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Neukieritzsch: Höhere Mitgliedsbeiträge?Viele Sportfreunde drohen mit Austritt

Betriebskosten-Beschluss Neukieritzsch: Höhere Mitgliedsbeiträge?Viele Sportfreunde drohen mit Austritt

Die Sportfreunde Neukieritzsch wissen noch nicht, wie sie den Betriebskostenanteil, den die Gemeinde künftig erhebt, auf die Mitglieder umlegen. Vereinschef Jens Hauschild sieht den Vereinfrieden gefährdet und befürchtet Austritte.

Wenn Vereine die Parkarena Neukieritzsch nutzen, müssen sie künftig einen Tel der Betriebskosten selber tragen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch. Nach dem Betriebskostenbeschluss des Neukieritzscher Gemeinderates hat der am stärksten betroffene Verein Sportfreunde Neukieritzsch (SFN) noch nicht entschieden, wie mit den zusätzlichen Kosten umgegangen wird. Vereinsvorsitzender Jens Hauschild sieht den Vereinsfrieden in Gefahr.

Wie berichtet müssen einheimische Vereine, die öffentliche Einrichtungen in Neukieritzsch nutzen, ab diesem Jahr ein Viertel der Betriebskosten übernehmen. Die anderen 75 Prozent zahlt weiterhin die Gemeinde. Für die Sportfreunde Neukieritzsch sind das rund 51 000 Euro in einem Jahr, die irgendwie auf die knapp 1000 Mitglieder aufgeteilt werden müssen.

Berechnet wird den Vereinen ihr Anteil erstmals für die zweite Jahreshälfte dieses Jahres, für die SFN sind es also reichlich 25 000 Euro. Gezahlt werden muss erst am 15. Februar kommenden Jahres. Eine Regelung, von der Vereinschef Hauschild sagt, dass sie für die Gemeindeverwaltung „sehr bequem“ sei, für den Verein aber schwer zu handhaben.

In diesem Jahr können die Beiträge nicht mehr erhöht werden, sagt Hauschild der LVZ, was damit zusammenhänge, dass man aus dem SFN nur am Jahresende austreten kann, ein Sportler aber die Möglichkeit haben müsse, den Verein vor einer Beitragsanhebung zu verlassen. Genau diese Absicht hat offenbar ein Großteil derer erklärt, die an einer anonymen Mitgliederbefragung teilgenommen haben, die der Vereinsvorstand initiiert hatte. Von 950 Fragebögen seien laut Hauschild knapp 700 ausgefüllt abgegeben worden.

Zwar will Hauschild die Austrittsdrohungen nicht überbewerten. Doch dass bei einer Beitragsanhebung kaum jemand austreten werde, wie das Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung voraussah, das bezweifelt der Vereinsvorsitzende. Denn er geht davon aus, dass sich einige die höheren Beiträge tatsächlich nicht leisten können. Auch sei unklar, wie der Verein Lebenshilfe reagieren werde, von dem rund 100 Mitglieder zu den SFN gehören.

„Das Problem ist der Vereinsfrieden“, sagt Hauschild. Der sei gefährdet. Und er zählt auf, wer sich bei einer gleichmäßigen Umlage der Betriebskosten auf alle Abteilungen benachteiligt fühlen könnte: „Drachenbootfahrer, Segler und Reiter nutzen keine öffentlichen Einrichtungen“, sagt er. Und wenn Mitglieder austreten oder sich Abteilungen gegen eine Erhöhung stellen, wird es für die anderen noch teurer. „Wir wissen noch nicht, in welcher Art und Weise wir die Kosten umlegen“, sagt Hauschild.

Der sich gemeinsam mit dem zweiten geschäftsführenden Vorstand Jürgen Schwarz derzeit auch noch um die Zukunft, eigentlich um das Überleben des Vereins kümmern muss. Da beide zurückgetreten sind und nur noch bis Ende Juni als Notvorstände fungieren und der Verein danach führerlos in die Zwangsverwaltung schlittern würde, muss dringend eine neue Vereinsführung gefunden werden.

Nach mehreren erfolglosen Anläufen gibt es jetzt laut Hauschild drei Interessenten für zwei Optionen. Einer würde den Verein eventuell allein führen, die anderen beiden als Doppelspitze so wie bisher Hauschild und Schwarz. Die Namen werden noch streng unter Verschluss gehalten, Hausschild hofft aber, noch im April die Nachfolge klären zu können.

Von André Neumann

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