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Borna Neukieritzsch verkauft Teile des Kulturparks Deutzen an den Betreiber
Region Borna Neukieritzsch verkauft Teile des Kulturparks Deutzen an den Betreiber
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11:20 08.03.2018
Der Kulturpark Deutzen (hier AdriAkustik) bleibt auch nach dem Verkauf von Teilflächen für die Öffentlichkeit zugänglich. Quelle: Julia Tonne
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Neukieritzsch

Die Gemeinde Neukieritzsch verkauft in absehbarer Zeit einen Teil des Kulturparks Deutzen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Neuer Eigentümer wird der Verein Pro Regio, der bereits Betreiber des Parks ist. Im Gegenzug übernimmt die Gemeinde die bisherigen Anteile von Pro Regio an der Kommunalen Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH in Deutzen (KoWo). Auch das befürwortete das Gremium. Die Kosten für jeweils beide Seiten würden sich ausgleichen.

Kritik: Kein Deutzener im Vorfeld informiert

„Der Verein ist auf die Gemeinde zugekommen und hat den Verkauf der Anteile an der KoWo vorgeschlagen“, erklärte Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU). Hintergrund sei das Interesse von Pro Regio an zwei Flurstücken im Kulturpark gewesen. Kritik gab es während der Sitzung von Andy Krummsdorf (parteilos) an dem Deal. Er bemängelte, dass kein Deutzener darüber im Vorfeld informiert, geschweige denn befragt worden sei. Zudem äußerte er die Befürchtung, dass der Park durch den Eigentümerwechsel „dem Volk entzogen werden kann“.

Die Befürchtung konnten sowohl Hellriegel als auch Bauamtsleiter René Hertzsch entkräften, der Vertrag werde so gestaltet, dass keine Eigenheimsiedlung dort entstehen könne. Konkret geht es um eine Waldfläche von 42 300 Quadratmetern, auf der es bauliche Anlagen gebe, die jedoch dringender Sanierung bedürften.

Park soll Öffentlichkeit weiter zur Verfügung stehen

Bei rund 20 Cent liegt der derzeitige Bodenrichtwert für Forstflächen, demzufolge müsse Pro Regio 9970 Euro für die zwei Areale zahlen. Andererseits zahlt Neukieritzsch dem Verein für die Anteile an der KoWo 9971 Euro. „Der Park steht der Öffentlichkeit nach dem Verkauf natürlich weiter zur Verfügung“, machte Hellriegel deutlich. Die Deutzener würden einen Eigentümerwechsel nicht merken.

Anders der Verein und die Gemeinde. „Wir haben bestimmte Risiken nicht mehr, ist die Gemeinde Grundstücksbesitzer, wäre sie auch bei Veranstaltungen haftbar“, erklärte Hertzsch. Der Verein hingegen, betonte Park-Geschäftsführer Michael Wagner, profitiere, indem er beispielsweise Fördermittel einfacher beantragen könne. Er machte noch einmal deutlich, dass der Park auch zukünftig für Jedermann zugänglich sei, nachzudenken sei lediglich über nächtliche Schließzeiten, um Vandalismus vorzubeugen.

Bedenken äußerte Krummsdorf noch hinsichtlich eines Weiterverkaufs des Areals durch den Verein. Doch genau das sei ein Szenario, das durch den Kaufvertrag zwischen Gemeinde und Pro Regio verhindert werde, sagte Hellriegel. „Sollte dem Verein etwas passieren oder sollte er auf die Idee kommen, Park-Teile zu veräußern, ist der Vertrag so wasserdicht, dass das Gelände an Neukieritzsch zurückgehen würde“, so der Bürgermeister. Da der Kulturpark ohnehin öffentlich genutzt werden müsse laut des aufzusetzenden Vertrags, hätte die Gemeinde immer das Vorkaufsrecht und würde davon auch Gebrauch machen.

Von Julia Tonne

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