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Borna Neukieritzsch hält an den fünf Ortswehren fest
Region Borna Neukieritzsch hält an den fünf Ortswehren fest
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12:06 09.07.2018
Bei Feldbränden waren in diesem Sommer auch die Kameraden mehrerer Neukieritzscher Ortsfeuerwehren schon gefordert. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch

Die Gemeinde Neukieritzsch hält an allen fünf Standorten der Freiwilligen Feuerwehren fest und plant in dem Zeitraum bis 2030 Investitionen von rund 2,75 Millionen Euro in die Ausrüstung der Brandschützer. Das geht aus dem Brandschutzbedarfsplan (BBP) hervor, dem der Gemeinderat jetzt zugestimmt hat.

Situationsbeschreibung für die Wehren

Der BBP beschreibt die Situation und den Bedarf der örtlichen Feuerwehren, um die gesetzlich vorgegebenen Ausrückezeiten und die Hilfsfristen gewährleisten zu können. Bei Wohnungsbränden, erläuterte Karsten Jockisch, Sachbearbeiter für Brandschutz in Neukieritzsch, sollen die ersten Feuerwehrleute„nach 13 Minuten mit Pressluftatemgerät am brennenden Gebäude sein“. Der Berufsfeuerwehrzusammenschluss AGBF empfiehlt, diese Frist in 90 Prozent aller Fälle zu erreichen. Empfohlen in Sachsen sind 80 Prozent. Die werden in der Gemeinde Neukieritzsch sogar überschritten.

Zusammenarbeit mit Nachbarn

Wobei, und auch darüber gibt der Plan Auskunft, das in einigen Gebieten nur durch vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen und mit der Werkfeuerwehr VKU im Industriegebiet Böhlen-Lippendorf erreicht wird. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit sind der Campingplatz und die Gefängnis-Außenstelle „Seehaus“ am Nordufer des Hainer Sees. Wenn es dort brennt, sagte Jockisch im Gemeinderat, würden zusätzlich die Feuerwehren aus Espenhain und Rötha alarmiert.

In dem Zusammenhang hatte der Gemeinderat auch darüber zu entscheiden, in welchem Maße die jetzigen Ortsfeuerwehren bestehen bleiben. Die Autoren des Feuerwehrbedarfsplanes hatten Varianten durchgerechnet, in denen entweder auf den Standort in Großzössen oder in Kieritzsch oder sogar auf beide verzichtet würde.

Maximalvariante mit allen fünf Ortsfeuerwehren

In der Maximalvariante werden alle fünf Ortsfeuerwehren Neukieritzsch, Lobstädt, Großzössen, Kahnsdorf und Lippendorf/Kieritzsch erhalten. Damit kann die Hilfsfrist sogar in 90 Prozent der Fälle eingehalten werden, rechnete Jockisch vor. Was auch daran liegt, dass die Großzössener Feuerwehr nach rund zwei Jahren, in denen sie abgemeldet war, jetzt wieder als einsatzbereit gilt.

Karsten Jockisch hatte zuvor mit einem weiteren Argument für den Erhalt aller Feuerwehrstandorte in den Ortsteilen geworben. „Wenn eine Feuerwehr einmal zu ist, bekommen Sie die nie wieder“, sagte er. Bestes Beispiel sei Deutzen, wo es nicht gelungen sei, wieder eine Ortsfeuerwehr aufzubauen. „Und wenn es keine Feuerwehr mehr gibt“, hob Jockisch deren gesellschaftliches Engagement hervor, „wer macht dann noch was im Ort?“ Auch Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) unterstützte das Festhalten an allen Standorten. Über eine Schließung könne man dann nachdenken, wenn es an Nachwuchs mangelt.

Lobstädt braucht neues Auto

Wichtiger Bestandteil des BBP ist die Ausstattung der einzelnen Wehren verbunden mit einer langfristigen Investitionsliste. Aktuell verfügten die Standorte überwiegend über neue Autos, nur in Lobstädt stehe noch ein 40 Jahre alter W-50-Tanker in der Garage. Für einen neuen ist bereits ein Fördermittelantrag gestellt worden. Mittel- und langfristig gibt es weiteren Bedarf an Fahrzeugen, den die Gemeinde mit Hilfe von Fördermitteln decken will.

Investitionen an Gerätehäusern nötig

Investitionsbedarf listet der Plan an einigen Gerätehäusern auf. Für Kahnsdorf wird eine Sanierung beziehungsweise ein Neubau empfohlen, für Lobstädt die Nachrüstung mit einem Notstromanlage, eine Ampelanlage für die Ausfahrt und eine verbesserte Parkplatzsituation für die Einsatzkräfte. Alles zusammen einschließlich der Kosten für Ausbildung und Einsatzkleidung wird bis 2030 mit Ausgaben von rund 2,75 Millionen Euro gerechnet. Würde man die Wehren in Großzössen und Kieritzsch schließen, wäre die Summe nur um rund 200 000 Euro niedriger.

Der Gemeinderat stimmte einstimmig für den Erhalt aller Feuerwehrstandorte und für den Brandschutzbedarfsplan.

Von André Neumann

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