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Borna Neukieritzsch stoppt Pläne für weitere Bebauung am Hainer See
Region Borna Neukieritzsch stoppt Pläne für weitere Bebauung am Hainer See
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00:19 16.07.2017
Blick über das Westufer des Hainer Sees nach Kahnsdorf. Ein Leipziger Unternehmen will die dort am Ufer entlang laufende Lagunenstraße am Grüngürtel bebauen. Die Gemeinde Neukieritzsch ist dagegen. Rechts im Bild das Laguna Seeappartement-Haus, dahinter der Kirchturm von Kahnsdorf. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch/Kahnsdorf

Die Lagune Kahnsdorf am Hainer See gilt als Schmuckstück und Besonderheit an den Tagebauseen im Leipziger Südraum dank individueller Ferienhäuser mit direktem Seezugang. Mittlerweile ist die Bebauung jedoch so dicht, dass Kahnsdorfer und Besucher über weite Strecken das Wasser nicht einmal mehr zu sehen bekommen. Und trotz hoher Grundstückspreise ist Bauen an der Lagune offenbar immer noch äußerst attraktiv. Zu sehen daran, dass in den vergangenen beiden Jahren auch massiv an der Landseite der Lagunenstraße gebaut wird. Der Bebauungsplan von 2009 lässt das zu.

Jetzt möchte ein Leipziger Unternehmen den dorfseitigen nördlichen Teil der Straße An der Lagune mit mehreren nebeneinanderstehenden Häusern bebauen. Das Areal, ein Grüngürtel zwischen der Uferstraße und dem Zöpener Rittergutsgelände, befindet sich nicht mehr innerhalb der Lagune, sondern schon am Westufer des Sees. Die Gemeinde Neukieritzsch hat die Pläne aber vorläufig gestoppt.

Den Antrag auf Bauleitplanung hat das Unternehmen Nona GmbH beim Zweckverband Witznitzer Seen gestellt. Der erledigt für alle Anrainer der Witznitzer Tagebauseen, für Borna, Neukieritzsch, Rötha und Böhlen, die Bauleitplanung für die Seeufer. Damit entscheidet die Verbandsversammlung darüber, ob ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet wird oder nicht.

In der Hoheit der Kommunen sind allerdings die Flächennutzungspläne geblieben. Nur die können sie aufstellen und ändern. Der für Kahnsdorf weist die jetzt beantragte Fläche als Grünland aus. Bevor im Zweckverband Witznitzer Seen über die Bebauungsplanung entschieden wird, wollte Geschäftsführerin Bärbel Meschke wissen, ob Neukieritzsch bereit ist, den Flächennutzungsplan zu ändern.

Die Frage wurde auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ziemlich eindeutig mit Nein beantwortet. Der Bürgermeister und eine Gemeinderätin enthielten sich der Stimme, alle anderen waren dagegen. Mit teils heftigen Begründungen, die auf Entwurfszeichnungen eines Architekturbüros fußten, welche den Gemeinderäten vorlagen und die einen dichten Gürtel von bis zu dreistöckiger Bebauung zeigten.

Bauamtsleiter René Hertzsch war mit seinem Kommentar noch diplomatisch. Er sagte, auch mit Blick auf die schon stehenden Häuser: „Wir sind etwas überrascht, wie weit das Maß der baulichen Nutzung ausgereizt wird.“

In der Straße An der Lagune in Kahnsdorf wird mittlerweile auch die Landseite dicht bebaut. Quelle: Jens Paul Taubert

Mehrere Gemeinderäte übten weniger verbale Zurückhaltung. Der Kahnsdorfer Michael Günther (CDU-Fraktion) nannte die Pläne „fürchterlich“. Die Bebauung würde sich so fortsetzen, wie schon jetzt an mehreren dreistöckigen Häusern auf der Landseite zu sehen. Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) gab zu bedenken, dass der Kirchturm dann nicht mehr zu sehen sein würde. Karl-Jürgen Mehnert von den Linken warnte in Anlehnung an die 2,5 Kilometer lange Blockbebauung in dem Ostsee-Ferienort vor einem Klein-Prora und Sebastian Ludwig (Freie Wähler/Sport) sprach von einer „Mauer zwischen Ort und Lagune“, die man nicht wolle.

Die nächste Verbandsversammlung findet erst nach der Sommerpause statt. Dort fällt dann die eigentliche Entscheidung über die Einleitung eines Bauplanungsverfahrens. Wobei eine Bebauung auf einer als Grünland festgelegten Fläche nicht erlaubt ist.

Von André Neumann

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