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Borna Nicolas Krüger wird neuer Chef des Leipziger Symphonieorchesters
Region Borna Nicolas Krüger wird neuer Chef des Leipziger Symphonieorchesters
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16:40 16.05.2018
Nicolas Krüger Quelle: LSO
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Böhlen/Borna

Die Würfel sind gefallen. Nicolas Krüger wird neuer Chefdirigent des Leipziger Symphonieorchesters (LSO). Der Franzose vom Jahrgang 1972 wurde Dienstagabend von den Gesellschaftern des Orchesters als neuer Mann am Pult bestätigt. Krüger, der zuletzt im März vor dem LSO stand, war der Wunschkandidat der Orchestermusiker.

Krüger ist Wunschkandidat des Orchesters

Die Musiker, die ein Vorschlagsrecht bei der Bestimmung ihres künstlerischen Leiters haben, hatten sich in zwei Wahlgängen jeweils mit großer Mehrheit für Krüger ausgesprochen, sagte Orchestermanager Hans-Ulrich Zschoch. Der neue Chefdirigent folgt Wolfgang Rögner, der seit 2015 LSO-Chef ist. Rögner bleibt dem LSO auch weiterhin erhalten und dirigiert das Orchester beim Musikfest in Zwenkau Ende Juni ebenso wie das Konzert mit Albert Hammond am 25. August auf dem Bornaer Volksplatz.

Der neue Chefdirigent, der in der nächsten Saison fünf der insgesamt sechs Anrechtskonzerte in Böhlen, Markkleeberg und Borna leitet, soll erstmals im August in seiner neuen Funktion als künstlerischer Leiter des LSO vor den Musikern stehen. Womöglich in einem Sonderkonzert am 11. August im Böhlener Kulturhaus, wobei noch nicht klar ist, ob das Haus an diesem Abend letzten Endes auch frei und damit für ein Konzert verfügbar ist. Ganz sicher aber, so Orchestermanager Zschoch, das Konzert am Biedermeierstrand in Hayna in Nordsachsen, wo das LSO am Tag darauf zu Gast ist. Klar ist auch, dass Nicolas Krüger mit dem LSO am 2. September am Schmetterling in Bad Lausick sowie beim Tagebaukonzert in Profen am 16. September zu erleben ist. Auch das traditionelle Festkonzert, zu dem Landrat Henry Graichen (CDU) immer am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit einlädt und das in diesem Jahr im Markkleeberger Lindensaal stattfindet, steht unter seiner Leitung.

Dirigent Wolfgang Rögner. Quelle: André Kempner

Beachtliche Karriere des Neuen

Krüger kann auf eine beachtliche Laufbahn zurückblicken. So arbeitete er mit Pult-Legenden wie Lorin Maazel, Christoph Eschenbach, Franz Brüggen und Pierre Boulez zusammen. Er gilt als gefragter Operndirigent, der etwa an der Oper Antwerpen den „Don Carlos“ und in Lille „Carmen“ dirigierte. Er ist regelmäßig zu Gast beim Orchestre National de Lille und an der Vlaamse Opera, hat aber auch mit den BBC Singers zusammengearbeitet. Von 2005 bis jetzt lehrte er am Conservatoire National Supérior de Musique in Paris. Wie LSO-Manager Zschoch weiter mitteilt, wird Krüger seinen Lebensmittelpunkt nach Sachsen verlegen.

Er ist der je nach Zählweise zehnte oder elfte Chefdirigent des Orchesters, das unter verschiedenen Namen mittlerweile seit 55 Jahren besteht. Zu seinen Vorgängern gehören der langjährige Musikdirektor Rainer Kluge (1976 bis 1992) und Günter Blumhagen (1994 bis 1996), aber auch der frühere Chefdirigent des Großen Rundfunkorchesters Leipzig, Horst Neumann (1996 bis 1998), der vormalige Erste Geiger des Orchesters, Ruben Gazarian (1998 bis 2003) und Frank-Michael Erben. Der Konzertmeister des Gewandhauses war von 2009 bis 2014 Orchesterchef.

Krüger hat einen Drei-Jahres-Vertrag

Das LSO ist längst zu einem Ensemble geworden, dessen künstlerische Leiter Begehrlichkeiten wecken – und zwar von anderen Klangkörpern. So ging Ruben Gazarian zum Württembergischen Kammerorchester nach Heilbronn, sein Nachfolger Markus Huber wurde Generalmusikdirektor des Theaters Pforzheim. Inwieweit es im Engagement des neuen Chefdirigenten quasi mit eingepreist ist, dass der auch in absehbarer Zeit zu einem anderen Orchester wechseln könnte/wollte, ist unklar. LSO-Manager Zschoch weiß als alter Fahrensmann, dass sich das niemals ausschließen lässt. Klar ist aber, dass Nicolas Krüger einen Vertrag über drei Jahre hat.

Von Nikos Natsidis

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