sieber. Daher werden voraussichtlich im September rund 720 Lastwagen an den verschiedenen Zufahrten zwischen Neukieritzsch und Regis-Breitingen auf die Strecke fahren und den Schotter abkippen. Auf den werden danach die Gleise gelegt und verschweißt, in die dann die zweite Schotterschicht geschüttet wird. Ungefähr noch einmal die gleiche Menge, sagt Ponert. Das wird diesmal ein Schotterzug erledigen, der auf den frisch verlegten Gleisen fahren kann und das Material auch gleich verdichtet.

Es muss auf den Millimeter passen

Am Ende müssen die Gleise auf den Millimeter genau positioniert sein. Schließlich muss beispielsweise die Einstiegshöhe am Haltepunkt genau stimmen, genauso der Abstand zur Oberleitung, die nicht demontiert worden ist und höchsten ein bisschen nachjustiert werden soll, wie Projektingenieur Ponert erklärt. Außerdem ist auf der erst fünf Jahre alten Deutzener Bahnbrücke ein Stück Gleis liegen geblieben. An das sollte der neue Strang exakt anschließen. Damit das klappt, sind permanent die Vermesser auf der Baustelle.

Dieses Stück Gleis auf der erst fünf Jahre alten Bahnbrücke in Deutzen bleibt liegen. Quelle: André Neumann

Der Fertigstellungstermin ist, wie bei der Bahn üblich, auf den Tag genau festgelegt. Am 3. Dezember, sagt Matthias Sieber, soll der Zugverkehr wieder zweigleisig rollen. Ehe es so weit ist, steht noch ein Kraftakt bevor. Dann muss die neue Bahnbrücke in Regis-Breitingen, die bereits neben der Strecke vormontiert wird, an die Stelle der alten Straßenüberfahrt geschoben werden. Für Abriss, Einschub und Neuaufbau der Gleise werden die Bauleute vom Abend des 21. November bis zum frühen Morgen des 26. November Zeit haben.

Deutzen bekommt Lärmschutzwand

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnstrecke sieht die Bahn auch in Deutzen Lärmschutzmaßnahmen vor. Kernstück ist eine knapp 1,7 Kilometer lange Lärmschutzwand zwischen der Bebauung und den Gleisen. Die Wand wird drei Meter über den Gleisen aufragen. Außerdem sollen 114 Wohnungen in 57 Häusern Lärmschutzfenster erhalten. Als Bauzeitraum gibt die Bahn die Jahre 2021 und 2022 an, die reinen Baukosten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Die Kosten übernimmt komplett der Bund. Ein Bauantrag ist bereits gestellt worden.

Von André Neumann

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