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Borna Neukieritzsch will rote Dächer in Lobstädt
Region Borna Neukieritzsch will rote Dächer in Lobstädt
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11:22 16.03.2018
Die Gemeinde beharrt auf roten Dächern in Lobstädt. Quelle: Roger Dietze
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Neukieritzsch/Lobstädt

Obwohl es schon einige Abweichler gibt, beharrt die Gemeinde Neukieritzsch auf roten Dächern im Ortskern von Lobstädt. Der Gemeinderat lehnte jetzt die Bitte einer Bauherrenfamilie ab, ihr neues Einfamilienhaus mit dunklen Ziegeln decken zu dürfen.

Eine von der Gemeinde erlassene Gestaltungssatzung über Bauvorschriften im Ortskern Lobstädt regelt, dass die Häuser mit roten Ziegeln gedeckt werden müssen. Im aktuellen Fall sehen die Bauherren dadurch die Möglichkeit der farblichen Gestaltung der Fassade eingeschränkt, außerdem seien die dunklen Ziegel günstiger. Begründet wurde der Antrag auf Abweichung von den Regeln der Satzung auch damit, dass gleich in der Nähe schon ein Haus mit dunklem Dach stehe.

Tasächlich gibt es im Gültigkeitsbereich der Gestaltungssatzung mehrere dunkle Dächer. Einige sind unsanierter Altbestand, andere sind neueren Datums. Laut Bauamtsleiter René Hertzsch habe die Gemeinde das zumindest nicht in jedem Fall erlaubt: „Nicht alle dunklen Dacheindeckungen sind über eine Genehmigung gegangen“, sagte er auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Unter den Abgeordneten war die Entscheidung sehr umstritten. Verständnis für die Sicht der Bauherren zeigte unteranderem Sebastian Ludwig (Freie Wähler/Sport). Er verwies darauf, dass die Gemeinde gerade erst ein Plexiglasdach auf einem Carport genehmigt habe. Zudem würden bei einer Ablehnung nun gerade die Bauherren bestraft, die sich an die Regeln halten und bei der Gemeinde einen Antrag stellen. Andere, sagte Ludwig, hätten einfach ohne zu fragen ihre Dächer dunkel gedeckt.

Ein Vorwurf, den Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) nicht vertiefen wollte. Ob einige dunkele Dächer nicht beantragt worden seien, könne man recherchieren, sagte er, das sei aber jetzt nicht das Thema.

Die Mehrheit der Gemeinderäte sah die Sache so, wie der fraktionslose Andy Krummsdorf. Der sprach sich dafür aus, den Antrag abzulehnen, „sonst wäre die Satzung sinnlos“, wie er sagte. Hermanm Patzschke (CDU-Fraktion) regte in dem Zusammenhang an, darüber nachzudenken, „ob wir solche Restriktionen überhaupt noch vornehmen sollen“.

In der Abstimmung stimmte ein Gemeinderat für den Antrag, sechs enthielten sich der Stimme, die Mehrheit lehnte ab.

Von André Neumann

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