Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Neukieritzsch: Mehrzweckgebäude in Deutzen soll Platz für Wohnungsbau machen
Region Borna Neukieritzsch: Mehrzweckgebäude in Deutzen soll Platz für Wohnungsbau machen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 01.07.2017
Das Mehrzweckgebäude in Deutzen soll abgerissen werden, darauf hat sich der Gemeinderat verständigt. Der alte Fernseher, der davor steht, wurde bei einer kürzlichen Straßensammlung nicht mitgenommen. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Deutzen

Das Mehrzweckgebäude in der August-Bebel-Straße in Deutzen wird abgerissen. Die Entscheidung fiel am Dienstagabend auf der Sitzung des Gemeinderates. Dort wurde zwar nicht der Abriss direkt beschlossen, doch stimmte eine Mehrheit der Gemeinderäte dafür, dass die Gemeinde sich um Fördermittel für den Rückbau bemüht. Damit wandten sich die Abgeordneten auch ausdrücklich gegen einen Verkauf des Gebäudes. Immerhin hatte es zwei Kaufinteressenten gegeben.

Wenn auch viele Deutzener den baldigen Abriss des Mehrzweckgebäudes bedauern werden, so dürfte dieser doch keine allzu große Überraschung sein. Einen ersten deutlichen Hinweis gab es im vorigen Herbst. Als eine Familie das Gebäude für eine Feier buchen wollte erhielt sie von der Gemeinde eine Ablehnung mit der sinngemäßen Begründung: Das Haus wird abgerissen. Das Schreiben war offenbar unabgestimmt so herausgegeben worden, die Tendenz dürfte aber in der Verwaltung damals schon weitgehend klar gewesen sein.

In der Beratung am Dienstagabend ging es auch um die Kaufanträge zweier Interessenten für das Gebäude. Einer kam von Silke Hildebrandt aus Deutzen, die selbst Mitglied des Gemeinderates ist. An der Abstimmung konnte sie wegen Befangenheit nicht teilnehmen. Auf Anfrage sagte sie, sie würde ein oder zwei Wohnungen in dem Gebäude schaffen wollen.

Beide Kaufanträge waren von der Gemeindeverwaltung lange nicht beschieden worden. Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) und Bauamtsleiter René Hertzsch begründeten das damit, dass zuerst eine Entscheidung darüber fallen sollte, „wohin wir das Grundstück entwickeln wollen.“

Aus Sicht des Bauamtes gab es da eine klare Priorität, die Hertzsch so umriss: Mit dem grundhaften Neubau der August-Bebel-Straße ergebe sich die Gelegenheit, an deren Ende anstelle des jetzigen Mehrzweckgebäudes mehrere Baugrundstücke zu erschließen. Gleichzeitig räumte der Bauamtsleiter ein, dass es „ein sensibles Thema“ sei, nach zwanzig Jahren ohne nennenswerte Entwicklung in Deutzen gleich über Abriss zu reden. „Aber der Straßenbau bietet Möglichkeiten“, warb er für die Position der Verwaltung.

Dieser Argumentation folgte die Mehrheit der Abgeordneten. Selbst Jens Buder von der Fraktion Bürger für Deutzen gab zu: „Das Gebäude wird immer weniger genutzt.“ Tatsächlich lässt sich die Zahl der Faschingsveranstaltungen des Deutzener Karnevalsvereins und der eingemieteten Familienfeiern in den letzten Jahren an den Fingern abzählen.

Ausweichmöglichkeiten für Vereine gebe es unter anderem in der Schule, sagte Buder. Zugleich knüpfte er Hoffnungen an eine perspektivisch denkbare Alternative zum Mehrzweckgebäude, die am Dienstagabend ebenfalls diskutiert wurde. Die Verwaltung schlägt nämlich vor, das Gebäude der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Deutzen (KoWo) am Markt mit Fördermitteln zu sanieren und umzubauen. Laut Bürgermeister Hellriegel könnte das künftig als eine Art kulturelles Zentrum dienen.

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im 35. Jahr seines Bestehens gab das Dresdner Zwingertrio ein Gastspiel im ausverkauften Volkshaus Pegau. Mit Klassikern von Herricht und Preil, DDR-Witzen und aktuellen Themen hinterließen Tom Pauls, Peter Kube und Jürgen Haase wieder einen bleibenden Eindruck.

28.06.2017

Nach gut der Hälfte der Legislaturperiode hat die CDU im Neukieritzscher Gemeinderat ein positives Halbzeitfazit gezogen. Die Christdemokraten stellen mit neun Abgeordneten und Bürgermeister Thomas Hellriegel die größte Gruppe im Gemeindeparlament.

01.07.2017

In die Sporthalle Borna Ost ist nach der umfangreichen Sanierung wieder Leben eingezogen. Nach einem Dreivierteljahr können die zahlreichen Vereine wieder in ihr Trainingsdomizil zurückkehren. Eine offizielle Eröffnung steht noch aus, weil Sachsens Innenminister Markus Ulbig und die Bornaer Sportler dabei sein sollen.

27.06.2017