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Neukieritzsch: Vereine müssen erstmals für Sportanlagen und Räume zahlen

Gemeinderat Neukieritzsch: Vereine müssen erstmals für Sportanlagen und Räume zahlen

Die goldenen Jahre für Neukieritzscher Vereine sind vorbei. Ab dem zweiten Halbjahr erhebt die Gemeinde erstmals einen Betriebskostenanteil für gemeindeeigene Einrichtungen wie Sportanlagen oder Vereinsräume. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass die betreffenden Vereine ein Viertel der Betriebskosten zu tragen haben.

Als Hauptnutzer der Parkarena werden die Sportfreunde Neukieritzsch von der Betriebskostenumlage am stärksten betroffen sein.

Quelle: Thomas Kube

Neukieritzsch. Neukieritzscher Vereine, die gemeindeeigene Einrichtungen wie Sportanlagen oder Vereinsräume nutzen, müssen erstmals dafür bezahlen. Der Gemeinderat hat auf seiner Sitzung am Dienstagabend die umstrittene Regelung beschlossen, wonach die betreffenden Vereine ein Viertel der Betriebskosten zu tragen haben. Wirksam wird die Neuregelung ab dem 1. Juli dieses Jahres. Erstmals zahlen müssen die Vereine am 15. Februar 2017, dann sind die anteiligen Betriebskosten für die zweite Hälfte des Jahres 2016 fällig. Zugrunde gelegt wird jeweils der Durchschnitt aus den drei vorangehenden Jahren.

Der Beschluss über die neue „Benutzungs- und Entgeltordnung für gemeindeeigene Einrichtungen“ war das beherrschende Thema der Sitzung. Nach zwei Beratungen der Gemeindeverwaltung mit den Vereinsvorsitzenden im Januar und im Februar schien die von der Verwaltung angestrebte Neuregelung weitgehend akzeptiert. Zumindest mit Blick auf die Sportfreunde Neukieritzsch (SFN), den größten und von der Neuregelung am stärksten betroffenen Verein, war die scheinbare Ruhe aber offenbar trügerisch.

Gemeinderat Sebastian Ludwig (Freie Wähler/Sport), der Mitglied im SFN-Vorstand ist, hatte noch kurz vor der entscheidenden Sitzung den Antrag gestellt, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Die Entscheidung komme zu früh und in den dem Verein zugeordneten Betriebskosten gebe es immer noch Unbekannte, begründete Ludwig. Dagegen stellte Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) fest, es sei alles geklärt und seit der letzten Gesprächsrunde mit den Vereinsvorsitzenden habe es keine Fragen mehr gegeben. Erneut verwies Hellriegel auf die Tatsache, dass die Gemeinde für ihre Vereine auch künftig drei Viertel der Betrieskosten übernehme. Ludwigs Antrag wurde mit zehn gegen sechs Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt, das Thema blieb auf der Tagesordnung.

Zum offenen Schlagabtausch kam es in der Bürgerfragestunde, als unterschiedliche Ansichten über den Inhalt der Gespräche mit den Vereinsvorsitzenden geäußert wurden. SFN-Vorstand Jens Hausschild betonte „Wir hatten uns mitnichten auf die 25 Prozent geeinigt“, die seien nicht Gegenstand der Diskussion gewesen. Bürgermeister Hellriegel blieb dabei, dass die Zahl festgelegt worden sei. Vizevereinschef Jürgen Schwarz zeigte sich irritiert darüber, dass der Verein das Protokoll der zweiten Gesprächsrunde nicht erhalten habe.

Vereinsmitglieder auf den Gästestühlen schilderten, welche Konsequenzen sie für den Verein und dessen Mitglieder erwarten, bis hin zu Austritten in Größenordnungen. Schatzmeisterin Nicole Müller richtete die Bitte an die Verwaltung, den Betriebskostenanteil erst ab 1. Januar 2017 zu erheben, weil sonst allen rund 950 Vereinsmitgliedern in diesem Jahr noch einmal Beitragsrechnungen gestellt und diese gebucht werden müssten. „Wissen Sie, was das für ein Ehrenamt bedeutet?“, fragte Müller in die Runde.

Woraufhin die Debatte in die Nähe eines Eklats rückte, als FDP-Gemeinderat Andy Krummsdorf der Vereinsschatzmeisterin entgegenhielt: „Sie sind eigentlich nur ein Spaßverein.“ Die Schatzmeisterin und ein weiteres Vereinsmitglied verließen daraufhin den Saal, einige Gemeinderäte versuchten später, Krumsdorfs Äußerung zu relativieren.

Die Betriebskostenregelung wurde schließlich mit 14 Stimmen bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen.

Von André Neumann

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