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Borna Neukieritzsch stärkt kleinste Ortswehr
Region Borna Neukieritzsch stärkt kleinste Ortswehr
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11:29 28.09.2018
Die Feuerwehr Großzössen nimmt Abschied vom LO, der nicht mehr einsatzbereit war. In der Garage ist jetzt Platz für ein neues Fahrzeug. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Großzössen

Die Gemeinde Neukieritzsch wird ihre Ortsfeuerwehr in Großzössen mit einem attraktiven Fahrzeug weiter aufwerten. Die verfügt zwar über das modernste Gerätehaus unter den Ortsfeuerwehren, welches erst im Januar 2015 in einem Gebäude mit dem Bürgerhaus eingeweiht worden war. Allerdings hatte die kleine Truppe mit derzeit neun aktiven Kameraden in den letzten Jahren schwer zu kämpfen. Noch vor zwei Jahren, bekannte Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) jetzt vor dem Gemeinderat, habe er die Zukunft der Wehr kritisch gesehen.

Neukieritzsch setzt auf alle fünf Ortswehren

der die Feuerwehr im Mai 2016 übernommen hatte

Die Feuerwehr Großzössen nimmt Abschied vom LO (v. li.): Klaus Gassner, Karsten Jockisch und Stefan Bruckmann. Quelle: André Neumann

Spätestens seit der Gemeinderat im Juli den neuen Brandschutzbedarfsplan beschloss, ist klar: Die Gemeinde Neukieritzsch setzt weiterhin auf alle fünf Ortsfeuerwehren: Neukieritzsch, Lobstädt, Kahnsdorf, Lippendorf/Kieritzsch und Großzössen.

Großzössener bekommen schnittigen Pickup

Und die Großzössener werden demnächst ein attraktives Pferd im Stall haben, mit dem, davon geht Wehrleiter Gassner aus, dann auch wieder junge Leute für den Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr begeistert werden können. „Dann werden wir wieder bessere Werbung und Ausbildung machen können“, schaut er voraus.

So ähnlich könnte das neue Fahrzeug für Großzössen aussehen: Dieser Isuzu Pickup gehört der Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg. Quelle: Feuerwehr

Denn die Großzössener werden einen schnittigen Pickup bekommen, einen geländegängigen Wagen mit Ladefläche. Der gilt zwar nicht als strukturmäßiges Feuerwehrfahrzeug, passe aber bestens auf die Anforderungen an die Großzössener Ortswehr und sei, wie Brandschutzsachbearbeiter Karsten Jockisch den Abgeordneten vorrechnete, für die Gemeinde zudem noch deutlich günstiger als ein Standard-Feuerwehrfahrzeug – obwohl es für den Pickup keine Fördermittel gibt.

Pickup für die Wehr hat viele Vorteile

Für einen Feuerwehr-Gerätewagen auf Basis eines kleinen Lkw müsste Neukieritzsch abzüglich der Fördermittel über 60 000 Euro bezahlen. Hinzu käme: Es müssten Lkw-Fahrausbildungen finanziert werden, für die Jockisch noch einmal 8000 Euro ansetzt. Den Pickup der Marke Isuzu kann jeder Feuerwehrmann mit Pkw-Führerschein fahren, und er kostet nur rund 33 500 Euro. Zudem dürfte er schneller zu beschaffen sein als das standardmäßige Fahrzeug. Jockisch rechnet noch in diesem Herbst damit.

Transport eines Rettungsbootes geplant

Mit dem Pickup könnten alle logistischen Aufgaben erfüllt werden, die der Großzössener Wehr innerhalb der Neukieritzscher Wehren zugedacht werden, einschließlich des Transports eines noch zu beschaffenden Rettungsbootes für den Einsatz auf den Seen der Umgebung.

In dieser Woche machten Gassner und sein Stellvertreter Stefan Bruckmann schon mal Platz im Gerätehaus für das neue Auto. Der mehrere Jahrzehnte alte LO wurde per Tieflader abgeholt. Er wird Teil des Fahrzeugparkes eines Offroad-Unternehmers in Landsberg, bei dem Erwachsene mit allerlei Fahrzeugen bis hin zum Panzer durchs Gelände pflügen dürfen. Vorübergehend ist die Großzössener Wehr mit einem Mannschaftswagen aus dem Bestand der Kieritzsch/Lippendorfer Wehr ausgestattet worden.

Wehrleitung ist begeistert

Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung. Er bestätigte eine überplanmäßige Ausgabe, weil das Fahrzeug in diesem Jahr noch nicht vorgesehen war, und stimmte zugleich der Bestellung des Wagens bei einem Autohaus in Dresden zu. Die Entscheidung sei super, „das Beste, was passieren konnte“, kommentierten Gassner und Bruckmann, die der Sitzung beiwohnten, danach im Gespräch mit der LVZ.

Von André Neumann

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