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Borna Neukieritzsch: Freude in Kahnsdorf – Schillerfest erlebt elfte Auflage
Region Borna Neukieritzsch: Freude in Kahnsdorf – Schillerfest erlebt elfte Auflage
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00:19 17.06.2017
Auch in diesem Jahr gehört wieder eine Führung durch Kahnsdorf mit Sabine Raabe im historischen Kostüm zum Programm des Schillerfestes. Quelle: René Beuckert
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Neukieritzsch/Kahnsdorf

Schiller war hier. Mit dieser Feststellung lässt sich bei literarisch und kulturell interessierten Zeitgenossen immer noch punkten. In dem kleinen Örtchen Kahnsdorf ist Friedrich Schiller ( 1759 – 1805), der Dichter der Aufklärung, nicht nur mal eben abgestiegen. Hier hat im Jahre 1785 die Begegnung Schillers mit dem Schriftsteller Christian Gottfried Körner (1756 – 1831) für eine Wende in Schillers Leben gesorgt. Körners menschliche Zuwendung und materielle Unterstützung soll sogar Anlass für die berühmt gewordene Ode an die Freude gewesen sein.

Die Geschichte war dem Heimatverein des Bornaer Landes vor Jahren Anlass, in Kahnsdorf ein Schillerfest zu etablieren. Immer mit dem Ansinnen, Schillers Leben und Schillers Botschaften mit der heutigen Zeit in Verbindung zu bringen, hatte der Germanist und Kulturwissenschaftler Hans-Jürgen Ketzer das jährliche Programm zusammengestellt. So sollte es auch in diesem Jahr beim elften Fest sein. Doch dann musste Ketzer im Verein für den gesundheitlich angeschlagenen Vorsitzenden einspringen, weswegen die Kraft für das Schillerfest nicht mehr reichte.

Glücklicherweise war Gudrun Jugel nicht weit. Die hatte als Projektmitarbeiterin des Heimatvereins schon die ersten fünf Schillerfeste mit organisiert und spann jetzt den Faden zum Kulturpark Deutzen beziehungsweise zu dessen Trägerverein Pro Regio, für den sie tätig ist. „Mit ihr läuft das alles gut“, ist Ketzer überzeugt.

Und so gibt es in diesem Jahr am Rittergut Kahnsdorf ein nur ganz leicht abgespecktes Schillerfest-Programm, welches die Traditionen aufgreift und zugleich spürbar die Handschrift von Gudrun Jugel und des Kulturparkes trägt.

Mit dem Festvortrag am Freitagabend (18 Uhr) bleibt Hans-Jürgen Ketzer dem Schillerfest allemal treu und erhalten. „Freude schöner Götterfunken“ ist der wie das gesamte Fest überschrieben. Damit will Ketzer wieder einmal den Bogen von Schiller zum Heute schlagen. Sein Ansatz: Schiller hat damals in Kahnsdorf einen Freund und Gönner gefunden, dazu brauchte es eine Situation, in der man sich wohlfühlt. Warum scheint sich heute, da es den meisten Menschen gut geht, der Egoismus durchzusetzen?

Auf die Podiumsdikussion am Freitagabend wird in diesem Jahr verzichtet, nicht aber auf Eröffnungsmusik mit Solisten des Musikvereins Neukieritzsch-Regis (17 Uhr) und ein Konzert am Abend ab 20 Uhr: Klassik und Jazz mit dem Trio Theurer aus Leipzig.

Am Sonnabendvormittag gehört die Bühne am Rittergut Kahnsdorf ab 10.30 Uhr traditionell Schülern aus der Umgebung. Mädchen und Jungen der Grundschule „Clemens Thieme“ aus Borna zeigen ihr Musical „Liebeskummer“, von der Grundschule Borna-West kommt das Singspiel „Die Schule ist aus“ und die Theatergruppe der Oberschule Regis-Breitingen zeigt Auszüge aus Schillers Stück „Kabale und Liebe“.

Nach einem geführten Spaziergang durch Kahnsdorf mit Susanne Raabe im historischen Kostüm (Sonnabend 13.30 Uhr) liest am Nachmittag 15.30 Uhr der Leipziger Dichter Andreas Reimann aus seinem jüngsten Buch „Poeten-Museum“. Darin, sagt Gudrun Jugel, Vorstandsmitglied der in Borna ansässigen Andreas-Reimann-Gesellschaft, seien viele Texte über Weimar und Schiller enthalten, womit es inhaltlich exakt ins Programm passe. Musikalisch begleitet wird Reimann von Martin Hoepfner auf der Gitarre.

Für eine modernere Note im klassischen Programm sorgt am späten Nachmittag der Liedermacher und Rockpoet Bastian Bandt (17 Uhr), ehe ab 20 Uhr der Dresdner Kabarettist Dietmar Halbhuber ein Lene-Voigt-Programm mit Schwerpunkt auf deren sächsischen Schiller-Nachdichtungen bringt.

Am Sonntag, 10.30 Uhr, spielt das Blasorchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis ein Konzert zum Frühschoppen. Seinen Ausklang nimmt das Schillerfest auch in diesem Jahr in der St. Laurentius-Kirche, wo 14 Uhr der Mühlenchor aus Groitzsch singt.

Von André Neumann

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