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Neukieritzscher Reisebüro wegen Telekom-Fehler sieben Wochen nicht erreichbar

Telekommunikation Neukieritzscher Reisebüro wegen Telekom-Fehler sieben Wochen nicht erreichbar

Wegen Umstellung des Telefonanschlusses war ein Reisebüro in Neukieritzsch sieben Wochen lang nicht zu erreichen. Für den entstandenen Umsatzverlust will Chefin Petra Borschke die Telekom nun auf Schadenersatz verklagen.

Petra’s Reisetip – sieben Wochen lang war das Reisebüro telefonisch nicht zu erreichen.

Quelle: Oliver Becker

Neukieritzsch. „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“ Wer vor Kurzem in Neukieritzsch seinen Urlaub beim Reisebüro „Petra’s Reisetip“ in der Leipziger Straße 2a telefonisch buchen wollte, kam nicht durch. Grund: Wegen eines Fehlers bei der Umstellung des Telefonanschlusses war der Reisevermittler ganze sieben Wochen lang nicht erreichbar. Petra Borschke, seit 24 Jahren Inhaberin des Geschäfts, hat so etwas noch nicht erlebt. Wegen der entstandenen Mehrkosten und Umsatzeinbußen durch entgangene Aufträge und Kunden will sie die Telekom nun auf Schadenersatz verklagen.

„Die Umstellung von ISDN auf IP zum 20. Juni ist bei der Telekom nicht korrekt gelaufen. Der Vorgang wurde storniert. Warum, weiß ich nicht“, sagte die Reisebüro-Chefin. Ab dem 23. Juni sei das Telefon abgeschaltet gewesen, für mehrere Stunden auch das Internet. Borschke hatte den technisch besseren Anschluss überhaupt erst auf mehrfaches Drängen des Telefonanbieters beantragt. „Ihre ISDN-Leitung wird bald abgeschaltet“, sagte man ihr. Seither sei sie in einer „telefonischen Endlosschleife“ mit dem Telekom-Service. Aufträge wurden erteilt, doch die Leitung blieb weiter tot. „Jedes Mal hatte ich einen anderen Mitarbeiter an der Strippe.“ Oft hätten sich die gestellten Fragen des Service-Personals von vorne herein erübrigt. Borschke war es irgendwann genug, wollte ihren alten ISDN-Anschluss wieder zurück, beantragte diesen erneut – musste angesichts der Nichterreichbarkeit und dadurch ausbleibender Buchungen auch schnell handeln. Erneut hieß es: „Die Bearbeitung läuft, gedulden Sie sich, es kann noch dauern.“ Ein Zeithorizont wurde nicht genannt. Borschke bat um einen Technikerbesuch – doch es kam niemand. In ihrer Not wandte sie sich an die Verbraucherzentrale der Bundesnetzagentur, reichte eine Beschwerde bei der Telekom-Führung ein und bat die LVZ um Hilfe.

In der Zwischenzeit wuchsen die Probleme an. „Ich habe Umsatzeinbußen, erhebliche Beeinträchtigungen bei den Arbeitsabläufen, zudem entstehen Mehrkosten durch Serviceanfragen bei den Hotels in anderen Ländern, da ich diese von meinem privaten Handy aus anrufen muss. Glücklicherweise funktioniert die ganze Zeit über mein Internet, so kann ich via Email kommunizieren und Buchungen online entgegennehmen.“ Serviceleistungen, wie das Zimmer mit Meerblick oder die Aufbettung eines Kinderbetts könnten so nur schwer kommuniziert werden. Denn viele Hotels im Ausland antworteten nicht auf Emails, sondern wollten ein Fax oder einen Anruf – beides jedoch funktioniere nicht. Den Schaden könne sie derzeit noch nicht beziffern. „Die Weihnachts- und Silvesterreisen laufen wenig“, ein Auftragsrückgang sei zu verzeichnen. Kunden würden abwandern. „Denn die, die mich nicht erreichen, gehen ins Internet oder woanders hin“, sagte Borschke.

Die Telekom zeigte sich auf LVZ-Anfrage bemüht: Leider sei es bei der Systemumstellung im vorliegenden Fall zu einem Fehler gekommen. „Für die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten und die ungewöhnlich lange Ausfallzeit bitten wir Frau Borschke um Entschuldigung und möchten Ihnen versichern, dass wir mit Hochdruck an der Lösung des Problems arbeiten.“ Die Techniklandschaften auf denen Telefon, Internet, Mobilfunk und Fernsehen laufen, seien sehr komplex und vielschichtig. Es sei daher nicht immer leicht, Fehler sofort zu lokalisieren und zu beseitigen.

Ziel des Konzerns sei es, „alle Anschlüsse bis zum Jahr 2018 auf die neue Technologie umzustellen.“ Der komplette Netzumstieg sei laut Telekom notwendig, weil die herkömmliche Technik nur die Übertragung geringer Bandbreiten erlaube. Auch seien Ersatzteile künftig schwer zu bekommen, weil die Systemhersteller auf IP-Technik umstellten. ISDN werde für Bestandskunden nur bis einschließlich 2018 verfügbar sein. Die neue Technik hingegen erlaube, dass alle Dienste – Telefon, Fernsehen und Internet – in einem Netz auf dem einheitlichen Internet-Protokoll laufen und biete mehr Kapazität, Leistung und Benutzerfreundlichkeit.

Seit Ende vergangener Woche kann Reisebüro-Chefin Borschke wieder aufatmen – die Telekom war mit einem Techniker vor Ort, behob das Problem, brachte die neue Technik zum Laufen. Seither gehen Telefon und Fax wieder, können Reisen ohne Probleme gebucht, Serviceanfragen gestellt werden. „Für meine Umsatzeinbußen werde ich die Telekom dennoch auf Schadenersatz verklagen“, sagte Borschke.

Von Oliver Becker

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