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Neukieritzscher Gemeinderäte hätten für zwei Skulpturen auf Sitzungsgeld verzichtet

Luther und Katharina von Bora Neukieritzscher Gemeinderäte hätten für zwei Skulpturen auf Sitzungsgeld verzichtet

Die Gemeinderäte aus Neukieritzsch zeigen sich spendabel: Für die Anschaffung zweier Skulpturen des Mölbiser Künstlers Jürgen Raiber hätten sie auf ihr Sitzungsgeld verzichtet. Am Dienstagabend gaben sie ihr Einverständnis, das Geld zweckgebunden zu spenden. Dennoch scheint das Vorhaben vom Tisch zu sein.

Der Mölbiser Künstler Jürgen Raiber will Luther und Katharina von Bora (hier die Darsteller während der Kammeroper im Kloster Nimbschen) in Bronze gießen.
 

Quelle: Frank Schmidt

Neukieritzsch.  Die Gemeinderäte aus Neukieritzsch zeigen sich spendabel: Für die mögliche Anschaffung zweier Skulpturen hätten sie auf ihr Sitzungsgeld verzichtet. Am Dienstagabend gaben sie ihr Einverständnis, das Geld zweckgebunden zu spenden. Zudem beschloss das Gremium während der Gemeinderatssitzung die Vergabe der Arbeiten für den Umbau der Toilettenanlagen an der Grundschule.

Obwohl nur unter dem Punkt „Sonstiges“ auf der Tagesordnung zu finden, nahm die Beratung zu den Skulpturen mehr Zeit ein als die Beschlüsse, die zur Debatte standen. Allerdings nicht, weil sich die Räte uneinig gewesen wären, sondern weil jeder persönlich seine Zustimmung zu dem Vorhaben gab. Vorab hatte Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel erklärt, die Gemeinde könnte das rund 80 Zentimeter große Figurenpaar Luther und Katharina von Bora des Mölbiser Künstlers Jürgen Raiber erwerben. Hintergrund sei, dass die angefragte Stadt Grimma aufgrund der Kosten auf den Kauf des Lutherabbilds verzichtet habe, „auch das Kloster Nimbschen lehnte dankend ab, hier ist das Geld dafür ebenfalls nicht vorhanden“, erklärte der Rathauschef.

Luther und Katharina von Bora des Mölbiser Künstlers Jürgen Reiber

Luther und Katharina von Bora des Mölbiser Künstlers Jürgen Raiber.

Quelle: privat

Für ihn unverständlich, schließlich hätten die Kosten für die Bronze-Skulpturen in Höhe von rund 6600 Euro zum großen Teil gefördert werden können. So hatten die Landeskirche Sachsen und der Landkreis jeweils bereits 1000 Euro zugesichert, vom Kulturraum standen bisher 4000 Euro zur Debatte. Wären noch 600 Euro geblieben, die finanziert werden müssten. Die Hälfte davon wiederum würde nach Aussage Hellriegels die Kirchgemeinde übernehmen. „Und jetzt frage ich Sie, ob die Gemeinde die andere Hälfte, also 300 Euro, aufbringen will“, betonte er am Dienstag gegenüber dem Gremium. Claus Bruncke (CDU) hält die Anschaffung „unter diesen Bedingungen für tragbar“, zumal es in Neukieritzsch die Katharina-von-Bora-Kirche gebe und der Lutherweg durch die Gemeinde führe.

Zustimmung gab es auch von Renate Bauer (SPD) und Michael Pochanke (Bürger für Deutzen). Dieser stellte jedoch zur Diskussion, ob die Gemeinde selbst das Geld aufbringen müsse oder nicht die Räte die Summe spenden könnten. Von allen kam daraufhin die Zustimmung, das Sitzungsgeld zweckgebunden für den Kauf der Figuren zu verwenden.

Doch zu früh gefreut: Am Mittwochnachmittag lehnte der Kulturraum seine Förderung in Höhe der 4000 Euro ab. Ob das Vorhaben, aus den bisherigen Wachs- nun Bronzefiguren zu machen, damit endgültig ad acta gelegt werden muss, bleibt abzuwarten.

Deutlich schneller wurden am Dienstagabend die Beschlüsse der Tagesordnung abgearbeitet. Der Gemeinderat gab unter anderem grünes Licht für die erforderlichen Auftragsvergaben für den Umbau der Mädchentoiletten in der Grundschule. Insgesamt schlagen die Lose Bauhauptgewerk, Maler- und Tapezierarbeiten, Heizung/Sanitär sowie Elektro mit rund 40 000 Euro zu Buche.

Laut Bauamtsleiter René Hertzsch müsse die Gemeinde die Kosten voraussichtlich nicht aus eigener Tasche zahlen, sondern könne auf Leader-Fördermittel zurückgreifen. Vom Koordinierungskreis habe es bereits die Befürwortung gegeben, nun müsse noch das Landratsamt den Antrag bewilligen. In den Sommerferien dann solle der Umbau erfolgen.

Von Julia Tonne

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