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Borna Neukieritzsch bekommt neuen Friedensrichter
Region Borna Neukieritzsch bekommt neuen Friedensrichter
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20:00 08.11.2018
Lutz Krajan wird neuer Friedensrichter in Neukieritzsch. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch

Die Gemeinde Neukieritzsch wird demnächst wieder einen Friedensrichter haben. Nachdem der Gemeinderat Lutz Krajan (64) in einer öffentlichen Sitzung bestätigt hat, wartet die Verwaltung jetzt noch auf dessen Bestätigung durch das Amtsgericht Borna. Die Neukieritzscher Hauptamtsleiterin Petra Jung geht davon aus, die Schiedsstelle ab Dezember wieder betreiben zu können.

Neukieritzsch konnte diese Möglichkeit, zivile Streitigkeiten außergerichtlich zu klären, schon seit Februar nicht mehr anbieten. Die letzte Friedensrichterin, die frühere Deutzener Bürgermeisterin Marika Nowak, war damals von ihrem Amt zurückgetreten.

Die ehemalige Friedensrichterin Marika Nowak. Quelle: André Neumann

Auf die Ausschreibung im Spätsommer hin hatte sich nur Lutz Krajan beworben. Der alteingesessene Neukieritzscher ist seit Dezember 2012 Rentner. Der gelernte Monteur für Kraftwerksanlagen arbeitete bis 1990 als Rohrleger im Böhlener Chemiewerk und war danach fast immer auf Montage.

Streits müssen nicht unbedingt vor Gericht ausgetragen werden

„Ich bin der Meinung, das Zwistigkeiten nicht unbedingt vor Gericht ausgetragen werden müssen“, sagt er auf die Frage nach den Beweggründen für seine Bewerbung um das Amt als Friedensrichter. „Manchmal fehlt nur ein Anstoß, um sich zu verständigen“, sagt er. Diesen Anstoß möchte er gern geben. Lutz Krajan ist verheiratet mit Petra Krajan, die in Neukieritzsch als erfolgreiche Seniorensportlerin des Vereins Sportfreunde Neukieritzsch bekannt ist.

Lutz Krajan konnte Nachbarschaftszwist lösen

Möglicherweise ist diese Sicht auf die Dinge auch vererbt. Lutz Krajans Vater war früher im Schiedswesen in Neukieritzsch tätig. Eigene Erfahrungen mit Schiedsstellen oder der Justiz hat er nicht. Einen Mini-Konflikt mit einem Nachbarn, nahezu einen Klassiker, haben beide unspektakulär beigelegt, erzählt er. Ein Ast von einem Baum des Nachbarn ragte ihm zu weit aufs eigene Grundstück. Er sei zum Nachbarn gegangen, der habe gesagt: „Säg ihn ab und schmeiß ihn rüber“, und die Sache sei erledigt gewesen.

Lutz Krajan hofft, dass Streitigkeiten immer auf vernünftige Weise geklärt werden können. Dafür sei auch wichtig, dass man sich untereinander kenne. Dann helfe es manchmal vielleicht, wenn einer sagt: „Leute, denkt noch mal darüber nach.“

Von André Neumann

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