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Borna Neukirchener Grundschüler haben Hund als Mitschüler
Region Borna Neukirchener Grundschüler haben Hund als Mitschüler
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05:03 05.06.2018
Die Labradorhündin Luna ist zweimal pro Woche in der Schule – und sorgt mit ihrer Anwesenheit für viel mehr Ruhe in der Klasse. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Luna ist gerade einmal zwei Jahre alt und drückt dennoch schon die Schulbank. Zweimal in der Woche kommt sie mit in den Unterricht der dritten Klasse in der Grundschule Neukirchen. Sie bringt den Kindern Aufgaben, hat beim Lesen ein offenes Ohr für die Mädchen und Jungen und unterstützt sie auf noch viele andere Weisen im Unterrichtsgeschehen.

Luna ist ein Hund, genauer: ein Labrador und von Beruf Schulhund. Mit ihrem Frauchen Miriam Friedrich – zugleich Klassenlehrerin der Drittklässler – hat sie bereits vor einiger Zeit eine entsprechende Ausbildung zum „Schulhund-Team“ absolviert. Seit einem Jahren leistet sie den Grundschülern Gesellschaft und wird in den Unterricht mit eingebunden.

Luna kam als Welpe zu Friedrich, die während ihres Referendariats das erste Mal von Schulhunden gehört hatte. „Ich fand das eine tolle Idee“, erzählt die 27-Jährige. Doch das Tier einfach mitzubringen, ging natürlich nicht. Vorab gab es Herausforderungen zu bewältigen, Bedingungen zu erfüllen. Dazu gehörten unter anderem die Zustimmungen der Schulleitung, der Bildungsagentur, der Eltern. Kein Kind durfte allergisch sein.

Viel Unterstützung für das Projekt

Die Ausbildung des Hund-Mensch-Gespanns war ein Muss, ebenso ein Wesenstest von Luna. An solchen Hürden scheitert ein solches Projekt an vielen Schulen, nicht so in Neukirchen. „Sowohl die Eltern als auch die Schüler waren begeistert von der Idee. Von unserer Schulleiterin Frau Ehritt bekam ich viel Unterstützung für unser Projekt ,Vier Pfoten im Klassenzimmer – Lernen mit Luna‘“, sagt die Lehrerin.

Strikte Regeln – Kinder halten sich dran

Im Klassenraum gibt es für die Schüler strikte Regeln im Umgang mit dem Schulhund, die eingehalten werden müssen. So darf das Tier weder festgehalten noch umarmt werden, Füttern außerhalb von Übungen ist genauso tabu wie lautes Geschrei. Und hat sich der zweijährige Vierbeiner auf seinem Kissen niedergelassen, muss er dort seine Ruhe haben.

„Die Kinder haben sich von Anfang an an die Absprachen gehalten“, erzählt Friedrich. Jeder dürfe mit dem Hund Kontakt haben, ihn kraulen, streicheln und mit ihm Kommandos üben. Dabei gilt es allerdings, stets die Regel „Ein Hund – ein Kind“ zu beachten.

Mehr Ruhe im Unterricht

Was Friedrich festgestellt hat: Seit Luna mit von der Partie ist, herrscht deutlich mehr Ruhe während des Unterrichts. Schon weil Hunde viermal so laut hören wie Menschen. „Die Schüler lernen dadurch, leiser und konzentrierter ihre Arbeiten zu erledigen“, sagt sie. Der Schulhund wirke sich auch auf die Stimmung der Kinder aus. Sorgen und Nöte seien weit weg, wenn ein dunkelbraunes Fellknäuel Zuhörer ist.

Ganztagsangebot zu Hunden für andere Klassen

Auch die Klassen, in denen der Labrador nicht beim Unterricht dabei ist, erfahren etwas über den Umgang mit Hunden. Für sie gibt es extra ein Ganztagsangebot. Die Mädchen und Jungen können hier alles für den Hundeführerschein lernen. Was für Schüler und Lehrer eine große Bereicherung ist, dürfte so manchen Eltern allerdings Schweißperlen auf die Stirn treiben.

„Denn in den Gesprächen wird schon deutlich, dass sich mittlerweile fast alle Kinder einen eigenen Hund wünschen“, erzählt Friedrich. Deshalb werde auch vermittelt, welche Bedürfnisse solch ein Tier mit sich bringt.

Hündin Luna hat sogar ein eigenes Lied

Kürzlich stand das Thema Hund zudem auf dem Stundenplan der dritten Klasse. In der Projektwoche drehte sich alles um den richtigen Umgang mit den Vierbeinern, um Berufe für Hunde und Zucht. Die Kinder bastelten Zergel aus Deckenstreifen, Futterspiele, Apportierschälchen und viele andere Materialien, die nun zukünftig im Unterricht mit Luna zum Einsatz kommen sollen.

Für die Hündin gibt es sogar ein eigenes Lied, komponiert und getextet von Friedrich. „Luna zaubert ein Lächeln auf den Mund, und wir wissen genau: mit Luna ist alles Wau“, heißt es da.

Von Julia Tonne

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